Günther Rudolf Pawellek (* 6. Juli 1947 in Wertingen)Lebenslauf in: Günther Pawellek: Beitrag zur Ablaufplanung bei innerwerklichen Transportketten. Von der Abteilung Maschinenbau der Universität Dortmund zur Erlangung des Grades Doktor-Ingenieur genehmigte Dissertation (masch.), Dortmund 1981. ist ein deutscher Maschinenbauingenieur. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2012 war er Professor für Technische Logistik an der Technischen Universität Hamburg.Übersicht über das Institut für Technische Logistik, Stand 2010.

Familie Pawelleks Eltern Rudolf und Maria Pawellek (geb. Holeček) waren Vertriebene aus dem Sudetenland, die 1946 in Hirschbach eintrafen und 1952 mit ihrem Sohn in die Nähe von Frankfurt am Main verzogen. Dort arbeitete Günther Pawelleks Vater beim Zoll, seine Mutter war bei Dr. Scholl'sHeute eine Marke von Yellow Wood Partners, siehe beschäftigt.Günther Pawellek: Brättersdorf: Nachruf auf Maria Pawellek, geb. Holeček. In: Freudenthaler Ländchen (Monatsschrift des Heimatkreisverbandes Freudenthal/Altvater e.V.), Ausgabe 89 (2018) 6, S. 299 f.

Günther Pawellek ist seit 1975 mit Iris Pawellek (geb. Trautmann) verheiratet, das Ehepaar lebt in Bendestorf in der Nordheide.

Ausbildung, Studium, Berufstätigkeit Nach dem Besuch der Volksschule in Bergen-Enkheim begann Pawellek 1961 eine Lehre zum Technischen Zeichner bei J. S. Fries Sohn in Frankfurt am Main. Nach dem Abschluss 1964 arbeitete er dort bis 1966. Im Jahr 1967 erwarb er die Fachschulreife in der Fachrichtung Technik. Danach leistete er seinen 18-monatigen Wehrdienst ab. Über den zweiten Bildungsweg studierte er von 1968 bis 1971 an der staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen in Frankfurt mit dem Abschluss Ing. (grad.). Das anschließende Studium des allgemeinen Maschinenbaus an der Universität Trier-Kaiserslautern beendete er mit dem akademischen Grad des Dipl.-Ing. Von 1974 bis 1980 arbeitete er bei Reinhardt Jünemann als wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen der Universität Dortmund. 1981 folgte seine Promotion zum Dr.-Ing. mit dem Thema „Beitrag zur Ablaufplanung bei innerwerklichen Transportketten“.Alle Angaben zu Schule und Studium nach dem Lebenslauf in: Günther Pawellek: Beitrag zur Ablaufplanung bei innerwerklichen Transportketten. Von der Abteilung Maschinenbau der Universität Dortmund zur Erlangung des Grades Doktor-Ingenieur genehmigte Dissertation (masch.), Dortmund 1981.

Nach der Promotion war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Transporttechnik und Warendistribution in Dortmund. Von 1983 bis 1987 wirkte er bei der Unternehmensberatung Agiplan (Aktiengesellschaft für Industrieplanung) in Mülheim an der Ruhr, zunächst in Verantwortung für Produktionsplanung und Logistik, dann als Mitglied der Geschäftsführung.Lösungen für die Fabrik der Zukunft. Die Ausbildung kann dem „Flächenbrand“ nicht folgen. In: Handelsblatt, 21. April 1987.Günther Pawellek, Helmut Schulte: Logistikgerechte Produktion und Produktgestaltung. In: Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb, 82 (1987) 8, S. 447–450, hier S. 450.

Akademisches Wirken 1987 erhielt Pawellek einen Ruf an die Technische Universität Hamburg.Personalien. In: Handelsblatt, 21. April 1987. Von 1987 bis zu seiner Emeritierung 2012 verantwortete er dort das Fachgebiet der Technischen Logistik.Informationen über G. Pawellek auf der Website von SpringerLink, abgerufen am 9. Februar 2022. Es wurde an dieser Technischen Universität als Fachgebiet innerhalb des Arbeitsbereiches Fertigungstechnik I neu etabliert. Ende 1998 wurde es eine selbstständige Organisationseinheit innerhalb des Studiendekanats Maschinenbau. Ab 2008 zählte es als Institut für Technische Logistik zum neu gegründeten Dekanat und Studienbereich Managementwissenschaften und Technologie.

Lehre Sein Lehrangebot umfasste Vorlesungen und Übungsseminare über Materialfluss und Logistik sowie zur Anlagen- und Fabrikplanung.Siehe exemplarisch Studienplan M.Sc. „Logistik, Infrastruktur und Mobilität“ (LIM) der Technischen Universität Hamburg-Harburg (Stand 28. April 2010). Abgerufen am 17. Februar 2022. Das Angebot richtete sich an die Studiengänge Logistik, Infrastruktur und Mobilität, Maschinenbau sowie Informatikingenieurwesen. Weiterhin lehrte er im hochschulübergreifenden Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, getragen von der Technischen Universität Hamburg (bis 2010), der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Vorlesungen an der Technischen Universität Hamburg hielt er auch nach seiner Emeritierung bis 2016.Siehe die Vorlesungsverzeichnisse dieser Hochschulen, zuletzt das Verzeichnis der Technischen Universität Hamburg 2016.

Auch außerhalb Hamburgs hielt Pawellek Vorlesungen an Hochschulen in Deutschland und im Ausland, so beispielsweise 1992 und 1993 an der Universität für Wissenschaft und Technik Peking. Zwischen der Tongji-Universität in Shanghai und der Technischen Universität Hamburg hat er eine Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Lehre vereinbaren können.Forschungsbericht 2006 zur Technischen Logistik an der Technischen Universität Hamburg, abgerufen am 17. Februar 2022.

Forschung Gegenstand seiner Forschungen an der Technischen Universität Hamburg waren Methoden und Hilfsmittel für Planung und Betrieb von Materialfluss- und Informationsflusssystemen. Im Entwicklungsbereich Integrierte Logistik-Planungssysteme ging es um die Unterstützung und Beschleunigung der Planung. Hierzu zählten Analyse-, Bewertungs- und Optimierungsmethoden für die Strategie-, Struktur- und Systemplanung, weiterhin IT-Tools zur Modellierung und Simulation sowie die Entwicklung und Anwendung von Entscheidungsunterstützungs- und Planungsassistenzsystemen. Im Entwicklungsbereich Integrierte Logistik-Betriebssysteme stand die Leitsystemebene im Vordergrund. Unter Berücksichtigung kybernetischer Prinzipien hat er adaptive Logistik-Leitsysteme für die verschiedenen Funktionsbereiche der Logistik konzipiert und mit Praxispartnern aus unterschiedlichen Branchen realisiert.Siehe das Forschungsprofil auf der Website der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Technische Logistik e.V., abgerufen am 9. Februar 2022.

Zu diesen Forschungs- und Praxisprojekten zählte beispielsweise ein Zulieferlogistik-Leitsystem (ZULIS) für die Koordination von Produktionsnetzwerken im Flugzeugbau.Nachfrage maßgeschneiderter Services nimmt zu. In: DVZ, 10. Juli 2004. Für den Schiffbau wurde zur Regelung der Paneelfertigung ein Produktionslogistik-Leitsystem (PLL) realisiert.Günther Pawellek: Ein Optimum an Flexibilität erreichen. Mit EDV-Unterstützung die Strukturen vereinfachen. In: Handelsblatt, 12. Februar 1995.Günther Pawellek: Produktionslogistik. Planung – Steuerung – Controlling. Mit 42 Übungsfragen. Hanser-Verlag, München 2007. S. 181 f. ISBN 978-3-446-41057-2. Für das Zeit-, Kapazitäts- und Kostenmanagement von komplexen Projekten wurde ein Online-Störungsmanagement (OSM) entwickelt.Günther Pawellek: Die Instandhaltung besser steuern. In: Produktion, (2015) 14, S. 35. Weiterhin wurden zum Beispiel Analyse- und Optimierungstools für die Risikoanalyse in Zuliefernetzwerken,Günther Pawellek, Ingo Martens und Kerstin Dallmann: Risikomanagement in Supply Chains. In: Productivity Management, (2014) 1, S. 25–28. zur Teiledifferenzierten Logistikoptimierung (TDL) in Beschaffungs- und Bereitstellungsprozessen oder für die optimale Differenzierung von Instandhaltungsstrategien (DIS)FIL – Forschungsinstitut für Logistik, Hamburg: Optimierung der Instandhaltungslogistik. In: Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb, 108 (2013) 7/8, S. 481–482. entwickelt und in Praxisprojekten angewendet. Zur Unterstützung der Methodenanwendung in der Praxis wurde ein Internet-basiertes Methodenmanagement-System (meport.net) umgesetzt.Günther Pawellek, Miriam O’Shea, Andreas Schramm: Optimieren der Methodenanwendung mittels intranetbasiertem Methoden-Management-System. In: Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb, 101 (2006) 9, S. 529–533.

Transfer Den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis organisierte Pawellek außerhalb der Technischen Universität Hamburg am Standort des Hamburger Innovations- und Technologieparks (HIT) in Kooperation mit Mitgliedsunternehmen der von ihm 1992 in Hamburg mitgegründeten Forschungsgemeinschaft für Logistik e.V. (FGL) Die engere Zusammenarbeit erfolgte dabei in forschungsbegleitenden Arbeitskreisen zu den Themengebieten Transport- und Hafenlogistik,Siehe zum Beispiel das Programm vom 4. Hamburger Logistik-Kolloquium zum Thema Transport- und Hafenlogistik am 9. März 1995, abgerufen am 9. Februar 2022. ProduktionslogistikSiehe zum Beispiel Produktionslogistik effektiv gestalten. In: DVZ, 19. Mai 2009. sowie Instandhaltungs- und Ersatzteillogistik. Für komplexere praxisnahe Projekte beteiligte er sich 2002 an der Gründung des Logistik-Kompetenznetzwerks FGLnet.FGLnet will Wissenschaft und praktische Logistik einen. Virtuelles Kompetenznetzwerk in Hamburg gegründet. In: DVZ, 8. Juni 2002. Weiterhin unterstützte er die Gründungen der Transferinstitute GfU Gesellschaft für Unternehmenslogistik GmbH (1988 bis 2018)GfU Gesellschaft für Unternehmenslogistik mbH: Handelsregister-Bekanntmachung, veröffentlicht im Bundesanzeiger, 14. April 1988. , gespeichert in einem Webarchiv. und ILS Integrierte Logistik-Systeme GmbH (1996 bis 2018).ILS Integrierte Logistik-Systeme GmbH: Handelsregister-Bekanntmachung, veröffentlicht im Bundesanzeiger, 9. Januar 1997

Pawellek organisierte zahlreiche Fachveranstaltungen und Seminare zur Förderung des Ergebnistransfers auch außerhalb Hamburgs, beispielsweise die Reihe „Fabrikplanung und Organisation“ für die Technische Akademie Wuppertal. Unter seiner wissenschaftlichen Leitung wurde von 1992 bis 2018 jährlich das Hamburger Logistik-Kolloquium durchgeführt.Liste der Kolloquiumsthemen und Programme (bis 2020), abgerufen am 9. Februar 2022. Dabei wurde seit 2005 jährlich der Logistikpreis der Metropolregion Hamburg für ausgezeichnete Masterarbeiten aus dem Bereich Logistik verliehen.

Verbandstätigkeiten Ehrenämter Pawellek übte eine Reihe von Ehrenämtern aus. Beispielsweise war er von 1978 bis 1982 Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Logistik e.V.Die Deutsche Gesellschaft für Logistik e.V. und die Bundesvereinigung Logistik e.V. fusionierten im Jahr 2000. () Anfang der 1980er Jahre hatte er die Schriftleitung ihres Fachmediums Zeitschrift für Logistik (damals im Verlag moderne Industrie) inne,Beispielhafter Beleg für Heft 1-1983. von 1984 bis 1988 war er Mitglied des Beirats dieser Zeitschrift. Dem Technisch-Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Fördern und Heben gehörte er von 1989 bis 2020 an.Liste der Mitglieder des Technisch-Wissenschaftlichen Beirats. In Fördern und Heben, 42 (2020) 1/2, S. 8. Pawellek war auch Gründungsmitglied und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Schmallenberger Kreis e.V.Wegbegleiter von Reinhardt Jünemann. Eigenverlag (2021), S. 18. Er zählte außerdem zu den Mitbegründern des Aachener IfU Institut für Unternehmenskybernetik e.V. (1988).Informationen über G. Pawellek auf der Website von SpringerLink, abgerufen am 10. Februar 2022. Von 1992 bis 2018 war er Initiator, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Forschungsgemeinschaft für Logistik e.V. Dort leitete er unter anderem das FGL-Forschungsinstitut für Logistik. Im Hamburger Bezirksverein des Verein Deutscher Ingenieure (VDI) leitete er bis 2018 den Arbeitskreis Fördertechnik, Materialfluss und Logistik.

Weitere Mitgliedschaften Pawellek war beziehungsweise ist weiterhin Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Planung e.V., des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) und der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Technische Logistik e.V. (WGTL).

Publikationen (Auswahl) Zeitschriften