mini|hochkant=1.3|Stolpersteine in Bergamo Die Liste der Stolpersteine in der Provinz Bergamo enthält die Stolpersteine, die vom deutschen Künstler Gunter Demnig in der Provinz Bergamo verlegt wurden, einer Provinz in der Lombardei. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von deutschen Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers. Die italienische Übersetzung des Begriffes Stolpersteine lautet: .

Die erste Verlegung in dieser Provinz fand am 18. Januar 2016 in Premolo statt.

Verlegte Stolpersteine Almenno San Bartolomeo In Almenno San Bartolomeo wurden zwei Stolpersteine an zwei Adressen verlegt. Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEANGELO MANZONIGEBOREN 1916VERHAFTET 8.9.1943DEPORTIERT 1944SCHWERINERMORDET 11.9.1944ESSENVia Fratelli Manzoni, 17Almenno San Bartolomeo (1916–1944) 120px HIER LEBTECARLO ROTAGEBOREN 1920VERHAFTET 9.9.1943DEPORTIERT 1944LOLLARERMORDET 23.9.1944Via Fratelli Manzoni, 17Almenno San Bartolomeo (1920–1944)

Ambivere In Ambivere wurden acht Stolpersteine an drei Adressen verlegt. Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxHIER WOHNTEVITTORIO LEONIGEBOREN 1913VERHAFTET 1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944MAUTHAUSENERMORDET 13.1.1945 Via Alcide de Gasperi, 8Ambivere (1913–1944) 120pxHIER WOHNTECLARA LEVIGEBOREN 1929VERHAFTET 1.12.1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 1945BERGEN-BELSEN Via Guglielmo Marconi, 22Ambivere (1894–1944) 120pxHIER WOHNTEELDA LEVIGEBOREN 1894VERHAFTET 1.12.1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 10.4.1944 Via Beata Vergine del Castello, 2Ambivere (1894–1944) 120pxHIER WOHNTELAURA LEVIGEBOREN 1922VERHAFTET 1.12.1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZBEFREIT Via Guglielmo Marconi, 22Ambivere (1922–?) 120pxHIER WOHNTELIA MARTA LEVIGEBOREN 1888VERHAFTET 1.12.1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 10.4.1944 Via Beata Vergine del Castello, 1Ambivere (1888–1944) 120pxHIER WOHNTENORA LEVIGEBOREN 1920VERHAFTET 1.12.1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 1945BERGEN-BELSEN Via Guglielmo Marconi, 22Ambivere (1920–1945) 120pxHIER WOHNTEEMMA BIANCALEVI TEDESCHIGEBOREN 1887VERHAFTET 1.12.1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 10.4.1944 Via Guglielmo Marconi, 22Ambivere (1887–1944) 120pxHIER WOHNTEADA TEDESCHIGEBOREN 1883VERHAFTET 1.12.1943INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 10.4.1944 Via Guglielmo Marconi, 22Ambivere (1883–1944)

Berbenno In Berbenno wurden zwei Stolpersteine an zwei Adressen verlegt. Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEARCANGELOTODESCHINIGEBOREN 1923VERHAFTET 8.9.1943DEPORTIERT 1944STABLAKERMORDET 12.4.1945KÖNIGSBERG / KALININGRADVia Fratelli Calvi, 26Berbenno (1923–1945) 120px HIER WOHNTEERNESTOTODESCHINIGEBOREN 1919VERHAFTET 11.9.1943DEPORTIERT 1943MEMMINGEN, MOOSBURGERMORDET 21.6.1944STEPHANSKIRCHENVia Sant'Antonio Abate, 3vor dem GefallenendenkmalBerbenno (1919–1944)

Bergamo In der Provinzhauptstadt Bergamo wurden an neun Adressen zehn Stolpersteine verlegt.BERGAMO NEWS: Giorno della Memoria, posate sei nuove pietre d’inciampo a Bergamo, abgerufen am 27. Februar 2022 (mit einer Fotogalerie) Angekündigt wurde die Verlegung eines Stolpersteines für Pilade Sonnino in der Via Moroni. Im Januar 2024 wurde eine Stolperschwelle verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxHIER WOHNTEADOLFO BARNABAGEBOREN 1884VERHAFTET 14.12.1943INTERNIERT IN BERNAUEINGESPERRT 1944MARCHTRENKERMORDET 1.8.1944 Parco Pertini (1884–1944) Nach ihm wurde eine Straße in Bergamo benannt.Vie per la Memoria, abgerufen am 14. Januar 2023 120px HIER WOHNTEROBERTO BRUNIGEBOREN 1914VERHAFTET 4.3.1944INTERNIERT BOZENDEPORTIERT 1944DACHAUERMORDET FEB. 1945 Bergamo, Via Francesco Cucchi 3 wurde am 8. Oktober 1914 geboren. Seine Eltern waren Luigi Bruni und Maria Artifoni. Er hatte eine ältere Schwester, Amalia (geboren 1913), und einen jüngeren Bruder, Eugenio (geboren 1915). Die Familie war von Anbeginn antifaschistisch eingestellt, sein Vater wurde aus dem Arbeitsverhältnis bei der Gemeinde entlassen. Die beiden Brüder und einige ihrer Freunde waren Urheber einiger auffallenden Aktionen gegen das faschistische Regime – Slogans an Hauswänden, Flugblätter und eine eigens entwickelte zähflüssige braune Farbe, die sich über das Gesicht von Mussolini ergoss, auf dem Denkmal der faschistischen Revolution von Bergamo. Am 11. November 1941 wurden die beiden Bruni-Brüder verhaftet, darüber hinaus auch Popi Taino, Virgilio Caffi und Gino Antonucci. Die Widerstandskämpfer wurden zuerst in Sant’Agata in Haft gehalten, dann nach Rom gebracht, wo sie am 4. März 1942 vor Gericht gestellt wurden. Roberto Bruni wurde freigesprochen. Seinen Bruder traf er erst im August 1943 wieder. Im Mai 1944 wollten sich Roberto Bruni und sein Bruder den Partisanen in den Bergen westlich des Lago Maggiore anschließen. Im Valle Cannobina wurden sie festgenommen und erst in Luino und dann in Como interniert. Am 19. Juli 1944 kamen beide im Mailänder Gefängnis San Vittore an, am 9. Oktober wurden sie in das Durchgangslager Bozen überstellt und einen Monat später in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Roberto Bruni wurde mit der Nummer 113156 registriert, sein Bruder mit der Nummer 113157. Eugenio Bruni kam wegen Typhus in die Krankenstation. Roberto Bruni blieb im Block und verlor am 12. Februar 1945 sein Leben.

Eugenio Bruni überlebte und kehrte nach Bergamo zurück. Er wurde sozialistischer Gemeinderat und Vorsitzender des antifaschistischen Komitees der Stadt. Seinen Sohn taufte er im Gedenken an den Bruder Roberto. Dieser wurde 1999 Bürgermeister von Bergamo.Corriere della Sera: Roberto Bruni morto a Dachau, zio dell’ex sindaco, 25. Januar 2022Memoria urbana: Roberto Bruni, abgerufen am 27. Februar 2022 (mit einer Fotografie) 120pxHIER STUDIERTEGIOVANNI D’AMICOGEBOREN 1907VERHAFTET 14.8.1944INTERNIERT IN BOZENDEPORTIERT 1944MAUTHAUSEN, LAMSDORFERMORDET 31.1.1945MELK Piazza Rosate 4 (1907–1945) 120px HIER WOHNTEALDO GHEZZIGEBOREN 1923VERHAFTET 4.2.1944INTERNIERT FOSSOLI,BOZENDEPORTIERT 1944MAUTHAUSENGESTORBEN 3.6.1945EBENSEE Bergamo, Via Pignolo, 42 wurde am 21. Juli 1923 in der Via Pignolo 42 in Bergamo geboren, in welchem er auch aufwuchs. Er war der einzige Sohn des Zimmermanns Camillo Ghezzi und der Hausfrau Giulietta Guerini. Aldo Ghezzi wurde Drucker. Von seinem Vater, einem überzeugten Sozialisten, übernahm er die Leidenschaft für Politik. 1941 kam er über Tobia Piccinini mit dem Widerstandskämpfer Dante Paci in Kontakt. Er begann sich politisch weiterzubilden, war ab September 1943 selbst im Widerstand aktiv und wurde im Februar 1944 festgenommen. Ghezzi war zuerst In Sant’Agata, dann in San Vittore in Mailand inhaftiert. Schließlich wurde er nach Fossoli überstellt und in der Folge nach Bozen. Am 18. November 1944 wurde er in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Er war im KZ Ebensee zur Zwangsarbeit eingeteilt, erlebte im Mai 1945 die Befreiung des Lagers durch US-Streitkräfte. Aldo Ghezzi starb an den Folgen der Entbehrungen im Alter von 21 Jahren am 3. Juni 1945. Sein Leichnam wurde am KZ-Friedhof Ebensee bestattet.prima Bergamo: Storia del partigiano Aldo Ghezzi morto di stenti a Mauthausen, abgerufen am 9. Juli 2022

„Blond, schmales Gesicht, beladen wie ein Maultier, müde und verschwitzt“, so wurde er von Aldo Battaggion im November 1943 beschrieben. In Bergamo trägt eine Straße den Namen des Widerstandskämpfers.BergamoNews: Giorno della Memoria, posate sei nuove pietre d’inciampo a Bergamo, abgerufen am 9. Juli 2022Memoria urbana: Aldo Ghezzi, abgerufen am 27. Februar 2022 (mit einer Fotografie) 120px HIER WOHNTETERESA SAVIOGEBOREN 1913VERHAFTET 2.12.1943INHAFTIERTGEFÄNGNIS MÜNCHENZWANGSARBEITHAGUENAU, EBERSBACHGESTORBEN 27.5.1945GÖPPINGEN Bergamo, Parco del Quintino wurde am 16. März 1913 in Valtesse als ältestes Kind von Antonio Savio und Rosa Scarpellini geboren. Ihre jüngeren Zwillingsbrüder, Marco und Angelo, wurden 1916 geboren. Savio brach die Schule früh ab und begann zunächst in einer Strumpffabrik zu arbeiten, ab 1931 arbeitete sie als Dienstmädchen für die Familie Curti. Gemeinsam mit Lydia Curti engagiert sie sich für Häftlinge, die aus dem Gewahrsam der Faschisten und der Nationalsozialisten entkommen waren. Curti sammelte Medikamente und Essen, Teresa Savio transportierte die Hilfspakete. Am 2. Dezember 1943 wurden Teresa Savio und Lydia Curti verhaftet und am 29. Dezember vom deutschen Militärgericht wegen Beteiligung an Partisanentätigkeiten verurteilt. Lydia Curti wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, Savio zu zwei Jahren. Beide wurden zuerst in ein Münchner Zuchthaus überstellt und kamen von dort am 26. Februar 1944 nach Hagenau. Sie mussten Zwangsarbeit für die deutsche Industrie in Ebersbach leisten und wurden am 22. April 1945 von alliierten Streitkräften befreit. Teresa Savio starb nach einem Autounfall am 27. Mai 1945 im Göppinger Krankenhaus.Memoria urbana: Teresa Savio, abgerufen am 27. Februar 2022 (mit einer Fotografie) 120px HIER WOHNTEGIULIO SIRTOLIGEBOREN 1921VERHAFTET 8.9.1943DEPORTIERTERMORDET 21.7.1944LUDWIGSHAFEN AM RHEIN Van San Lorenzo, 44 (1921–1944) 120px HIER WOHNTEILDA SONNINOGEBOREN 1904INTERNIERT FOSSOLIDEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 1945BERGEN-BELSEN Bergamo, Via San Bernardino, 17 wurde am 17. Juli 1904 in Genua geboren. Sie entstammte einer jüdischen Familie, die sich zu Beginn der 1920er Jahre in Bergamo ansiedelte. Ihre Eltern waren Amleto Sonnino und Bella Marianna Ortona. Sie hatte einen vier Jahre älteren Bruder, Pilade, der aus der ersten Ehe ihres Vaters stammte. Die Familie führte in der Viale Roma (heute Viale Papa Giovanni XXIII) ein Stoffgeschäft und wohnte am Borgo San Leonardo. Ilda Sonnino arbeitete als Sekretärin, blieb unverheiratet und wohnte weiterhin im elterlichen Haushalt. Ihr Bruder heiratete, zog aus und bekam eine Tochter. Ab 1938 waren alle Juden in Italien von den Italienischen Rassengesetzen betroffen, doch an Leib und Leben bedroht waren sie erst nach der de-facto-Machtübernahme der deutschen Nationalsozialisten im September 1943 in weiten Teilen des Landes. Ilda Sonnino und ihre Mutter wurden am 31. Januar 1944 in Bergamo verhaftet, waren zuerst im Gefängnis Sant’Agata eingesperrt und wurden dann in das Durchgangslager Fossoli überstellt. Am 5. April 1944 wurden beide mit dem Konvoi No. 9 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Unmittelbar nach der Ankunft in Auschwitz am 10. April 1944 wurde die Mutter von Ilda Sonnino in einer Gaskammer ermordet, sie selbst wurde registriert, tätowiert und zur Zwangsarbeit eingeteilt. Ihre Häftlingsnummer war 76841. Auch Ilda Sonnino verlor im Zuge der Shoah ihr Leben, und zwar Ende Januar oder Anfang Februar 1945 im KZ Bergen-Belsen.CDEC: Ilda Sonnino, abgerufen am 10. Juli 2022