mini|Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo, Gemälde Madonna con Bambino e Santi des Malers Carpoforo Tencalla aus Bissone

Gravesano ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Taverne im Bezirk Lugano.

Geographie Die Gemeinde liegt im mittleren Abschnitt des Valle del Vedeggio (Vedeggiotal) an dessen westlicher Talflanke. Der heute kanalisierte Vedeggio, der zuvor die östliche Gemeindegrenze markierte, verläuft heute nicht mehr auf Gemeindegebiet. Die westliche Grenze verläuft am Hang des Monte Ferraro, während die südliche und nördliche Grenze grösstenteils von zwei kleineren Bächen gebildet wird.

Der ehemalige Weiler Grumo ist heute mit Gravesano zusammengewachsen und bildet ein eigenes Quartier. Er gab einem mittelalterlichen Burgbezirk den Namen, zu dem vermutlich Gravesano, Manno und Bedano gehörten.

Die Nachbargemeinden sind im Norden Bedano, im Osten Lamone, im Süden Manno TI und im Westen Alto Malcantone.

Geschichte Das Dorf findet sich 1254 als de Gravaxana erstmals erwähnt. Das Schloss an der Strasse von Ponte Tresa TI auf den Monte Ceneri beherbergte 1004 König Heinrich II. (HRR) und später auch Friedrich I. (HRR) Barbarossa auf seinem Zug nach Italien 1162. In Gravesano sind Güter und Rechte des Klosters San Pietro in Ciel d’Oro von Pavia und des Bischofs von Como verbürgt.

Gravesano bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Gravesano (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati

Bevölkerung Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Santi Pietro und Paolo bewahrt u. a. das Gemälde Madonna con Bambino e Santi des Malers Carpoforo TencallaSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 384. Pfarrhaus mit Madonna mit Kind und HeiligeMadonna col Bambino e i Santi Giuseppe, Andrea, Giacomo Maggiore, Francesco, Domenico e Carlo Borromeo, um 1680, Öl auf Leinwand, 199 × 135 cm. Casa Scherchen (im alten Dorfkern), Architekt: Martin Wagner.

Verkehr Durch die Gemeinde verläuft die Hauptstrasse 398, die in Lamone an der Hauptstrasse 2 endet. Gegen Süden führt sie an den Autobahnanschluss Lugano-Nord der A2 und weiter bis zur italienischen Grenze.

Kultur Ars Viva Orchestra

Sport Football Club Gravesano BedanoFootball Club Gravesano Bedano

Persönlichkeiten Andrea Antonini (* um 1710 in Gravesano; † nach 1770 ebenda), Richter am Tribunal von Wien; er liess den Sankt Karlsaltar in der Kirche von Gravesano bauen.Celestino Trezzini: Andrea Antonini. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Altheus – Arduser. Attinger, Neuenburg 1921, S. 370 (unibe.ch [PDF; 28,9 MB]). Carlo Insermini (* um 1716 in Gravesano; † 1801 ebenda), Stuckateur, Architekt am Hof der Herzöge von ParmaCarlo Insermini. In: Gian Alfonso Oldelli: Dizionario storico-ragionato degli uomini illustri del canton Ticino. Band 1, S. 98, Francesco Veladini, Lugano 1807 (PDF Digitalisat), (italienisch) auf books.google.ch/ Francesco Rusca (* 1727 in Serocca d’Agno; † 29. August 1811 in Gravesano), Pfarrer von Gravesano 1765 bis zu seinem Tode, apostolischer Protonotar, 1748 Delegierter der Bistümer Como und Mailand zu der Gesandtschaft der regierenden Orte zur Regelung der Jurisdiktionsfrage von GnoscaCelestino Trezzini: Francesco Rusca. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz S. 766 (PDF Digitalisat, abgerufen am 13. Oktober 2017) Ippolito Cremona (* 2. Februar 1777 in Gravesano; † 5. Januar 1844 in Genua), Architekt und Ingenieur, er arbeitete lange Zeit in der Gegend von Genua. Professor der Architektur und Dekoration an der Kunstakademie von Genua 1818, Architekt der Stadt Rapallo 1822, wo er seit 1815 arbeitete. Er zeichnete den Plan von Nostra Donna dell’Orto in Chiavari, die Fassade der Sankt Karlskirche in Turin, des Denkmals beim San Tommaso-Tor in Genua, beendigte den von Domenico Cervetto begonnenen Palast der Foraggiana all’Acque Verdi von Genua.Celestino Trezzini: Cremona. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel - Egnach. Paul Attinger, Neuenburg 1924, S. 643 (PDF Digitalisat), abgerufen am 14. Oktober 2017. Von seinen zahlreichen Bauten sind nur einige Fassaden erhalten. Auch das von ihm entworfene Theater in La Spezia wurde später umgebautIppolito Cremona Werke (mit Bild) auf fondazioneaat.ch Matteo Rusca (* 1806 in Arosio TI; † nach 8. September 1885 ebenda), Stuckateur, Wohltäter; 1893 wurde dank der Stiftung Matteo Rusca eine Sekundar- und Zeichenschule in Gravesano eingerichtetGiacinto Albonico: Il prof. Matteo Rusca. I beni della fondazione Rusca. In: L’Educatore della Svizzera Italiana. November 1929 und Februar 1931 Hermann Scherchen (1891–1966), deutscher Dirigent und Komponist Franco Lepori (* 1941; † 20. März 1998 in Torricella-Taverne), Pädagoge, ehemaliger Direktor des Ufficio Insegnamento Medio des Kantons Tessin; Gründer der Scuola media Unica (1974). Er starb wegen eines Autounfalls beim Tunnel des Dosso di Taverne. Er wohnte in GravesanoFranco Lepori Pädagoge (italienisch) auf m4.ti.ch/fileadmin/DECS/DS/Rivista_scuola_ticinese Fabio Contestabile (1954–2022), studierte italienische und französische Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und unterrichtete an mehreren Schulen im Kanton Tessin, Schriftsteller, wohnte in Gravesano

Literatur Siro Borrani: Il Ticino Sacro. Memorie religiose della Svizzera Italiana raccolte dal sacerdote Siro Borrani prevosto di Losone. Tipografia e Libreria Cattolica di Giovanni Grassi, Lugano 1896.

Laura Facchin: I Portugalli di Mugena a Livorno. In: Arte&Storia. Band 14, 2014, S. 302–315. Raimondo Locatelli: Gravesano e la sua gente. Verlag Comune di Gravesano, Gravesano 2010. Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 384. Giovanni Maria Staffieri: Gravesano. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 81. Celestino Trezzini: Gravesano. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Egloff – Güttingen. Attinger, Neuenburg 1926, S. 725 (Digitalisat [PDF; 32,0 MB]).

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Gravesano Amt für Statistik des Kantons Tessin: Gravesano (italienisch) Gravesano: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ersterwähnung 1254