Der Real Club Deportivo Mallorca () ist ein spanischer Fußballverein aus Palma auf der Insel Mallorca. Gegründet wurde der Verein am 5. März 1916. Er spielt in der Primera División.
Der RCD Mallorca spielt in roten Trikots, schwarzen Hosen und schwarzen Stutzen. Seine Heimspiele trägt der Verein seit 1999 im Estadi Mallorca Son Moix aus, das 23.142 Zuschauer fasst. Vorher hatte der Klub im Estadio Lluis Sitjar gespielt.
Geschichte mini|links|LTU-Airbus mit Logo des RCD Mallorca Der älteste Klub der Balearen wurde am 5. März 1916 von Adolfo Vázquez Humasqué gegründet. Er nannte den Verein zuerst nach dem König Junta Directiva del Alfonso XIII FBC. Später wurde der Verein dann zu Real Sociedad Alfonso XIII, um dann 1931 aus politischen Gründen in Club Deportivo Mallorca umbenannt zu werden. Das Wort Real wurde dann 1949 hinzugefügt.
Zwischen 1960 und 1990 spielte RCD Mallorca überwiegend in der zweithöchsten spanischen Spielklasse, der Segunda División. Der Verein schaffte mehrmals den Aufstieg in die Primera División, konnte sich allerdings immer nur wenige Jahre am Stück in der obersten Liga halten. Zwischen 1975 und 1981 erfolgte ein kurzzeitiger Absturz in die Dritt- und Viertklassigkeit.
Ende der 1990er Jahre begann der erfolgreichste Zeitabschnitt der Vereinsgeschichte: Zwischen 1997 und 2013 spielte RCD Mallorca 16 Saisons lang durchgehend in der ersten Liga, die besten Platzierungen in der Liga wurden dabei in den Spielzeiten 1998/99 und 2000/01 erreicht, in denen der Verein jeweils den dritten Platz in der Abschlusstabelle belegte. Unter dem argentinischen Trainer Héctor Cúper rückte Mallorca im spanischen Pokalwettbewerb 1997/98 bis ins Finale vor und verlor dort erst im Elfmeterschießen gegen den FC Barcelona. Da Barcelona sich als spanischer Meister bereits für die Champions League qualifiziert hatte, war Mallorca als Pokal-Zweiter für den Europapokal der Pokalsieger 1999 startberechtigt. Auch dort erreichte man das Finale, in dem man Lazio Rom mit 1:2 unterlag. Im Jahr 2003 wurde Mallorca unter Trainer Gregorio Manzano erstmals spanischer Pokalsieger. Im Finale des Copa del Rey 2002/03 setzt man sich durch Tore von Walter Pandiani und Samuel Eto’o mit 3:0 gegen Recreativo Huelva durch.
Im August 2008 gab der damalige Präsident Mateu Alemany 93 Prozent seiner Aktien an eine Investmentgruppe ab. Laut spanischen Medien betrug der Kaufpreis vier bis fünf Millionen Euro. Alemany hatte seine Anteile an dem Verein für 1,5 Millionen Euro von dem Bauunternehmer Vicenc Grande abgekauft. Neuer Besitzer wurde die Grupo Safin, eine Consulting- und Buchhaltungsfirma.
Am 20. Mai 2010 wurde bekanntgegeben, dass Trainer Gregorio Manzano den Verein aus finanziellen Gründen verlassen würde. RCD Mallorca hatte damals Berichten zufolge 60 Mio. Euro Schulden. Die UEFA gab am 22. Juli 2010 bekannt, dass Mallorca von der UEFA Europa League 2010/11 ausgeschlossen werde. Als Grund nannte der Verband die hohe Überschuldung des Vereins.
Im November 2010 stieg der deutsche Manager Utz Claassen als Investor bei Mallorca ein und wurde Mitglied im Verwaltungsrat. Der Club stieg am Ende der Saison 2012/13 in die Segunda División ab.
Claasen wurde im Dezember 2014 zum Präsidenten des Clubs gewählt. Von Januar 2015 bis Januar 2016 hielt er die Mehrheit der Aktien am Club und wurde Consejero Delegado (Geschäftsführer). Im Januar 2016 erwarb die Liga ACQ Lagacy Partners LLC für rund 20,62 Millionen Euro 80 Prozent der Anteile. Die Investorengruppe gehört dem Eigentümer der Phoenix Suns, Robert Sarver, dem Vizepräsidenten der Phoenix Suns, Andy Kohlberg, und dem zweimaligen NBA-MVP Steve Nash. Die restlichen 20 Prozent hält weiterhin Utz Claassen. (englisch)
Vom 10. Februar 2015 bis zum Saisonende war der Spanier Miquel Soler Cheftrainer des RCD Mallorca. Zu Beginn der Saison 2015/16 trainierte Albert Ferrer die erste Mannschaft. Ziel des ehemaligen Barca-Spielers war es, im Jahr des 100-jährigen Bestehens des Clubs wieder in die Primera Division aufzusteigen; allerdings wurde er im Verlauf der Saison durch seinen Co-Trainer Pepe Gálvez ersetzt; der Verein verpasste den Aufstieg deutlich. Am Ende der Folgesaison stieg Real Mallorca in die dritte Liga ab. In der darauffolgenden Saison 2017/18 gelang der direkte Wiederaufstieg in die Segunda División. Am Ende der Saison 2018/19 setzte sich RCD Mallorca in der Aufstiegsrunde gegen Deportivo La Coruña durch und kehrte in die Primera División zurück. Ein Jahr später stieg der Verein erneut in die Segunda División ab, in der Saison 2020/21 gelang jedoch der direkte Wiederaufstieg ins spanische Oberhaus. Am 22. März 2022 wurde Trainer Luis García nach einer Niederlage gegen Espanyol Barcelona entlassen. Der Club stand mit 26 Punkten auf dem 18. Tabellenplatz und war vom erneuten Abstieg bedroht. Garcias Posten übernahm für die letzten Partien der Saison der frühere mexikanische Nationalmannschaftstrainer Javier Aguirre. Für ihn ist es die sechste Station bei einem spanischen Club. Am Ende der Saison 2021/22 belegte der Club Platz 15 und verblieb somit in der ersten Liga.
In der Saison 2022/23 erreichte Mallorca in der Liga den neunten Platz und damit die beste Platzierung seit elf Jahren. In der anschließenden Spielzeit hatte Mallorca wieder vermehrt mit dem Abstieg zu kämpfen, setzte sich am Ende aber noch auf den 15. Platz fest. Wesentlich bedeutender war in dieser Saison jedoch das Erreichen des Endspiels in der Copa del Rey. Nach verhältnismäßig einfachen Gegnern folgte im Viertelfinale mit dem FC Girona, der in dieser Saison einen ungewöhnlichen Lauf hatte, erstmals ein echter Hochkaräter. Mallorca kam innerhalb der ersten Halbzeit zu einer 3:0-Führung, am Ende gewann der Klub mit 3:2. Im Halbfinale wartete mit Real Sociedad jedoch keineswegs ein einfacherer Gegner. Zuhause gab es ein 0:0, das Rückspiel in San Sebastián endete mit 1:1 ebenfalls ohne Sieger. Schlussendlich setzte sich Mallorca im Elfmeterschießen durch und zog so erstmals seit 21 Jahren ins Finale ein. Dort traf man auf Athletic Bilbao, das den Pokal seit 40 Jahren nicht mehr gewinnen konnte. Erneut standen ein 1:1 und die Entscheidung im Elfmeterschießen zu Buche. Diesmal war jedoch der Klub aus Bilbao stärker, allerdings werden dafür beide Klubs im Jänner 2025 in der Supercopa de España spielen.
Ligazugehörigkeit
Aktueller Kader 2026/27 Nr. Nat. Name Geburtsdatum im Verein seit Vertrag bis Torhüter 1 Arnau Tenas 2026 2027 13 Lucas Bergström 2025 2027 25 Iván Cuéllar 2023 2027 Abwehrspieler 3 Toni Lato 2023 2027 4 David López 2024 2027 5 Alberto Moreno 2026 2027 15 John Donald 2026 2027 21 Antonio Raíllo 2016 2027 22 Aboubaka Soumahoro 2026 2027 24 Martin Valjent 2019 2029 34 Miguel Calatayud 2026 2027 Mittelfeldspieler 2 Guille Fernández 2026 2031 6 Antonio Sánchez 2018 2027 7 Álex Sala 2026 2027 8 Manu Morlanes 2023 2028 10 Sergi Darder 2023 2028 20 Pablo Torre 2025 2029 28 Jan Salas 2025 2029 Stürmer 9 Abdón Prats 2017 2028 11 Zito Luvumbo 2026 2027 14 Daniel Luna 2024 2028 16 Adam Buksa 2026 2027 17 Arnau Puigmal 2026 2029 18 Adrián Fuentes 2026 2030 19 Josep Cerdà 2026 2030 23 Antoniu Roca 2026 2027 30 Justin-Noël Kalumba 2026 2029 33 Adrián Liso 2026 2027 Stand: 27. September 2026
Bekannte ehemalige Spieler
Trainer Saison Trainer 1923/24 – 1924/25 Ferry Proks „Zoubek“ Panzita 1924/25 – 1926/27 Ferrà / Llauger 1926/27 – 1929/30 Antoni Socias 1930/31 Jack Greenwell 1931/32 Paco Tomás 1932/33 – 1934/35 Antoni Socias 1935/36 Alzamora 1935/36 – 1937/38 Guzmán 1938/39 - 1939/40 – 1940/41 Francisco Pagazaurtundúa 1940/41 Alzamora 1941/42 – 1942/43 Prat 1943/44 Cristóbal Martí 1944/45 Castro 1945/46 – 1946/47 Patricio Caicedo 1946/47 – 1947/48 Cristóbal Martí 1948/49 Balaguer 1948/49 Teodoro Mauri 1949/50 Patricio Caicedo 1949/50 – 1953/54 Satur Grech 1953/54 Rotger 1954/55 – 1955/56 Pau Vidal 1955/56 Esteban Platko 1956/57 Andreu Quetglas 1957/58 Miquel Gual 1958/59 – 1960/61 Juan Carlos Lorenzo 1960/61 José Luis Saso 1961/62 Satur Grech 1961/62 – 1962/63 José Luis Saso 1962/63 Jaume Turró 1963/64 Arturo Llopis 1964/65 Juan Ramón 1964/65 – 1965/66 César Rodríguez 1965/66 Héctor Rial 1966/67 José Iglesias „Joseíto“ Saison Trainer 1967/68 Vicente Dauder 1967/68 Juan Carlos Lorenzo 1967/68 Jaume Turró 1968/69 Vicente Sasot 1968/69 – 1969/70 Forneris / Sergio Rodríguez 1969/70 Sabino Barinaga 1970/71 Luke „Chopper“ Gray 1970/71 – 1971/72 Juancho Forneris 1971/72 Otto Bumbel 1971/72 – 1972/73 José Luis Saso 1972/73 Juancho Forneris 1973/74 Manuel Martínez „Manolín“ 1973/74 – 1974/75 César Rodríguez 1974/75 Hugo Villamide 1974/75 Alfredo Vera 1974/75 – 1975/76 Manolo de la Torre 1976/77 Luis Costa 1977/78 Sánchez Alexanco 1977/78 – 1978/79 Juancho Forneris 1978/79 Enrique Agustí 1978/79 Andreu Quetglas 1979/80 – 1981/82 Antonio Oviedo 1981/82 – 1982/83 Lucien Muller 1983/84 Koldo Aguirre 1983/84 Marcel Domingo 1984/85 Manolo Villanova 1985/86 Benito Joanet 1985/86 – 1987/88 Llorenç Serra Ferrer 1987/88 Lucien Muller 1988/89 Ivan Brzić 1988/89 – 1992/93 Lorenzo Serra Ferrer 1992/93 – 1994/95 Jaume Bauzá 1994/95 Nando Pons 1994/95 – 1995/96 José Antonio Irulegui 1995/96 José Manuel Esnal Saison Trainer 1995/96 – 1996/97 Víctor Muñoz 1996/97 Tomeu Llompart 1997/98 – 1998/99 Héctor Cúper 1999/2000 Mario Gómez 1999/2000 Fernando Vázquez 2000/01 Luis Aragonés 2001/02 Bernd Krauss 2001/02 Sergije Krešić 2001/02 Tomeu Llompart 2002/03 Gregorio Manzano 2003/04 Jaime Pacheco 2003/04 Luis Aragonés 2003/04 – 2004/05 Tomeu Llompart 2004/05 Benito Floro 2004/05 – 2005/06 Héctor Cúper 2005/06 – 2009/10 Gregorio Manzano 2010/11–2011 Michael Laudrup 2011–2013 Joaquín Caparrós 2013 Gregorio Manzano 2013–2014 José Luis Oltra 2014 Lluís Carreras 2014–2015 Waleri Karpin 2015 Miquel Soler 2015 Chapi Ferrer 2015–2016 José Gálvez Estévez 2016 Fernando Vázquez 2016–2017 Javier Olaizola 2017 Sergi Barjuán 2017–2020 Vicente Moreno 2020–2022 Luis García 2022–2024 Javier Aguirre 2024–2026 Jagoba Arrasate 2026– Martín Demichelis
Erfolge mini|1998 konnte Mallorca gegen den FC Barcelona die Supercopa de España gewinnen
Finalist Europapokal der Pokalsieger: 1999
Spanischer Pokal Sieger: 2003 Finalist: 1991, 1998, 2024
Spanischer Superpokal Sieger: 1998 Finalist: 2003
Segunda División Meister Süd: 1960, 1965
Weblinks rcdmallorca.es: Offizielle Website (spanisch)
Einzelnachweise
Mallorca, Rcd
Kategorie:Vereinsgründung 1916