Das Lassa-Virus, (wissenschaftlich Lassa mammarenavirus, LASV) Erreger des Lassa-Fiebers, ist eine Spezies (Art) behüllter einzel(−)-Strang-RNA-Viren (ss(−)RNA) der Gattung aus der Familie Arenaviridae. Wie das Lujo-Virus gehört es innerhalb dieser Gattung zur Gruppe der Altwelt-Arenaviren. Etwas weitläufiger verwandt sind Neuwelt-Arenaviren wie die Erreger des Junin-Fiebers und des Machupo-Fiebers.sowie die beiden Spezies Chapare-Virus und Tacaribe-Virus Sie alle werden der höchsten Risikogruppe 4 zugeordnet.

Mit Stand März 2018 war das Lassa-Fieber endemisch in folgenden afrikanischen Staaten: Benin, Ghana, Guinea, Liberia, Mali, Nigeria, Sierra Leone und Togo. Darüber hinaus wurde über Infektionen in Zentralafrikanische Republik, Senegal, und anderen afrikanischen Staaten berichtet.Travel Health Pro: Public Health England: #Lassa fever on the increase in West Africa. Auf: travelhealthpro.org.uk vom 14. März 2018.

Entdeckung Im Jahr 1969 erkrankte die Missions-Krankenschwester Laura Wine an einer mysteriösen Krankheit, mit welcher sie sich bei einer Patientin in der Geburtshilfe in Lassa, einem Dorf im Bundesstaat Borno, Nigeria, infizierte.Ross I. Donaldson: The Lassa Ward: One Man’s Fight Against One of the World’s Deadliest Diseases. St. Martin’s Press, New York 2009, ISBN 978-0-312-37700-7., Centers of Disease Control and Prevention, Atlanta, US Department of Health & Human Services Sie wurde anschließend in die nigerianische Stadt Jos gebracht, wo sie verstarb. In der Folge wurden zwei weitere Personen infiziert, darunter die zweiundfünfzigjährige Krankenschwester Lily Pinneo, die sich um Laura Wine gekümmert hatte. Proben aus Pinneo wurden an die Yale University in New Haven, geschickt, wo erstmals ein neues Virus, heute als Lassa mammarenavirus bezeichnet, isoliert wurde. 1972 wurde festgestellt, dass die Natal-Vielzitzenmaus Mastomys natalensis das Hauptreservoir des Virus in Westafrika ist und als Überträger das Virus im Urin und im Stuhl ausscheiden kann, ohne sichtbare Symptome zu zeigen.

Systematik

Für die folgenden drei Subtypen wurden Daten zur Genom-Sequenz in Sequenzdatenbanken hinterlegt:Michael D. Bowen et al.: Genetic Diversity among Lassa Virus Strains. In: Journal of Virology. Band 74, Nr. 15, August 2000, S. 6992–7004, , PMID 10888638Deborah U. Ehichioya et al.: Current Molecular Epidemiology of Lassa Virus in Nigeria. In: Journal of Clinical Microbiology. Band 40, 2010, doi:10.1128/JCM.01891-10. Isolat LP – Prototyp aus Nordost-Nigeria (mit dem Dorf Lassa) (‚Lineage I‘) Isolat 803213 – aus Süd-Nigeria (‚Lineage II‘) Isolat GA391 – aus Zentralnigeria (‚Lineage III‘) Isolat Josiah – aus Sierra Leone, Liberia und Guinea (‚Lineage IV‘)

Meldepflicht In Deutschland ist der direkte oder indirekte Nachweis eines Lassavirus namentlich meldepflichtig nach des Infektionsschutzgesetzes, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. Die Meldepflicht betrifft in erster Linie die Leitungen von Laboren ( IfSG).

In der Schweiz ist der positive und negative laboranalytische Befund zu einem Lassa-Virus für Laboratorien meldepflichtig und zwar nach dem Epidemiengesetz (EpG) in Verbindung mit der Epidemienverordnung und der Verordnung des EDI über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen.

Weblinks

Lassa virus. The Universal Virus Database of the International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTVdB) Replikation – Einzelsträngige (ss)-RNA-Viren, Veterinärmedizinische Universität Wien (via WebArchiv)

Einzelnachweise

Kategorie:Virusspezies Kategorie:Meldepflichtiger Erreger