Der fast offene Zentralvokal (im Fachjargon auch als Tiefschwa, a-Schwa oder Lehrer-SchwaHans Altmann, Ute Ziegenhain: Phonetik, Phonologie und Graphemik fürs Examen. 2. Aufl., Vandenhoeck & Ruprecht, 2007, S. 60 („[…] beim Suffix -er (»Lehrer-Schwa«) […]“) bezeichnet – zu unterscheiden vom mittleren Zentralvokal ə-Schwa ) ist ein Vokal, der in verschiedenen Sprachen vorkommt. Das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) verwendet das Symbol für diesen Laut.

Beispiele Lautliche und orthographische Realisierung des fast offenen Zentralvokals in verschiedenen Sprachen: Bulgarisch: ъ: въздух [] ‚Luft‘ Deutsch: der , Ohr , Kinder Russisch: unbetontes о: человек [] ‚Mensch‘; Москва [] ‚Moskau‘ Portugiesisch: unbetontes a in Auslaut: lua [] ‚Mond’

Verwendung im Deutschen Im Deutschen erscheint das Tiefschwa besonders in Reduktionssilben.

Es gibt kein spezielles Schriftzeichen für diesen auch das 'vokalisierte R' genannten Vokal. Häufig wird aber ein Wort, das mit einer unbetonten Silbe auf -er endet, mit einem fast offenen Zentralvokal ausgesprochen. Beispiele: Messer [], bitter [].

Es gibt etliche Minimalpaare, an denen der Unterschied zwischen dem Tiefschwa und einem gewöhnlichen [a] demonstriert werden kann, z. B. Leder/Leda []/[], klarer/Klara []/[], Aster/Asta []/[], Meter/Meta []/[].

Die Aussprache von -er als [] anstelle von [] und somit fehlende Unterscheidbarkeit von -er/-a ist typisch für manche Dialekte bzw. Regiolekte, wie z. B. dem Berlinischen.

Siehe auch Rundung (Phonetik) Vokal Zentralvokal

Einzelnachweise

Kategorie:Vokal