alternativtext=Ein Kleindenkmal, verputzter gemauerter Bilderstock mit zwei oben abgerundeten, übereinander stehenden und metallvergitterten Öffnungen|mini|Kleindenkmal (Bildstock), Am Bilderstöckchen/Longericher Straße mini|Die Hochbahn der Gürtelstrecke am Parkgürtel mini|Links: Der Blücherpark, Mitte: Die Bundesautobahn 57
Bilderstöckchen ist ein Stadtteil im Norden Kölns. Er wurde 1969 aus Teilen der Stadtteile Neu-Ehrenfeld, Ossendorf und Nippes gebildet.
Lage Der Stadtteil ist 376 Hektar groß und befindet sich zwischen einem Bahndamm, dem stillgelegten Rangierbahnhof Köln-Nippes, dem zum Nippeser Stadtbezirk gehörenden Blücherpark, Kiesgruben und der Bundesautobahn 57. In der Nähe befindet sich der Haltepunkt Geldernstraße/Parkgürtel der Deutschen Bahn und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg. Unterirdisch befindet sich der U-Bahnhof der Kölner Verkehrs-Betriebe. mini|zentriert|Stadtbahnstation Escher Straße Nach Norden schließt sich heute ein neues Gewerbegebiet zwischen Longericher Straße und Robert-Perthel-Straße an. mini|zentriert|Gewerbegebiet am Cölln Parc
Geschichte Vor- und Frühgeschichtliche In der ehemaligen Kiesgrube Ritz, Bilderstöckchen Escher Str. – zwischen Äußere Kanalstraße und Fröscherweg kam bei Baggerarbeiten im Jahr 1960 ein eiszeitliches Fundstück ans Tageslicht. Ein Fundbericht (60.16) des RGM Köln erwähnt einen „Eiszeitfund“, der in einem Grundwasserteich der damaligen, heute fast verfüllten Kiesgrube, aus ca. 18 m Tiefe unter der Geländeoberfläche ans Tageslicht kam. Es war der obere Teil eines relativ gut erhaltenen Mammutstoßzahns. Der abgebrochene Stoßzahn des Ur-Tieres (das letzte Mammut soll vor etwa 4000 Jahren gelebt haben) hatte noch eine verbliebene Länge von 50 cm, sein Durchmesser betrug maximal Ø 6,5 cm. Das Fundstück erhielt im RGM der Stadt die Inventar-Nr.60.205. Kölner Jahrbuch 12 Tätigkeitsberichte 1960, S,138, Neuzeit Der Name Bilderstöckchen kommt von einem Bilderstock oder Heiligenhäuschen, das als Grenzmarke urkundlich erstmals 1556 erwähnt wurde und dem Stadtteil seinen Namen gab. Mit dem Bau des Bahnhofs Nippes im Jahre 1898 und des Schlachthofes entstanden an der heutigen Escher Straße die ersten Wohnhäuser. Durch die Nippeser Bau- und Spargenossenschaft erfolgte der Bau von Häusern an der Nievenheimer Straße in der Nähe des Nippeser Friedhofs. 1903 wurde eine Schule an der heutigen Osterather Straße errichtet, die vor ihrer Umbenennung Ossendorfer Straße hieß. Dieser heute zu Bilderstöckchen gehörende Teil zählte einst zum Vorort Nippes. Mit dem Bau eines Artilleriedepots im Jahre 1909 stagnierte zunächst der Bau von Bilderstöckchen. In den 1920er Jahren wurden einige wenige Mietshäuser gebaut. 1924 errichtete die Milchversorgung Köln GmbH einen zentralen Milchhof an der Geldernstraße 46, der ab 1965 von der Milchversorgung Rheinland weiter ausgebaut wurde (Betreiber zurzeit: FrieslandCampina Germany). Als in den 1930er Jahren die Stadt Köln das ehemalige militärische Gebiet besaß, wurde mit Hilfe der Siedlungsgesellschaft Am Bilderstöckchen und verschiedener katholischer Organisationen zunächst ein Umbau der Depothallen in Wohnungen durchgeführt. Als erstes Mietwohnungsgebäude der Siedlungsgesellschaft wurden 1937 die zehn jeweils 150 Meter langen Hallenbauten in Reihenhäuser umgebaut. mini|links|Das Dreikönigsgymnasium (2025) nach Neubau und Renovierung mini|Grundschule Osterather Straße Nach dem Umzug seit 1977 befindet sich das Dreikönigsgymnasium an der Escher Straße 247. Neben dem Familienzentrum Bilderstöckchen und der Gemeinschaftshauptschule Bilderstöckchen an der Reutlinger Straße gibt es die KGS und GGS Alzeyer Straße und die GGS Osterather Straße.
Kultur und Freizeit Der Blücherpark entstand zwischen 1910 und 1913 als einer der ersten Volksparks in Köln. Zunächst war er an Neuehrenfeld angebunden und zählt zu einem wichtigen Erholungsraum.
Bauten Heckhof, errichtet 1850–1860 Wegekreuz, befindet sich am Heckhof, errichtet 1860 Bildstock um 1860 Gedenkkreuz, an der Longericher Straße, errichtet 1717 Das Kreuz befindet sich eigentlich in Longerich und wurde von Unbekannten zerstört. Sichtbar ist nur noch ein Rest des Schaftes. Früher hat das Kreuz weit abgelegen von den Ortschaften im Feld gestanden. 1910 wurde es im Bahndamm in Bilderstöckchen eingebaut. Vor Jahren wurde es am Dädalusring im Park aufgestellt. Dort war bei der Fronleichnamsprozession gelegentlich ein Segenaltar. Die nur noch zum Teil lesbare Inschrift des Kreuzes aus Trachyt berichtet, dass Matheis Schramm am 21. August 1717 nachts um 11 Uhr starb evangelische Nathanaelkirche von 1965
Diese Liste ist nicht abschließend und nennt nur einige bedeutende Bauten, die derzeit im Denkmälerverzeichnis der Stadt Köln verzeichnet sind bzw. stadtteilweit bekannt sind.
Bevölkerungsstruktur
Struktur der Bevölkerung von Köln-Bilderstöckchen (2021):
Durchschnittsalter der Bevölkerung: 40,2 Jahre (Kölner Durchschnitt: 41,4 Jahre) Ausländeranteil: 28,3 % (Kölner Durchschnitt: 19,3 %) Arbeitslosenquote: 11,3 % (Kölner Durchschnitt: 8,6 %)
Kirchen und Gemeinden mini|Nathanaelkirche
Katholische Kirchengemeinden Heiliger Franz von Assisi, Pfarrkirche der gleichnamigen Gemeinde mit den Kirchen St. Franziskus, St. Joseph und bis 2016 auch St. Monika im Dekanat Nippes
Evangelische Kirchen Nathanael-Kirchengemeinde
Evangelische Freikirchen Lebenswert-Stadtkirche mini|zentriert|Edith-Stein-Kapelle (2016) Kapellen Edith-Stein-Kapelle
Persönlichkeiten Ernst Fresdorf, Liegenschaftsdezernent 1932/33 und 1950–54, Nachfolger des langjährigen Dezernenten Bruno Matzerath
Siehe auch Liste der Baudenkmäler im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen
Literatur Kölner Jahrbuch für Vor- und Frühgeschichte. Herausgeber: RGM und Archäologische Gesellschaft Köln. Verlag Gebrüder Mann, Berlin 1971. ISBN 3-7861-1054-9 25 Jahre Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft „Am Bilderstöckchen“ GmbH Köln. 1957. Handbuch des Erzbistums Köln. Bd. 1, 26. Ausgabe Köln 1966, S. 233. Heinz-Detlev Dunkel: Bilderstöckchen … auch ein Stadtteil. SB-Verlag, 1993 Reinhold Kruse: Das Bilderstöckchen in Köln-Bilderstöckchen. 1. Auflage, Köln 2019. Reinhold Kruse, Der Blücherpark in Köln-Bilderstöckchen. 1. Auflage, Köln 2024, ISBN 978-3-9804119-7-4
Weblinks
Offizielle Webseite der Stadt Köln zum Stadtteil Bilderstöckchen Offizielle Website der Bilderstöckchen Konferenz
Belege
Bilderstöckchen