mini|Plenum des Moot Court 2019 Die John H. Jackson Moot Court Competition ist ein internationaler Moot-Court-Wettbewerb, bei dem es um das Recht der Welthandelsorganisation (WTO) geht. Der Wettbewerb simuliert ein Verfahren vor einem WTO-Panel. Die Teams aus Jurastudentinnen und -studenten bekommen einen Fall, der von Experten im internationalen Handelsrecht ausgearbeitet wurde. Sie führen Recherchen zum Thema durch, bereiten eine juristische Argumentation vor und präsentieren ihre Argumente für beide Seiten des Rechtsstreits sowohl in Schriftsätzen als auch während mündlicher Runden vor einem Panel, welches aus WTO- und Handelsrechtexperten besteht.

Organisation Der Wettbewerb im Recht der Welthandelsorganisation wird von der European Law Students’ Association (ELSA) organisiert und von der Welthandelsorganisation unterstützt. Am 23. Juli 2021 unterzeichneten ELSA und die WTO eine neue Vereinbarung, welche die Unterstützung und Beteiligung der WTO am Moot Court formalisieren soll.

Zuerst hieß der Wettbewerb ELSA Moot Court Competition on the law of the WTO (EMC2), wurde dann aber 2018 zu Ehren des amerikanischen Rechtsprofessors John Howard Jackson umbenannt. Die Durchführung des Wettbewerbs, insbesondere die Anmeldung und Zusammensetzung der Panels sowie die Durchführung und Planung der Präsenzrunden, können auch andere Gastgeber wie Universitäten durchführen.

Der Schirmherr des Wettbewerbs ist seit 2020 der ehemalige Generaldirektor der WTO, Pascal Lamy.

Sponsoren und Mitwirkende Der Wettbewerb wird von verschiedenen Anwaltskanzleien und Universitäten gesponsert.

Die akademischen Hauptunterstützer sind die Georgetown University, das World Trade Institute (WTI) der Universität Bern und die European Public Law Organisation (EPLO).

In den mündlichen Runden des Wettbewerbs beteiligen sich als „Panelists“ ehemalige Mitglieder von Panel und Appellate Body, wie Peter Van den Bossche oder Valerie Hughes sowie Hochschullehrer wie die Georgetown-Professorin Jennifer Hillman oder Rechtsanwälte wie Isabelle van Damme. Die WTO schickt dabei eigene Experten in die Panels der regionalen Runden.

Teilnehmende Universitäten Am Moot Court nehmen zahlreiche renommierte Universitäten aus aller Welt teil. Unter anderem nahmen aus den USA die Harvard Law School, und die Universität Georgetown und aus Deutschland die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, die Universität Potsdam, und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberghttps://www.hallanzeiger.de/aktuelle_lokale_nachrichten/14-03-2021-virtual-moot-court-jura-studierende-aus-halle-im-finale daran teil. 2021 gewann eine Universität aus Sri Lanka den Wettbewerb.

Im Jahr 2018 nahmen beispielsweise 99 Universitäten teil.

Struktur des Moot Court Die Schriftsätze In jedem Jahr um den 15. September wird der Fall für die kommende Durchführung des Moot Court veröffentlicht. Die Teams haben dann meist vier bis fünf Monate Zeit, Schriftsätze zu erstellen, in denen sie, ähnlich wie Anwälte, die beiden im Rechtsstreit vertretenen Länder repräsentieren. Diese werden dann nach Kriterien bewertet, die in Kombination mit den Bewertungen der zweiten Runde, darüber entscheiden, ob man in das Finale einzieht.

Die mündliche Runde Alle Teams, die Schriftsätze eingereicht haben, werden in regionale Runden eingeladen. Dort argumentiert man gegen andere Teams wie in einem Verfahren vor einem Panel des Dispute Settlement Body der WTO. Jeweils zwei Universitäten treten dabei gegeneinander an. Eine Universität vertritt dabei den Complainant (dt. den Beschwerdeführer), d. h. das Land, welches die Verletzung von WTO-Recht anprangert und das Verfahren eingeleitet hat. Die andere Universität vertritt das Land, dem eine Rechtsverletzung vorgeworfen wird. Die Vertreter beider Universitäten haben 45 Minuten Zeit ihre Argumente vorzutragen, werden jedoch von den Panelists mit Fragen zu ihren Argumenten, allgemeinem Recht der WTO oder Völkerrecht, unterbrochen. Es dürfen in den Runden jeweils nur drei Personen vortragen und jede Person darf um zwei Minuten Verlängerung bitten. Der Respondent (dt. der Antragsgegner) darf nur in dem Maße um Verlängerung bitten, die auch der Complainant genutzt hat. Nachdem beide Universitätsvertreter jeweils 45 Minuten mit Verlängerung gesprochen haben, darf der Complainant noch einmal für 5 Minuten auf die Argumente des Respondent antworten (Rebuttal, dt. Widerlegung). Auf dieses Rebuttal darf der Respondent ebenfalls mit 5 Minuten antworten (Sur-Rebuttal).

Das Finale Die 25 Teams, die in den regionalen Runden ausgewählt wurden, werden nach Genf zur WTO eingeladen. Der Ablauf des Verfahrens ändert sich in dieser Runde nicht. Bei der Abschlusszeremonie ist zumeist auch die Generaldirektorin oder der Generaldirektor der WTO präsent.

Neben der Auszeichnung des Gewinners werden auch noch Auszeichnungen für den besten Redner und die besten Schriftsätzen, jeweils für beide Seiten und allgemein, vergeben. Die Auszeichnung für die besten Schriftsätze des Respondent wurde beispielsweise nach der kanadischen Juristin und ehemaligem WTO-Panelmitglied Valerie Hughes benannt.

Bisherige Veranstaltungen (Quelle:) Gewinner +JahrGewinner1.2002-03University College London, Vereinigtes Königreich2.2003-04London School of Economics, Vereinigtes Königreich3.2004-05City, University of London, Vereinigtes Königreich4.2005-06Universität Sydney, Australien5.2006-07Universität Melbourne, Australien6.2007-08Universidad de los Andes, Kolumbien7.2008-09Universität Melbourne, Australien8.2009-10National University of Law, Indien9.2010-11Universität Melbourne, Australien10.2011-12Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung, Schweiz11.2012-13Päpstliche Universität Xaveriana, Kolumbien12.2013-14Universität Athen, Griechenland13.2014-15National University of Law, Indien14.2015-16Päpstliche Universität Xaveriana, Kolumbien15.2016-17Harvard Law School, USA16.2017-18Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung, Schweiz17.2018-19Strathmore University, Kenia18.2019-20Government Law College, Mumbai, Indien19.2020-21Universität Colombo, Sri Lankahttps://www.themorning.lk/sl-team-emerges-victorious-at-the-john-h-jackson-moot-court-competition-for-the-first-time/20.2021-22Universität Zürich21.2022-23University of Ottawa22.2023-24Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew23.2024-25Strathmore University, Kenia24.2025-26University of Nairobi, Kenia

Bisherige Fälle +FallFallautoren1.Bohemian Union – Import Restrictions on Tuna from the Empire of Avalon.2.Dispute Concerning Mullavia - Measures Undertaken for the Establishment of the CUMCURIA ArrangementDr James Mathis3.Dispute concerning Paradise – Differential Tariff Restrictions on Food Imports from Developing CountriesProf. Robert Howse4.Subsidia – Agricultural Subsidies on Sweet Biscuits, Wheat & PorkProf. Jacques Bourgeois; Prof. David A. Gantz;

Dr. Laura Nielsen5.Factoril – Compulsory Licensing of Pharmaceutical PatentDr Tania Voon6.Teleland – Measures Affecting Telecommunications ServicesProf. Shin-yi Peng7.Ecoland – Measures Relating to Biofuels Made from Pine ConesProf. Bradly Condon8.Ipland Certain Measures Affecting the Protection and Enforcement of Intellectual Property RightsProf. Bryan Mercurio9.Russelia – Measures Affecting the Importation of Sheep and Sheep Products from AldousiaDr Tomer Broude; Dr Lukasz Gruszczynski10. Über diesen Jahrgang sind auf der Website von ELSA keine Informationen abrufbar11.Fixitania – Certain Measures affecting Financial Services and Influencing the Exchange-rateChristoph Herrmann12.Aquitania – Measures Affecting Water Distribution and Sewage Collection ServicesMarkus Krajewski13.Viridium – Measures Affecting the Agricultural SectorNicolas Lamp14.Eriador – Measures affecting the electricity sectorAndrew Lang15.The CHIMEHA FTA between Chilo, Meco and HaitoGabrielle Marceau16.Borginia – Measures Affecting Trade in Textile ProductsProf. James J. Nedumpara17.Zycron – Certain Measures Related to Electric Vehicles Charging Points and InfrastructureMaria Anna Corvaglia; Rodrigo Polanco Lazo18.Taikon – Requirements on the Importation of Prepared Foods and Live Animals from AstorGeraldo Vidigal19.Budica – Measures relating to the importation and marketing of nutrition food barsGustavo Guarín-Duque; Julián Becerra-Sánchez;

Sara Lucía Dangón-Novoa20.Alderaan – Measures concerning permanent magnet generators for windmillsVictor Crochet; Marcus Gustafsson;21.Versania – Seizure of Vaccines in transit from ArionPramiti Parwani22.Rutenia – Carbon ChargeGracia Marin Duran, Iryna Polovets23.Alabasta – Certain measures affecting electronic goods and digital servicesMarios Tokas, Panagiotis A. Kyriakou24.Engeli – Measures Relating to Critical MineralsMichelle Limenta, Alya Mahira

Weblinks ELSA Moot Court auf wto.org Offizielle Website des Moot Courts

Einzelnachweise

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