Susan Vahabzadeh (geboren im 20. Jahrhundert in Düsseldorf) ist eine deutsche Journalistin und Filmkritikerin im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung.

Leben Susan Vahabzadeh wurde in Düsseldorf als Tochter einer deutschen Mutter und eines persischen Vaters geboren.

Vahabzadeh studierte in Frankreich Literaturwissenschaft und später Politikwissenschaft. Sie ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule in München. Zunächst wollte sie politische Journalistin werden, bevor sie sich dem Feuilleton zuwandte. Seit 1997 arbeitet sie fest für die Süddeutsche Zeitung, wo sie Porträts Kulturschaffender schrieb.

Auf Empfehlung von Arno Makowsky, Claudius Seidl und Michael Althen verfasste sie zunehmend Filmkritiken für die Zeitung. Seit dem Wechsel von Althen zur FAZ im Jahr 2001 ist Vahabzadeh Filmkritikerin im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Anlässlich der Berlinale 2005 zählte sie Der Spiegel zu „Deutschlands bekannteste(n) Filmkritiker(n)“.Lost im Bademantel, Spiegel Kultur, 26. Januar 2005 2012 wurde sie von Sight & Sound dazu eingeladen, als eine von weltweit 846 Kritikern, Kino-Programmchefs und Festival-Kuratoren an der Wahl der 100 besten Filme aller Zeiten abzustimmen.Susan Vahabzadeh. In: bfi.org.uk, abgerufen am 6. Februar 2022.The 100 Greatest Films of All Time. In: bfi.org.uk, abgerufen am 6. Februar 2022. Seit 2016 erscheint auf sueddeutsche.de ihre Videokolumne „Zoom“, in der sie über Kinopremieren spricht.

Als ihr Vorbild gibt Vahabzadeh die US-amerikanische Filmkritikerin Pauline Kael an.

Rezeption Autoren filmhistorischer und kulturkritischer Literatur bezogen sich auf ihre Artikel und zitierten sie vielfach. Darunter ist ihr Artikel über Ed Harris als Schauspieler und Regisseur des Films Pollock,Doris Berger: Projizierte Kunstgeschichte. Mythen und Images in den Filmbiografien über Jackson Pollock und Jean-Michel Basquiat, Transkript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1082-6, S. 150 ihre Kritik der Harry-Potter-Verfilmungen, denen jegliche Selbstironie fehle,Stefanie Heinen: Kampf um Aufmerksamkeit. Die deutschsprachige Literaturkritik zu Joanne K. Rowlings "Harry-Potter"-Reihe und Martin Walsers "Tod eines Kritikers", Lit Verlag, Berlin/Münster 2007, ISBN 978-3-8258-0460-2, S. 198–205 der Artikel „Warum Tarantino Sklaverei und Holocaust vergleicht“ zum Film Django UnchainedElisa Bordin, Anna Scacchi: Transatlantic Memories of Slavery: Remembering the Past, Changing the Future, Cambria Press 2015, ISBN 978-1-60497-903-9, S. 43 ihr Lob für das Autorenkino von Mira Nair,Lisa Marie Gadatsch: Zwischen Hollywood und Bollywood. Das Autorenkino Mira Nairs, Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-09662-5, S. 345 ihre Schilderungen der in Mexiko gedrehten Szenen des Bond-Films Spectre,Reiner Boller: In einer Bar in Mexiko, Mühlbeyer Filmbuchverlag, Frankenthal 2019, ISBN 978-3-945378-53-3, S. 251 ihr Verriss des Films Männersache von Mario BarthMartin Doehlemann: Glamour und Gloria – gratis, Waxmann Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-8309-2185-1, S. 102 oder ihre Analyse, dass Guy Ritchies Sherlock-Homes-Remake Muster der Bond-Filme aufwärme.Stephanie Sommerfeld: Guy Ritchie’s Sherlock Bond, the Deerstalker and Remediation, in: Film Remakes, Adaptations and Fan Productions. Remake/Remodel, Palgrave Macmillan, London 2012, ISBN 978-1-349-44253-9, S. 53 Zur Ästhetik der Gewalt in Filmen zitierte Reinhold Zwick in dem philosophischen Band Das Böse erzählen (2017) eine frühe Filmkritik von Susan Vahabzadeh aus dem Jahr 1995 zu Der Totmacher.Reinhold Zwick: Das Böse zeigen. Überlegungen zu John McNaughtons „Henry - Portrait of a Serial Killer“, in: Eike Brock, Ana Honnacker (Hrsg.): Das Böse erzählen. Perspektiven aus Philosophie, Film und Literatur, Lit Verlag, Berlin/Münster 2017, ISBN 978-3-643-13799-9, S. 275

Neben Filmkritiken veröffentlichte sie auch Essays, Porträts und Interviews. In Das Lachen der Täter: Breivik u. a. reflektiert Klaus Theweleit anhand ihres Interviews mit dem Politikwissenschaftler Olivier Roy dessen Thesen zum Zulauf von Jugendlichen zum IS. Der Artikel „Jugend ohne Gott. Susan Vahabzadeh trifft Olivier Roy“ war am 29./30. November 2014 in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Es war kein wörtliches Interview. Vahabzadeh habe zusammenfasst, was er sagte.Klaus Theweleit: Das Lachen der Täter: Breivik u. a. Psychogramm der Tötungslust, Residenz Verlag, St. Pölten/Wien/Salzburg 2015, ISBN 978-3-7017-1637-1, S. 176–180 Mit der in Hollywood begonnenen „#MeToo“-Debatte befasste sich Vahabzadeh 2018 in mehreren Artikeln. Birgit Sauer nahm ihre Forderung nach einem „neuen Geschlechtervertrag“ auf, der den „sexuellen Unterwerfungsvertrag“, wie ihn Carole Pateman als Grundlage der westlichen politischen Moderne diagnostiziert hatte, auflöst und so zur „Entgiftung“ von Männlichkeit und des Geschlechterverhältnisses beitrage.Birgit Sauer: #MeToo. Ambivalenzen und Widersprüche affektiver Mobilisierung gegen sexuelle Gewalt, In: L' homme, 30. Jahrgang, Heft 2/2019, ISBN 978-3-8471-0989-1, S. 98

Jurymitglied Susan Vahabzadeh wirkte in mehreren Jurys mit. 2004: Film School Fest Munich 2007: Innovationspreis des Beauftragten für Kultur und Medien 2019: Evangelische Filmjury

Sonstige Veröffentlichungen Held, Schmutzfink, Son of a Bitch, in: Gabriele Jatho (Hrsg.): Hommage Kirk Douglas. Jovis Verlag, Berlin 2001, ISBN 978-3-931321-75-8, S. 23–29. Porträts von Robert Evans und Julia Philipps, in: Gabriele Jatho, Hans Helmut Prinzler (Hrsg.): New Hollywood 1967 – 1976. Trouble in Wonderland. Bertz Verlag, Berlin 2004, ISBN 978-3-86505-154-7, S. 136–137, 174–175. Die Fürstin. Grace Kelly, in: Gabriele Jatho, Hans Helmut Prinzler (Hrsg.): Traumfrauen. Stars im Film der fünfziger Jahre. Bertz und Fischer, Berlin 2006, ISBN 978-3-86505-170-7, S. 94f. Gewalttherapie mit der Kamera, in: Oliver Prange (Hrsg.): Martin Scorsese. Du, Zürich 2017, ISBN 978-3-905931-78-5. Femizide. Maximale Macht. Veröffentlicht vom Goethe-Institut Brasilien, ursprünglich erschienen in der Süddeutschen Zeitung vom 25. März 2021.

Siehe auch Liste von Filmkritikern

Weblinks Susan Vahabzadeh bei der Süddeutschen Zeitung Susan Vahabzadeh bei muckrack.com

Einzelnachweise

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