Die Cyclocross-Europameisterschaften finden seit 2003 unter der Ägide des Europäischen Radsportverbands (UEC) jedes Jahr Anfang November an wechselnden Orten statt. Die Sieger haben das Recht, ein Jahr lang bei allen Cyclocross-Rennen ihrer Altersklasse das entsprechende Meistertrikot zu tragen.
Geschichte
Bereits von 1976 bis 1978 gab es so genannte Junioren-Europameisterschaften, die vom Radsport-Weltverband UCI ausgerichtet worden. Die Bezeichnung Europameisterschaft war seinerzeit auch für manche Disziplinen im Bahn- und Hallenradsport in Gebrauch. Sie diente nicht so sehr der Schaffung kontinentaler Wettkämpfe, sondern kennzeichnete die aus Sicht der UCI minder prestigeträchtigen Wettkämpfe, denen man nicht das exklusivere Prädikat Weltmeisterschaft verleihen wollte. Dieses erhielt das Juniorenrennen dann 1979. Analog dazu gab es im Rahmen der Cyclocross-Weltmeisterschaften 1995 eine erste U23-Europameisterschaft, die ab dem Jahr darauf ebenfalls als Weltmeisterschaft bezeichnet wurde.
Die ersten Cyclocross-Europameisterschaften unter Leitung des europäischen Kontinentalverbands UEC fanden am 8. November 2003 im tschechischen Tábor statt und wurden vom damaligen Staatspräsidenten Václav Klaus eröffnet.
Zunächst wurden Wettkämpfe in den drei Kategorien Frauen Elite, Männer U23 und Männer Junioren ausgetragen. Der Grund dafür war, dass vergleichsweise wenige internationale Rennen für diese Kategorien existierten, während es für die Elite der Männer einen ausgedehnten Rennkalender gab. Erst seit 2015 wird der Titel auch in der Kategorie Männer Elite vergeben. Allerdings leidet das Prestige letzteren Wettkampfs daran, dass die besten Cyclocross-Fahrer zugleich im Straßenradsport aktiv sind und meistens erst später in die Saison einsteigen; er ist daher eine Gelegenheit für die Cyclocross-Spezialisten, sich in der ersten Saisonhälfte auszuzeichnen.
Inzwischen werden die Europameisterschaften sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den Altersklassen Elite, U23 und Junioren abgehalten. 2020, während der Corona-Pandemie, mussten die Junioren-Wettkämpfe aufgrund behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden. 2023 kam ein Staffel-Wettbewerb hinzu, wie er im selben Jahr bei den Weltmeisterschaften eingeführt worden war.
2015 wurde der Sieg der Belgierin Femke Van Den Driessche in der U23-Kategorie nachträglich aberkannt. Diese wurde knapp drei Monate später bei den Cyclocross-Weltmeisterschaften 2016 disqualifiziert, nachdem in der Box ihres Teams ein Fahrrad mit Hilfsmotor gefunden worden war. Sie erhielt eine Sperre mit rückdatierter Wirkung, von der auch ihr zuvor erzielter Sieg bei der EM betroffen war. An ihrer Stelle erklärte die UEC die ursprünglich Zweite Maud Kaptheijns zur Siegerin.
Seit 2012 werden auch Cyclocross-Europameisterschaften für Masters ausgetragen. Den Anstoß dazu gab die erstmalige Austragung der Masters-Weltmeisterschaften außerhalb von Europa im amerikanischen Louisville. Die Masters-EM war im Laufe der Zeit mal eine separate Veranstaltung, so 2012, 2015 und 2016, mal waren sie Teil der Hauptveranstaltung. 2020 und 2021 fielen sie der Corona-Pandemie zum Opfer, 2023 mussten sie dem neu eingeführten Staffel-Wettbewerb weichen, der nach zwei Jahren wieder abgeschafft wurde.
2024 fanden erstmals Jugend-Europameisterschaften für 13- bis 16-Jährige statt, getrennt von der Hauptveranstaltung im slowakischen Šamorín. Diese wurden 2025 mit der EM der Masters zusammengelegt.
Austragungsorte
Bis einschließlich 2025 gab es 23 Austragungen:
Die Austragung 2026 wurde ans niederländische Zeddam vergeben.
Die Wettkämpfe der Masters fanden an folgenden Orten statt:
Jugend-Europameisterschaften: 2024: (16. November) 2025: (14.–16. November)
Palmarès
Männer Elite
mini|Der amtierende Weltmeister Mathieu van der Poel und Eli Iserbyt im Rennen um die Europameisterschaft 2019 in Silvelle.
Jahr Erster Zweiter Dritter 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Frauen Elite
mini|Fem van Empel auf dem Weg zum Sieg bei der Europameisterschaft 2022 in Namur.
Jahr Erste Zweite Dritte 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Männer U23
Jahr Erster Zweiter Dritter 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Elia Silvestri 2011 Stan Godrie 2012 2013 2014 Jakub Skála 2015 Daan Hoeyberghs 2016 Sieben Wouters 2017 Sieben Wouters 2018 Antoine Benoist 2019 Mickaël Crispin Antoine Benoist 2020 2021 2022 2023 Rémi Lelandais 2024 2025 Mattia Agostinacchio David Haverdings Kay De Bruyckere
Frauen U23
Jahr Erste Zweite Dritte 2013 2014 Martina Mikulášková 2015 Um einen Platz aufgerückt infolge der Disqualifikation von Femke Van Den Driessche. Jana Czeczinkarová 2016 Jana Czeczinkarová 2017 2018 Fleur Nagengast 2019 2020 2021 2022 Line Burquier 2023 Kristýna Zemanová 2024 2025 Amandine Muller
Junioren
mini|Junioren-Rennen in Pontchâteau 2023
Jahr Erster Zweiter Dritter 2003 2004 2005 Dries Govaerts 2006 2007 2008 2009 Émilien Viennet Michiel van der Heijden 2010 Jakub Skála Quentin Jauregui 2011 Quentin Jauregui Romain Seigle 2012 Yannick Peeters 2013 Yannick Peeters Yan Gras 2014 Jappe Jaspers 2015 Jens Dekker Mitch Groot Thomas Bonnet 2016 Nicolas Guillemin 2017 Loris Rouiller 2018 2019 Dario Lillo 2020 nicht ausgetragen 2021 Aaron Dockx David Haverdings Luca Paletti 2022 Daniel Nielsen Guus van den Eijnden 2023 Zsombor Takács Jules Simon 2024 Mattia Agostinacchio Valentin Hofer Mats Vanden Eynde 2025 Filippo Grigolini Patrik Pezzo Rosola Giel Lejeune
Juniorinnen
Jahr Erste Zweite Dritte 2019 Olivia Onesti 2020 nicht ausgetragen 2021 2022 Valentina Corvi Xaydee Van Sinaey 2023 2024 Barbora Bukovská Giorgia Pellizotti 2025 Barbora Bukovská Nynke Jochems Nicole Azzetti
Mixed-Staffel
Jahr Erste Zweite Dritte 2023 2024
Weblinks
Resultate bei der UEC (ab 2004) Resultate auf Cyclocross24.com
Einzelnachweise
Kategorie:Radsport-Europameisterschaft
Europameisterschaft Kategorie:Erstveranstaltung 2003