Sebastian Wieser (* 14. Januar 1879 in Kirchweidach;bistum-augsburg.de; wohl im Kirchweidacher Ortsteil Hart geboren, daher sein Pseudonym † 11. Oktober 1937 in Augsburgbistum-augsburg.de), Pseudonym Sebastian Außhart,Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1930, Sp. 1364 war ein römisch-katholischer Geistlicher und Schriftsteller.
Leben Wieser begann 1902, noch vor der Priesterweihe, Gedichte, Erzählungen und Volksschauspiele zu veröffentlichen, und blieb bis in die 1930er Jahre schriftstellerisch tätig. Seit der Studentenzeit war er mit Franz Schrönghamer-Heimdal befreundet und publizierte wie dieser 1920 in der Deutschen Katholiken-Zeitung. Beide wurden jedoch wegen antisemitischer Artikel von der Mitarbeit ausgeschlossen.Lory, s. Weblinks Bereits sein Gedicht An Deutschland (1908)Abschrift (nicht fehlerfrei) auf gedichte.xbib.de und später seine Gestaltung des Judas-Stoffs (1922) waren explizit antisemitisch.
Von 1916 bis 1926imagomundi.biz war Wieser Pfarrer in Waal im Ostallgäu. In dieser Zeit schrieb er Texte für die Passions- und Heiligenspiele in Waal. Er war mit Josef Saier befreundet und verfasste für die von diesem gegründeten Volksschauspiele Ötigheim mehrere biblische Dramen.Manfred Tiemann: Josef und die Frau Potifars im populärkulturellen Kontext: Transkulturelle Verflechtungen in Theologie, Bildender Kunst, Literatur, Musik und Film. Springer VS, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-28938-6, S. 197 () Von Waal aus besuchte er am 16. April 1924 Adolf Hitler während dessen neunmonatiger Haft in der Gefangenenanstalt Landsberg am Lech.
Wieser hatte die Rolle eines geistlichen Begleiters für Eugenie von der Leyen (1867–1929). Diese hatte in den 1920er Jahren mystische Erlebnisse, bei denen sie, wie sie sagte, mit Armen Seelen im Fegefeuer sprach. Wieser ermutigte sie, diese Erlebnisse in Tagebuchform aufzuschreiben, betrieb die Veröffentlichung und verbürgte sich für die Glaubwürdigkeit.Lory, s. Weblinks, und imagomundi.biz
Von 1934 bis zu seinem Tod 1937 war Wieser Pfarrer in Seehausen am Staffelsee. Dort initiierte er 1935 die Seeprozession auf dem Staffelsee am Fronleichnamsfest.
Veröffentlichungen (Auswahl) mini|Titelseite der Bearbeitung von Beethovens Die Himmel rühmen durch Joseph Dantonello mit zusätzlichen Textstrophen von Sebastian Wieser Brausende Klänge, 1902 Rosen und Rosmarin, 1905 Der Hauptmann von Köpenick, Operettenlibretto, 1907; Musik Erhard Kutschenreuterbmlo.de In Lied und Leid. Ausgewählte Gedichte, 1908 (Abschrift, nicht fehlerfrei) Lindenblüten, Geschichten, 1908 Der Goldner, Märchenoper, 1908 Der Antichrist, Drama, 1911 Via sacra. 14 Kreuzwegpredigten, 1911 Die Eroberung von Mexiko, Erzählung, 1911 Um die liebe Heimat, Erzählung, 1912 Kleines Festspiel für Jugendvereine, 1913 Zarathustras neue Avestalieder, 1914 Land des Herzens, 1914 Joseph, Drama, 1914 Schildgesang, 1915 P. Prokopius von Templin, ein deutscher Paulus im 17. Jahrhundert, 1916 Judas. Der Kreuzweg des Verräters in sechs Stationen, 1922 Johannes, 1923 Verschonung, 1924 Moses, 1927 Ursan, 1929 Die Eroberung, 1930 Die Preiskuh, 1930 Im Schatten des singenden Berges, 1933
Literatur Florian Altenhöfer: Wieser, Sebastian. In: Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. 3. Auflage. Band 32: Wiedmann – Willisen. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-027509-4, Sp. 281–282. Ingrid Bigler-Marschall: Wieser, Sebastian. In: Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theater-Lexikon. Band 6: Weisbrod – Wolansky. Saur, München 2008, ISBN 978-3-908255-46-8, S. 3360.
Weblinks
Roland Lory: Seeprozession: Gründer besuchte Häftling Hitler, Münchner Merkur, Online-Fassung vom 30. August 2016
Einzelnachweise
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Liedtexter Kategorie:Autor (Antisemitismus) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1879 Kategorie:Gestorben 1937 Kategorie:Mann