mini|260px|Zeichnung des Lettners mit einer Darstellung von St. Melangell und Brochwel Yscythrog Melangell war eine irische Königstochter, deren Todestag 590 n. Chr. angenommen wird. Sie ist in Wales eine Lokalheilige und ihr Gedenktag ist der 27. Mai. Sie ging nach Powys in Wales, wo sie anfangs als Eremitin lebte. Der damalige Prinz von Powys, Brochwel Ysgythrog, überließ ihr Land für die Gründung eines Frauenklosters, dem sie 37 Jahre als Äbtissin vorstand. Ihre Grabstätte befindet sich in der St Melangell's Church in Pennant Melangell.
Überlieferung mini|Grabmal der Melangell in Pennant Melangell Church mini|260px|Skizze vom Grabmal der St. Melangell/Monacella in Pennant Melangell Church, 1795
Der walisische Altertumsforscher Thomas Pennant (1726–1798) berichtete über Melangell wie folgt:Thomas Pennant: Tours in Wales. Bd. 3. Wilkie and Robinson, Weybridge 1810, S. 173f. ()
„Der Legende nach soll Melangell eine irische Königstochter gewesen sein, die von ihrem Vater vorgesehen war, einen Edelman von dessen Hofe zu heiraten. Sie hatte sich selbst jedoch für die Ehelosigkeit entschieden. Sie floh aus dem Reich ihres Vaters und lebte in solcher Einsamkeit, dass sie über 15 Jahre keinen Mann zu Gesicht bekam. Eines Tages drang Brochwel Yscythrog, Prince of Powys bei der Hasenjagd in ein Dickicht ein, wo ihm zu seiner Überraschung eine ausnehmend schöne Frau in tiefer Demut begegnete, die den Hasen unter ihrem Kleid verbarg angesichts der heulenden Hunde, obwohl das Gefolge sich weiterhin bemühte, die Hunde zum Ergreifen der Beute zu bewegen. Er hörte sich ihre Geschichte an und gab ihr daraufhin Land, um ein Heiligtum als Zuflucht für alle, die sie brauchen, zu errichten und ordnete die Gründung einer Abtei an dieser Stelle an. Sie tat wie geheißen und starb in hohem Alter. Sie ist in der Sakristei der der nahegelegenen Kirche in Pennant bestattet, die weiterhin () genannt wird. Ihre Reliquien und ihr Bildnis sind seit langem entfernt worden, wobei letzteres wohl noch auf dem Friedhof ist. Die Legende ist durch eine Holzschnitzerei überliefert, die die Heilige von schutzsuchenden Hasen umgeben darstellt. Sie wurde deren Schutzheilige, die Hasen werden Oen Melangell (St. Monacella's Lämmer) genannt.“Der Originaltext von Thomas Pennant lautet wie folgt:
Sie ist auch unter dem Namen Monacella in der latinisierten Namensvariante bekannt.Liesbeth Corens: Confessional Mobility and English Catholics in Counter-Reformation Europe. Oxford University Press, Oxford 2019.Ven. Archdeacon Thomas, "Montgomeryshire screens and roodlofts", Archaeologia Cambrensis, The Journal of the Cambrian Archaeological Association, Vol. III, Sixth Series, London, 1903, pp. 92, 97, 109–113, über: https://journals.library.wales/view/4718179/4719477/108#?xywh=-395%2C819%2C4257%2C2807, auch: Ven. Archdeacon Thomas, "Montgomeryshire screens and roodlofts"K. Steele: St Melangell’s Church, Pennant Melangell. Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales, 2008/2021Agnes Stonehewer, "The Legend of St. Monacella", a preface to her blank verse "Monacella: a poem" (London: Henry King & Son) 1876. Sie ist mit einer weiteren walisischen Heiligen namens Winefride die einzige weibliche heilige Person, über die ein lateinischer Text existiert. Insgesamt wird die Originalüberlieferung als „dünn“ und die originale historische Berichterstattung als nahezu verschwunden bezeichnet. Ein Text aus dem 15. Jahrhundert gibt an, sich auf eine ältere Quelle zu beziehen. Es wird in dieser Quelle auch besonders die Jungfräulichkeit von Melangell betont. Es wird angenommen, dass das Hasenmotiv seinen Ursprung in vorchristlicher Folklore haben kann.David Farmer: Melangell (Monacella). In: The Oxford Dictionary of Saints. 5. Aufl. Oxford University Press, 2011, ISBN 978-0-19-959660-7 (doi:10.1093/acref/9780199596607.001.0001)Jane Cartwright: Virginity and chastity tests in medieval Welsh prose. In: Anke Bernau, Ruth Evans and Sarah Salih (Hrsg.): Medieval virginities. 2003, S. 56–79, hier S. 60.
Grabmal in der St Melangell's Church Brochwel Ysgythrog, Prince of Powys, übereignete das Tal bei Saint Melangell’s Church, Pennant Melangell Melangell als Ort für ein Kloster für eine kleine religiöse Gemeinschaft mit ihr als Äbtissin. Nach ihrem Tode blieb ihr Grabmal ein Ort der Verehrung und Pennant Melangell war ein Pilgerort über viele Jahrhunderte. Sie blieb die Schutzheilige für alle Hasen. Ihre sterblichen Überreste sollen sich noch in der Grabstätte befinden.http://llanfyllindeanery.org.uk/parishes/melangell.htm, The Shrine Church of St Melangell, Pennant Melangell, über:
Anmerkungen
Literatur Nancy Edwards: Celtic Saints and Early Medieval Archaeology. In: Local saints and local churches in the early medieval West. Oxford University Press, Oxford 2002, S. 234ff. () Archaeologia Cambrensis. The Journal of the Cambrian Archaeological Association, Vol. III, Sixth Series, London, 1903. The Montgomeryshire Collections, Volume 82 (1994), (dieser Band ist ausschließlich dem Thema Melangell/Pennant Melangell gewidmet, über: https://journals.library.wales/view/1264487/1271085/6#?xywh=94%2C727%2C3431%2C2263) David Farmer, The Oxford Dictionary of Saints (5 ed.), Oxford University Press 2011, Print-ISBN 978-0-19-959660-7 William Eliot Griffis, Welsh Fairy Tales, (World Library reprint, 2007), Kap. I.: „Welsh rabbit and hunted hares“.
Weblinks
St Melangell's Church & The Saint Melangell Centre St Melangell's Orthodox Church Pennant Melangell Clwyd-Powys Archaeological Trust
Einzelnachweise
Kategorie:Äbtissin Kategorie:Geboren im 6. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 6. Jahrhundert Kategorie:Frau