Das Appellationsgericht Naumburg war zwischen 1849 und 1879 ein preußisches Appellationsgericht mit Sitz in Naumburg (Saale).
Geschichte Die „Verordnung über die Aufhebung der Privatgerichtsbarkeit und des eximierten Gerichtsstandes sowie über die anderweitige Organisation der Gerichte“ vom 2. Januar 1849Verordnung über die Aufhebung der Privatgerichtsbarkeit und des eximirten Gerichtsstandes sowie über die anderweitige Organisation der Gerichte von 2. Januar 1849 (PrGS S. 1–13; insbes. §§ 18, 24–26, erlassen in Ausführung von Art. 88 der Verfassung von 1848) hob dann auch die Patrimonialgerichtsbarkeit auf. Gleichzeitig wurde das Appellationsgericht Naumburg geschaffen. Dem Appellationsgericht Naumburg waren die Kreisgerichte nachgelagert, die grundsätzlich je Landkreis eingerichtet wurden. Dem Appellationsgericht Naumburg war das Oberappellationsgericht Berlin übergeordnet.
Mit den Reichsjustizgesetzen wurden die Gerichte im Deutschen Reich vereinheitlicht. Das Appellationsgericht Naumburg wurde 1879 aufgehoben. Neu eingerichtet wurde nun das Landgericht Halle im Bezirk des Oberlandesgerichtes Naumburg.
Sprengel Der Sprengel des Appellationsgerichtes Naumburg umfasste den Regierungsbezirk Merseburg ohne einen Teil des Mansfelder Gebirgskreises und die Kreise Erfurt, Langensalza, Schleusingen, Weißensee und Ziegenrück aus dem Regierungsbezirk Erfurt. Es bestanden dort 16 (später 15) Kreisgerichte in vier Schwurgerichtsbezirken.
Kreisgericht Sitz Schwurgerichtsbezirk Gerichtskommissionen Kreisgericht Delitzsch Delitzsch Halle Gerichtskommissionen in Bitterfeld, Zörbig Kreisgericht Eilenburg Eilenburg Torgau Gerichtskommission in Düben Kreisgericht Eisleben Eisleben Halle Gerichtskommissionen in Alsleben, Gerbstedt, Hettstedt Kreisgericht Erfurt Erfurt Erfurt Gerichtskommissionen in Gefell, Ranis, Sömmerda, Weißensee und Ziegenrück Kreisgericht Halle/Saale Halle/Saale Halle Gerichtskommissionen in Cönnern, Löbejün, Wettin Kreisgericht Langensalza Langensalza Erfurt Gerichtskommission in Tennstedt Kreisgericht Liebenwerda Liebenwerda Torgau Gerichtskommissionen in Elsterwerda, Herzberg, Mühlberg, Schlieben Kreisgericht Merseburg Merseburg Naumburg Gerichtskommissionen in Lauchstädt, Lützen, Schkeuditz Kreisgericht Naumburg Naumburg Naumburg Gerichtskommissionen in Cölleda, Eckartsberga, Freiburg, Heldrungen, Osterfeld, Weißenfels und Wiehe Kreisgericht Querfurt Querfurt Naumburg Gerichtskommissionen in Mücheln, Nebra Kreisgericht Sangerhausen Sangerhausen Halle Gerichtskommissionen in Artern, Heringen, Kelbra, Roßla, Stolberg und Wippra Kreisgericht Suhl Suhl Erfurt Gerichtskommission in Schleusingen Kreisgericht Torgau Torgau Torgau Gerichtskommissionen in Belgern, Dommitzsch, Prettin, Schildau Kreisgericht Weißenfels Weißenfels Naumburg Gerichtskommission in Hohenmölsen Kreisgericht Wittenberg Wittenberg Torgau Gerichtskommissionen in Gräfenhainichen, Jessen, Kemberg, Pretzsch, Schmiedeberg, Schweinitz und Seyda Kreisgericht Zeitz Zeitz Naumburg Gerichtskommission in Hohenmölsen
Das Kreisgericht Weißenfels wurde Anfang der 1850er Jahre in eine Gerichtskommission des Kreisgerichts Naumburg umgewandelt, dessen Gerichtskommission in Hohenmölsen kam zum Kreisgericht Zeitz.
Richter Gustav Wilhelm Kisker (Präsident ab 1849) Karl Gustav Knauf (Appellationsgerichtsrat ab 1851)Adolf Stölzel: Brandenburg-Preußens Rechtsverwaltung und Rechtsverfassung dargestellt im Wirken seiner Landesfürsten und obersten Justizbeamten, Bd. 1, 1888, S. XXXVIII f., Digitalisat Julius Wilhelm Breithaupt (1874–1879 Appellationsgerichtspräsident) Gustav Bödcher Carl Gustav Knauff (1851–1881 Appellationsgerichtsrat)
Literatur H. A. Fecht: Die Gerichts-Verfassungen der deutschen Staaten, 1868, S. 146 f., Digitalisat
Einzelnachweise
Naumburg Kategorie:Gericht (Provinz Sachsen) Kategorie:Organisation (Naumburg (Saale)) Kategorie:Gerichtsgründung 1849 Kategorie:Aufgelöst 1879