Die Marien-Glockenblume (Campanula medium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Glockenblumen (Campanula) innerhalb der Familie Glockenblumengewächse (Campanulaceae).

Beschreibung mini|links|Illustration mini|links|Blütendiagramm – 3 Deckblatt, 4 Tragblatt mini|Blütenknospe, gut zu erkennen sind die Kelchblätter mini|links|Blüten der Sorte ‘Champion Lavender’ mini|Fünfzählige Blüte mini|Nahaufnahme der Blüte einer weißblühenden Campanula medium

Vegetative Merkmale Es handelt sich um eine zweijährige krautige Pflanze, die im ersten Jahr Blattrosetten bildet und dann im zweiten Stängel und Blüten. Sie erreicht Wuchshöhen von etwa 60 bis 80 Zentimetern. Die Grundblätter sind bei einer Länge von 12 bis 15 Zentimetern lanzettlich bis elliptisch mit gezähntem Blattrand.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die Blüten stehen in einem lockeren traubigen Blütenstand zusammen. Die kurz gestielte, große, zwittrige Blüte ist 2,5 bis 4 Zentimeter groß und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Die fünf Kronblätter sind glockenförmig verwachsen; ihre Farben sind je nach Sorte verschiedene Blautöne, seltener weiß oder rosa. Die Kronzipfel sind umgebogen. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Der Griffel hat meist fünf Narben.

Es wird eine Kapselfrucht gebildet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.

Vorkommen Die Marien-Glockenblume stammt aus dem südöstlichen Frankreich und dem nördlichen sowie mittleren Italien (in den Regionen Piemont, Lombardei, Ligurien, Emilia-Romagna, Toskana, Marken, Kampanien). Von Spanien und Großbritannien bis zum südlichen Russland und bis Griechenland; in Nordamerika, Mexiko und in Neuseeland ist sie ein Neophyt.

Die Marien-Glockenblume gedeiht am besten auf frischen, lockeren, nährstoffreichen Böden ohne Staunässe.

Taxonomie Die Marien-Glockenblume wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 167 als Campanula medium erstbeschrieben. Das Epitheton "Medium" ist der Name eines Krauts in der Antike.

Trivialnamen Für die Marien-Glockenblume (lateinisch früher auch Viola mariana und Medium genanntJoachim Camerarius (Hrsg.): Kreutterbuch Deß hochgelehrten und weitberühmbten Herrn D. Petri Andreae Matthioli, Jetzt widerumb mit vielen schönen newen Figuren, auch nützlichen Artzeneyen […,]. Frankfurt am Main 1609, S. 414.) bestehen bzw. bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Marienglöcklein (Schlesien), Marienglocken, Marienveilchen, Marietten und Tschokoladibechercher (Siebenbürgen).

Nutzung Die Sorten der Marien-Glockenblume werden in den gemäßigten Gebieten in Gärten als Zierpflanzen verwendet. Seit dem 16. Jahrhundert gehört sie zum deutschen Bauerngarten.

Quellen Einzelnachweise

Datenblatt mit Verbreitung in Frankreich und Fotos bei Tela Botanica.

Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 75. (online).

Weblinks

Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Kurzer Steckbrief mit Fotos bei Botanik im Bild, 2003.

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