Bernhard Grothe (* 3. Juni 1923; † 4. Januar 1978) war ein deutscher Architekt. Er prägte die Architektur der Nachkriegszeit im Saarland.
Leben Grothe besuchte von 1933 bis 1942 das Ludwigsgymnasium in Saarbrücken. Nach dem Abitur wurde er 1942 zum Kriegsdienst eingezogen. Mehrfach wurde er verwundet und geriet schließlich in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Ab 1946 studierte er Architektur in Stuttgart und schloss 1951 sein Studium mit Diplom ab.Bernhard Grothe, Künstlerlexikon, Institut für aktuelle Kunst, Hochschule der bildenden Künste Saar, abgerufen am 5. Januar 2022 Ab 1952 war er zunächst Mitarbeiter im Büro von Albert Dietz, dann Teilhaber des gemeinsamen Büros Dietz-Grothe. Ab 1964 begann er eine Mitarbeit in der neu gegründeten Firma Camus-Dietsch, die später er in die „Camus-Planung GmbH“ und im Jahr 1970 in „Incopa, Gesellschaft für Bauplanung und internationale Cooperation mbH“ umbenannt wurde.Ingrid Fahrtmann: Innovationen im Sakralbau der Nachkriegsmoderne: Die Architektengemeinschaft Albert Dietz und Bernhard Grothe. COD-Verlag, Saarbrücken 2019, ISBN 978-3-945329-10-8, S. 230 Nach 1971 arbeitete er häufig mit Walter Schrempf zusammen.Günter Scharlach: Das große Künstlerlexikon der Saar-Region. Geistkirch, Saarbrücken 2017, S. 345
Bedeutung Bernhard Grothe und Albert Dietz gelten als bedeutende Architekten im französisch-saarländischen Grenzgebiet. Sie prägten den Wiederaufbau des Saarlandes mit zahlreichen Sakral- und Profanbauten.Ingrid Fahrtmann (2019), S. 11
Preise 1969: Preis des BDA für das Schwarzenbergbad, Saarbrücken 1973: Preis des BDA für Hörsaalgebäude, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Werke Zu den zahlreichen errichteten Gebäuden gehören: mini|St. Augustinus in Saarbrücken 1955–56: katholische Pfarrkirche St. Mauritius, Saarbrücken 1958: Kriegergedächtniskapelle Kleinblittersdorf 1958–60: katholische Pfarrkirche St. Johannes, Neunkirchen-Wellesweiler (2009 abgerissen) 1959: Saarländische Investitionskreditbank, Saarbrücken, (heute „Haus der Caritas“) 1959: Schwarzenbergbad, Saarbrücken 1959–63: neue katholische Pfarrkirche St. Augustinus, Eppelborn 1959–64: Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät mit Auditorium Maximum, Nebengebäude und gestalteter Freiterrasse, Universität des Saarlandes, Saarbrücken (mit Rolf Heinz Lamour) 1960: Haupteingangsgebäude und Lesepavillon; Pavillon Café Rosengarten, Deutsch-Französischer Garten, Saarbrücken (2002 abgebrochen) 1960–64: katholische Filialkirche St. Martin, Fechingen (profaniert) 1961–63: katholische Pfarrkirche St. Pius, Saarbrücken 1962–63: katholische Pfarrkirche St. Wolfgang, Bad Kreuznach 1965–67: Zentralkasse Saarländischer Genossenschaften, Saarbrücken (aktuell LBS Saar) 1966: Realgymnasium Dudweiler (heute Landesinstitut für Pädagogik und Medien) 1967: Bank für Gemeinwirtschaft, Saarbrücken (mit einem Architekten Heil) 1967–68: katholisches Pfarrzentrum mit Kirche St. Thomas Morus, Saarbrücken 1967–70: katholische Pfarrkirche Kreuzerhöhung, Primstal 1968–71: katholische Filialkirche St. Elisabeth, Riegelsberg (2011 profaniert, abgerissen) 1965 und 1970–73: katholisches Pfarrzentrum mit Pfarrkirche St. Augustinus, Saarbrücken 1970–72: evangelisches Gemeindezentrum, Klarenthal 1971/72: Wohnanlage Schlesierweg, Neunkirchen/Saar (mit Peter Lüth und Rudolf Birtel) 1973: evangelisches Gemeindezentrum, Brebach 1974/75: Erweiterungsbau Zentralkasse Saarländischer Genossenschaften, Saarbrücken (aktuell LBS Saar)
Literatur Ingrid Fahrtmann: Innovationen im Sakralbau der Nachkriegsmoderne: Die Architektengemeinschaft Albert Dietz und Bernhard Grothe. COD-Verlag, Saarbrücken 2019, ISBN 978-3-945329-10-8 (zugleich Dissertation, Universität Trier, 2018; Digitalisat)
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Saarland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Mann