mini|hochkant|Stammwappen derer von Löser mini|hochkant|Gemehrtes Wappen derer von Löser von 1602 Löser, auch Loeser, ist der Name eines der ältesten und angesehensten sächsischen Adelsgeschlechter, das seit dem 14. Jahrhundert das Amt des Erbmarschalls von Kursachsen besaß. Hans Löser und dessen Nachkommen wurden 1745 in den Reichsgrafenstand erhoben. Die gräfliche Linie erlosch zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Aufgrund ihrer Bekanntheit ließen die meisten Vertreter der Familie das Adelsprädikat von weg. Die Schreibung schwankt zwischen Löser und Loeser.

Geschichte und Besitzungen Die Familie war u. a. in Pretzsch im Kurkreis im früheren Herzogtum Sachsen-Wittenberg ansässig und stellte im Mittelalter mehrere Ritter. Auch Reinharz mit Meuro und Greudnitz sowie Nudersdorf und Schloss Ahlsdorf (1479 bis 1699) gehörte zu den Besitzungen. Zahlreiche Güter sind bei Leopold von Ledeburs Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2, verzeichnet.Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2, Ludwig Rauh, Berlin 1856, S. 52. Um 1607 kam Haus Kropstädt als Besitz hinzu,Siehe: HAUS KROPSTÆDT. In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 3, Selbstverlag, Berlin 1860, Blatt 137. des WeiterenR. Steche: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Fünfzehntes Heft: Amtshauptmannschaft Borna. Hrsg. K(gl). Staatsregierung/K. Sächsischer Altert(h)umsverein, Comm. C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1891, S. 65 ff. Gut Kohren bei Borna-Leipzig. Zudem wurden später Güter und Ländereien angepachtet, wie etwa von 1700 bis 1710 Teile der sehr großen von Rochow’schen Herrschaft Stülpe bei Baruth/Mark, hier durch Eustachius von Löser sen.Adolf von Rochow-Stülpe: Das Schloss Stülpe. A. W. Schade (L. Schade), Berlin 1868, S. 76.

Name Lorenz Peckenstein schreibt 1608: Sie haben vor Alters geheissen die von Refeldt/nachmals ist der Name verendert worden [...] daß sie die Lösere genennet worden/von wegen eines des Stammes/welcher seinen gefangenen Herrn von den Feinden erlöst/vnd ledig gemacht hat/darumb sie dann zur Danckbarkeit mit dem MarschalchAmt vff das Haus Pretzsch begnadet/vnd verehret worden sind.Theatrum Saxonicum, Teil 1, darinnen ordentliche warhaftige Beschreibung der fürnembsten Könige, Chur- unnd Fürsten, Graffen, Herren, [...] Bisthumb, Stiffte, Festungen, Schlösser, Empter, Städte [...] in der fürnemen Provintz Obersachsen, beneben der fürnemsten Herren Contrafactur, auch gräfflichen und adelichen Geschlechten Wappen, in drey Theil zusamen getragen, mit sonderm Fleiß ex Archivis colligirt, und gegen vielen bewerten Monumentis revidirt, und mit sonderlichen zuvor unbekandten Historien illustrirt, durch Laurentium Peccensteinium Churf. Sächs. Histor., Grosse Leipzig; Steinman, Jena 1608, S. 176. Weiter wird verwiesen auf das Dorf Rehfeld an der Lochauer Heide, das wohl von dieser Familie den Namen erhalten hat. Als Stammvater der Familie gilt Magnus von Refeldt. Es bestand eine Wappenähnlichkeit.Einige Dt. Edelleute/Otto Titan von Hefner (Hrsg.): Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland. Band 2, Georg Joseph Manz, Regensburg 1863, S. 375.

Wappen Das Stammwappen zeigt auf grünem Schild ein schreitendes goldenes Reh (wegen des ursprünglichen Namens Rehfeld/Refelt ein redendes Wappen).Übersicht nach O. T. v. Hefner zur Literatur Wappen v. Löser: Seiffert: Ahnentafeln/Siebmacher. I. S. 155./ v. Ledebur. II, S. 52./ Sächsisches Wappenbuch. I. S. 40.Reprint-Anmerkung: Diese Angabe findet sich so nicht im Original: Vgl. Reprint: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch. Band 2/Abth. 3: Die Wappen des sächsischen Adels. Degener & Co./Gerhard Gessner, Neustadt an der Aisch 1972, (?), S. 101. Auf dem gekrönten Helm mit grün-goldenen Decken das Reh wachsend. Das gemehrte Wappen, das bei der Ritterschaft der Markgrafschaft Meißen in Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 dargestellt ist, und wie es von Rudolf II. 1602 verliehen wurde,Valentin König: Genealogische Adels-Historie Oder Geschlechts-Beschreibung, 1. Teil, Wolffgang Deer, Leipzig 1727, S. 592 ff. zeigt im gevierten Schild in den grünen Feldern 1 und 4 je ein goldenes Reh; in den blauen Feldern 2 und 3 je einen goldenen Adler (wie Pfalzgrafschaft Sachsen). Auf dem gekrönten Helm mit grün-goldenen Decken das Reh wachsend. Das reichsgräfliche Wappen ist nochmals gemehrt, mit drei Helmen, Grafenkrone und zwei auswärts blickenden silbernen Löwen als Schildhaltern.

mini|hochkant|Büste d. Frau v. Löser (1). St. Gangolf Kirche Kohren. mini|hochkant|Büste d. Frau v. Löser (2). St. Gangolf Kirche Kohren. mini|Alabaster-Epitaph f. d. Patron Heinrich von Löser (1665–1705).Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V. (Hrsg.), Ute Bednarz: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. II: Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 710.Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Hans Krause: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. II: Regierungsbezirke Dessau und Halle. Auflage-Online-Ressource, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2024, ISBN 978-3-422-80161-5, S. 710. Dorfkirche Reinharz

Persönlichkeiten Magnus Löser (1313/25), legendärer Stammvater d. Familie v. Löser Hans Löser († 1373), Zweiter Erbmarschall von Kursachsen George Löser († um 1390), etw. 3. Erbmarschall. Kursachsen, Sohn d. Vorigen Conrad Löser († um 1400), Vierter Erbmarschall d. Kursachsen Günther Löser († um 1425), 5. Erbmarschall d. Kursachsen u. herzoglicher Hofmeister Heinrich Löser (Erbmarschall, † um 1440), 6. Erbmarschall d. Kursachsen Dam Löser († um 1450), kursächsischer Rat u. Erbmarschall d. Kursachsen Heinrich Löser (Erbmarschall) († um 1475), Achter Erbmarschall d. Kursachsen Hans Löser (Geheimer Rat) († um 1480), kursächsischer Geheimer Rat u. Erbmarschall d. Kursachsen. Heinrich Löser (Landvogt) († 1493) Thammo Löser (* um 1450; † 1503), deutscher Jurist, Kanoniker, Archidiakon und Domscholastiker Eustachius von Löser (1585–1634), kursächsischer Generalmajor Hans Löser (Erbmarschall, 1590) (1590–1644), Obersteuereinnehmer, Direktor d. Ritterschaft d. Fürstentums Altenburg, Erbmarschall Cur(d)t Löser (1623–1670), Gutsbesitzer,Johann Samuel Ersch, J. G. Gruber, August Leskien: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. Zweite Section H - N, Band 38, F. A. Brockhaus, Leipzig 1885, S. 98. kurfürst. sächs. Rat, Kammerherr, Erbmarschall, Ober-Steuer-Einnehmer, Landschaftsdirektor etc.D. Aachelis, Hr. Bode, Danneil, D. Dibelius, D. Ebeling, Tümpel, Jahn: Blätter für Hymnologie. Jahrgang 1888, Hrsg. Albert Fischer, Joahnnes Linke, Verlag F. Beck, Kahla 1888, S. 54 f. Wolff Löser (1628–1653), kursächsischer Hofrichter, Amtshauptmann u. Erbmarschall Eustachius Friedrich von Löser (1699–1775), kursächsischer Generalmajor u. Festungskommandant Hans Löser (1704–1763), sächsischer Minister und Mechanikus Christian Friedrich Graf Löser (1738–1783), kursächsischer Wirklicher Geheimer Rat u. Obersteuereinnehmer, auch Erbmarschall d. Kursachsen

Literatur Valentin König: Genealogisch-Historische Beschreibung, Nebst denen Stamm- und Ahnen-Tafeln Derer Löser. In: Genealogische Adels-Historie Oder Geschlechts-Beschreibung, 1. Teil, Wolffgang Deer, Leipzig 1727, S. 577–622.

Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 615 f. O. T. v. Hefner, A. Grenser, G. A. von Mülverstedt. Ad. M. Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Band 3-Abtheilung 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen. Neu-Auflage, Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg 1878, S. 244., u. Löser-Stammwappen, Löser-Vermehrtes Wappen-Tafel 295. G. A. von Mülverstedt: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch. Neu-Auflage, Band 2–3. Abtheilung: Der abgestorbene Adel der Sächsischen Herzogthümer. Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg 1907, S. 64., Tafel 50 v. Löser-Rehfeld.

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