Dies ist eine Teilliste von Luftfahrt-Zwischenfällen der Jahre 1970 bis 1979 beim Betrieb von Verkehrsluftfahrzeugen. Für übrige Zeitspannen siehe Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen.

Für militärische Zwischenfälle siehe Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) bis 1980 bzw. Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) ab 1981.

Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen der Allgemeinen Luftfahrt siehe Liste von Zwischenfällen (Allgemeine Luftfahrt).

In diese Liste sollen nur Unfälle eingetragen werden, die den Relevanzkriterien für Zwischenfälle genügen.

Einträge mit eigenem Artikel in Wikipedia sind mit (A) gekennzeichnet.

Auflistung nach Jahr 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979

Liste 1970 Im Jahr 1970 (genaues Datum unbekannt) wurde eine Douglas DC-4 der US-amerikanischen Mideastern Airways (Luftfahrzeugkennzeichen N91069) an einem unbekannten Ort irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.

Im Jahr 1970 (genaues Datum derzeit nicht verfügbar) wurde eine Douglas DC-3C der Zambia Airways (9J-RDR) auf dem Flughafen Lusaka in Folge eines Ringelpiezes irreparabel beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden.

(A) 5. Januar – Eine Convair CV-990 der spanischen Spantax (EC-BNM) sollte mit nur drei funktionierenden Triebwerken vom Stockholm (Schweden) nach Zürich zur Reparatur überführt werden. Während des Starts geriet die Maschine außer Kontrolle, streifte einige Baumwipfel und stürzte schließlich ab. Fünf der zehn Besatzungsmitglieder starben (siehe auch Flugunfall der Spantax bei Stockholm).Unfallbericht CV-990 EC-BNM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Januar 2016.

13. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47-B-45-DK der samoanischen Polynesian Airlines (5W-FAC) geriet kurz nach dem Start vom Flughafen Apia-Faleolo in eine Windscherung. Die Maschine stürzte infolge eines Strömungsabrisses ab und schlug im Meer auf. Alle 32 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 29 Passagiere, kamen ums Leben.

14. Januar – Eine Douglas DC-4/RC-54V der peruanischen Faucett Perú (OB-R-776) kollidierte mit dem Berg Pozo Chuño im Distrikt Contumazá (Peru). Das Flugzeug war auf dem Weg vom Flughafen Trujillo nach Juanjuí. Alle 28 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 24 Passagiere, kamen ums Leben.

14. Januar – Die Piloten einer De Havilland DH.106 Comet 4C der ägyptischen United Arab Airlines (heute Egypt Air) (SU-ANI) machten auf dem Flughafen Addis Abeba (Äthiopien) eine Bruchlandung. Sie waren trotz niedriger Wolken unter die Entscheidungshöhe geflogen, flogen in niedrigster Höhe von unter 50 Metern noch Kurven und setzten die Maschine erst nach der halben Landebahnlänge auf. Dabei stürzte die Comet ab und wurde zerstört. Dennoch überlebten alle 14 Insassen, neun Besatzungsmitglieder und 5 Passagiere, den Unfall.

15. Januar – Eine Beechcraft 99 der französischen Air Alpes (F-BRUF) verunglückte bei der Landung auf dem Flughafen Chambéry-Aix-les-Bains. Personen kamen nicht zu Schaden, jedoch musste das Flugzeug abgeschrieben werden.Unfallbericht Beech 99 F-BRUF Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. Juni 2024.

17. Januar – Der Kapitän einer Convair CV-240-12 der US-amerikanischen Aspen Airways (N270L) wollte im Anflug auf den Flughafen Aspen (Colorado, USA) das Fahrwerk noch möglichst lange eingefahren lassen, um mit einer hohen Geschwindigkeit für ein mögliches Durchstarten besser vorbereitet zu sein. Leider blieb es bei diesem Zustand, und es kam zu einer Bauchlandung. Die Convair rutschte auf dem Rumpf über die Landebahn, bis sie 1300 Meter von deren Anfang zum Stillstand kam. Das Warnsignal für das eingefahrene Fahrwerk ertönte nicht, weil es falsch justiert war. Alle 52 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 49 Passagiere, überlebten den Totalschaden.

19. Januar – Eine Vickers Viscount 701 der britischen Cambrian Airways (G-AMOA) wurde bei einer harten Landung auf dem Flughafen Bristol-Lulsgate (Vereinigtes Königreich) irreparabel beschädigt. Alle 63 Insassen, die vier Besatzungsmitglieder und 59 Passagiere, überlebten.

21. Januar – Eine Douglas DC-4/C-54E der kolumbianischen Avianca (HK-171) wurde auf einem derzeit nicht bekannten Flughafen in Kolumbien irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Totalschaden.

22. Januar – Das Triebwerk 4 (rechts außen) einer Vickers Viscount 814 der British Midland Airways (G-AWXI) fing kurz nach dem Abheben vom Flughafen London Heathrow (Vereinigtes Königreich) Feuer. Bei der Notlandung während der sofortigen Rückkehr zum Startflughafen überlebten alle 38 Insassen, die vier Besatzungsmitglieder und 34 Passagiere. Das Flugzeug wurde jedoch irreparabel beschädigt. Es handelte sich um die ehemalige D-ANOL der Lufthansa (1958–1969).

25. Januar – Eine Convair CV-240-2 der mexikanischen Comisión Federal de Electricidad - CFE (XC-DOK) flog im Anflug auf den Flughafen Poza Rica (Mexiko) 6 Kilometer östlich davon gegen den La Vega Hill. Von den 20 Insassen kamen 19 ums Leben, alle vier Besatzungsmitglieder und 15 Passagiere.

25. Januar – Eine Fokker F-27-200 Friendship der Royal Nepal Airlines (9N-AAR) geriet nach einem Flug von Kathmandu, Nepal während des Endanflugs auf den Flughafen Delhi-Palam in ein schweres Gewitter mit Turbulenzen und schweren Fallböen. Die Piloten verloren die Kontrolle über das Flugzeug; es stürzte drei Kilometer östlich des Flughafens ab. Ein Crewmitglied kam ums Leben, alle anderen 22 Insassen überlebten.Unfallbericht F-27 9N-AAR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. November 2017.

30. Januar – Bei einer Antonow An-24B der ägyptischen United Arab Airlines (SU-AOK) brach bei der Landung auf dem Flughafen Luxor das Fahrwerk zusammen. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt. Alle Personen an Bord überlebten den Unfall.Unfallbericht AN-24 SU-AOK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2018.

31. Januar – An einer Curtiss C-46F-1-CU Commando der bolivianischen Transportes Aéreos Litoral (CP-825) fiel im Reiseflug das Triebwerk Nr. 2 (rechts) aus. Aufgrund von Problemen mit dem verbliebenen Triebwerk sollte eine Notlandung am Berg Cerro Vizcachuna (Bolivien) durchgeführt werden. Bei deren Vorbereitung prallte das Flugzeug in 12.000 Fuß (3.660 Metern) Höhe gegen eine Klippe und stürzte ab. Alle 4 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug, wurden durch die Wartungsfehler am rechten Triebwerk getötet.

4. Februar – Eine Hawker Siddeley 748-105 Srs. 1 der Aerolíneas Argentinas (LV-HGW) stürzte auf dem Weg von Corrientes nach Rosario nahe Loma Alta ab, nachdem die Besatzung die Kontrolle über das Flugzeug aufgrund schwerer Turbulenzen in einer Gewitterfront verloren hatte. Alle 37 Insassen starben.

9. Februar – An einer De Havilland DH.106 Comet 4C der ägyptischen United Arab Airlines (heute Egypt Air) (SU-ALE) kam es beim Start vom Flughafen München-Riem (Bayern) zum Schütteln der Maschine, wahrscheinlich durch Vereisung. Obwohl das Flugzeug schon höher als 10 Meter in der Luft war, brach der Kapitän den Start wieder ab. Natürlich überrollte das Flugzeug daraufhin das Landebahnende und raste durch einen Zaun und einen Graben. Das Fahrwerk wurde abgerissen, Feuer brach aus. Dennoch überlebten alle 23 Insassen, neun Besatzungsmitglieder und 14 Passagiere, den Unfall. Das Flugzeug wurde zerstört.

12. Februar – Eine Douglas DC-3/C-47-DL der kolumbianischen Lineas Aereas La Urraca (HK-1270) stürzte in der Nähe von Puerto López (Kolumbien) ab. Etwa 55 Minuten nach Beginn des Fluges überdrehte das Triebwerk Nr. 1. Die Besatzung meldete, dass sie zum Ausgangspunkt umkehren würde, dem Flughafen Villavicencio-Vanguardia. Allerdings stürzte das Flugzeug 23 Minuten später ab, noch 73 Kilometer östlich des Zielflughafens. Alle 14 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 10 Passagiere, kamen ums Leben.

(A) 15. Februar – Eine Douglas DC-9-32 der Dominicana de Aviación (HI-177) stürzte auf dem Weg zum Flughafen San Juan (Puerto Rico) kurz nach dem Start in Santo Domingo (Dominikanische Republik) ins Meer. Alle 102 Menschen an Bord starben (siehe auch Dominicana-de-Aviación-Flug 603).Unfallbericht DC-9-32 HI-177, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. Juli 2017.

17. Februar – Eine Fokker F-27-100 der Türk Hava Yollari – THY (TC-TEZ) wurde auf dem damaligen Flughafen Samsun-Samair (Türkei) zu weit hinten auf der Landebahn aufgesetzt und überrollte das Landebahnende in schlammigen Boden hinein. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt. Alle 29 Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, überlebten den Unfall.Unfallbericht F-27-100 TC-TEZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. August 2019.

20. Februar – Eine Convair CV-240-0 der US-amerikanischen Jet International (N741J) flog mit zahlreichen bekannten Wartungsmängeln. Da sich das Fahrwerk aufgrund von Korrosion und anderen Wartungsmängeln nicht verriegeln ließ, entschied sich die Besatzung für eine Notlandung auf der Langley Air Force Base (Virginia), die auf einem Schaumteppich als Bauchlandung durchgeführt werden musste. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 28 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 24 Passagiere, überlebten den Unfall.

(A) 21. Februar – Nach einer Bombenexplosion stürzte die Convair CV-990 HB-ICD der Swissair bei Würenlingen (Schweiz) auf dem Flug von Zürich nach Tel Aviv ab. Alle 47 Menschen an Bord starben (siehe auch Swissair-Flug 330).Unfallbericht CV-990 HB-ICD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2019.

25. Februar – Bei einer Curtiss C-46 Commando der bolivianischen Servicios Aéreos Curtiss (TI-1065) kam es während des Starts vom Flugplatz San Francisco (Moxos) (Bolivien) zu Fehlzündungen und einem Leistungsverlust des Motors Nr. 1 (links). Während des Versuchs, mit dem brennenden Triebwerk zum Startflugplatz zurückzukehren, ging die Geschwindigkeit immer weiter zurück, so dass eine Notlandung durchgeführt wurde. Dabei wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Die beiden Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug, überlebten den Unfall. Als Ursachen wurden ein defekter Vergaser des Triebwerks Nr. 1 sowie die exzessive Überladung des Flugzeugs ermittelt.

Im März 1970 (genaues Datum unbekannt) verunglückte eine Curtiss C-46A Commando der kolumbianischen Aeropesca Colombia (HK-790) in der Nähe des Flughafens Villavicencio (Kolumbien). Über Personenschäden ist nichts bekannt. Das Flugzeug wurde zerstört.

6. März – Die einzige Handley Page HP-137 Jetstream 1 der deutschen Fluggesellschaft Bavaria (D-INAH) verunglückte im Anflug auf den schweizerischen Flugplatz Samedan. Bei dem in München-Riem gestarteten Flugzeug kam es im Landeanflug zu einem Triebwerksschaden, wobei die Piloten die Kontrolle verloren und die Maschine etwa drei Kilometer vor der Landebahnschwelle abstürzte. Die zwei Besatzungsmitglieder und alle neun Passagiere kamen bei dem Unglück ums Leben.Unfallbericht HP-137 Jetstream D-INAH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. November 2019.

12. März – Eine Douglas DC-6B der Ethiopian Airlines (ET-AAY) überrollte bei der Landung auf dem Flughafen Asmara (Äthiopien) das Landebahnende und ging in Flammen auf. Es wurde gemeldet, dass die Schubumkehr nicht funktionierte. Alle drei Besatzungsmitglieder und ein Passagier, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug, überlebten den Unfall.

14. März – Eine Fairchild-Hiller FH-227B der brasilianischen Paraense Transportes Aéreos (PP-BUF) stürzte bei heftigem Regen im Queranflug auf die Landebahn 06 am Flughafen Belém (Brasilien) 800 Meter vor der Bahn in die Guajará Bay. Von den 40 Insassen kamen 38 ums Leben, der Kapitän und drei weitere Besatzungsmitglieder sowie 34 der 35 Passagiere.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 106 (englisch), März 2008, S. 2008/048.