Marta Wolff, auch Martha (* 6. September 1871 in Berlin; † 22. September 1942 KZ Theresienstadt) war eine deutsche Fotografin.
Leben Marta Wolff war die Tochter des Berliner Tuchhändlers Adolph Wolff und der Recha Davidsohn, die am 3. Januar 1865 in Berlin heirateten. Um 1870 lebte die Familie in der Potsdamer Straße 26a. Der Schriftsteller, Publizist und Kritiker Theodor Wolff (1868–1943) war ihr Bruder, der Verleger Rudolf Mosse (1843–1920) ihr Cousin.Vgl. Klaus Flick: Art. „Marta Wolff“ - Judenhäuser in Wiesbaden 1939 – 1942. Das Schicksal ihrer Eigentümer und Bewohner (Stand: 2020).
Ihre Fotografien sind größtenteils Porträts von am Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin lebenden Künstlern, Literaten oder Komponisten.Vgl. Klaus Flick: Art. „Marta Wolff“ - Judenhäuser in Wiesbaden 1939 – 1942. Das Schicksal ihrer Eigentümer und Bewohner (Stand: 2020). Die Porträts wurden auch in mehreren Zeitschriften um 1900 abgedruckt. 1922 wurde Marta Wolff Mitglied in der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Photographie.Vgl. Photographische Rundschau und Mitteilungen 1922, Heft 12, S. 67 (Digitalisat GoogleBooks). Die Geschäftstelle des Vereins befand sich am Viktoria-Luise-Platz 6, was nahelegen könnte, dass Marta Wolff ihre Ausbildung im dortigen Lette-Verein erhielt. In Berlin betrieb sie zuletzt eine Photographische Werkstatt in der Genthiner Straße 37Vgl. Adressbuch Berlin 1932, Teil, S. 3730 (Digitalisat ZLB Berlin). bzw. Genthiner Straße 19Vgl. Adressbuch Berlin 1933, Teil, S. 3006 (Digitalisat ZLB Berlin)..
Um 1933 lebte Marta Wolff in der „Pension Mea“ in der Dörnbergstraße 7 in Berlin (Tiergarten). Ende 1933 verließ sie Berlin und lebte kurzzeitig in Italien, kehrte aber im Oktober 1934 nach Deutschland zurück, zunächst lebte sie in Garmisch, dann in Wiesbaden, dort zuletzt in der Parkstraße 36. Im November 1940 wurde sie in ein sog. Judenhaus in der Herrngartenstraße 11 in Wiesbaden zwangsumgesiedelt. Am 1. September 1942 wurde Marta Wolff nach Theresienstadt deportiert. Am Mittag des 22. September 1942 starb sie dort an einer Lungenentzündung.Todesfallanzeige in Database Holocaust.czVgl. Klaus Flick: Art. „Marta Wolff“ - Judenhäuser in Wiesbaden 1939 – 1942. Das Schicksal ihrer Eigentümer und Bewohner (Stand: 2020).
Porträtfotografien (Auswahl)
mini|Signatur der FotografinAusschnitt, Porträt Wilhelm Hegeler mit Widmung an Elisabeth Förster-Nietzsche. Quelle: Signatur GSA 101/248 (Bearbeitungsstand 29.10.2025), in: Archivdatenbank des Goethe- und Schiller-Archivs, URL: https://ores.klassik-stiftung.de/ords/f?p=401:2:::::P2_ID:157104, abgerufen am 10. Dezember 2025.Eugen d’Albert
Ferruccio Busoni
Friedrich Haase
Georg Hermann
Hermann Hosaeus Anna von Kahle Arthur Kampf Bernhard Kellermann Wilhelm Kimbel Oskar Kokoschka Hildegard Lehnert Hans Looschen Paul Meyerheim
Frieda Mitscherlich Bruno Paul Lia Rosen Fritz Schaper Alfred Scherres (1864–1924), Maler Stephan Sinding Franz Skarbina Lesser Ury Karl Vollmöller Herwarth Walden Emilie Welti
Literatur
Elisabeth Moortgat: Bildnisse europäischer Photographinnen 1920–1940. Ausstellung vom 15. April bis 30. Mai 1999, Das verborgene Museum, Berlin 1999.
Weblinks
Das verborgene Museum Berlin: Wolff, Marta. Biografie.
Das verborgene Museum Berlin: Webseite zur Ausstellung „Bildnisse europäischer Photographinnen 1920–1940“. Ausstellung vom 15. April bis 30. Mai 1999, Berlin 1999.
Klaus Flick: Art. „Marta Wolff“ - Judenhäuser in Wiesbaden 1939 – 1942. Das Schicksal ihrer Eigentümer und Bewohner (Stand: 2020). Eintrag „Martha Wolff“ Yad Vashem „Transport XII/2, Train Da 509 from Frankfurt am Main, Frankfurt a. Main (Wiesbaden), Hesse-Nassau, Germany to Theresienstadt, Ghetto, Czechoslovakia on 01/09/1942“ - Yad Vashem
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Porträtfotograf Kategorie:Todesopfer im Ghetto Theresienstadt Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1871 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Frau