mini|Mati Klarwein, 1992 Mati Klarwein (* 9. April 1932 in Hamburg; † 7. März 2002 in Deià, Mallorca) war ein deutsch-französischer Maler.
Leben Zur Zeit von Klarweins Geburt arbeitete sein Vater Ossip als Hauptentwurfsarchitekt im Architekturbüro Fritz Högers. Seine Mutter war die Opernsängerin Martha Else Kumme (13. November 1894–?), seit 26. Juli 1924 verh. Klarwein.Jacqueline Hénard, „Ossip Klarwein – Leben und Schicksahl“, in: Ossip Klarwein: Vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset, Publikation des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin mit Beiträgen von: Doron Bar, Dafna Berger Sperling, Johannes Cramer, Diana Dolev, Sigal Davidi, Jacqueline Hénard, Noah Hysler Rubin, Guy Jamo, Talia Margalit, Sue McRae und Hans Brandt (Übers.), Bönen: Kettler, 2025, S. 8–21, hier Seite wie gesondert angegeben. ISBN 978-3-98741-197-7. Nach Beendigung des laufenden Auftrags seines Vaters – der expressionistischen Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin – verließ dieser am 19. März 1933 Altona, da er als Jude in Deutschland keine Zukunft mehr hatten.Myra Warhaftig (): Sie legten den Grundstein. Leben und Wirken deutschsprachiger jüdischer Architekten in Palästina 1918–1948. Berlin / Tübingen: Wasmuth, 1996, S. 295. ISBN 3-8030-0171-4. Mati Klarwein mit Mutter und Großvater Menachem Klarwein folgten dem Vater am 11. April 1934 nach Haifa im britischen Mandatsgebiet Palästina.
Nach Scheidung der Eltern lebte Klarwein Anfang der 1940er Jahre mit seiner Mutter zeitweise in Naharija. Während eines Waffenstillstands im Krieg um Israels Unabhängigkeit reiste die Mutter mit Klarwein 1948 nach Paris aus, wo Mati Klarwein zunächst an der Beaux-Arts de Paris seine Ausbildung begann. Später lernte er bei Fernand Léger und danach von Ernst Fuchs, der sein Schaffen beeinflusste.
Bekannt wurde er vor allem durch die Gestaltung der Plattencover von Miles Davis Bitches Brew und Carlos Santanas Abraxas. Er gestaltete die Bilder vieler weiterer Plattencover (unter anderem von Jon Hassell und den Last Poets) und war ein gefragter Porträtmaler. Sein Vater erbaute ihm 1959 ein Sommerhaus am Mittelmeer in Deià, wo er seinen Sohn und Familie oft besuchte, bevor dieser sich dort 1984 dauerhaft niederließ.Johannes Cramer, „Werksverzeichnis“, in: Ossip Klarwein: Vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset, Publikation des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin mit Beiträgen von: Doron Bar, Dafna Berger Sperling, Johannes Cramer, Diana Dolev, Sigal Davidi, Jacqueline Hénard, Noah Hysler Rubin, Guy Jamo, Talia Margalit, Sue McRae und Hans Brandt (Übers.), Bönen: Kettler, 2025, S. 102–153, hier Seite wie gesondert angegeben. ISBN 978-3-98741-197-7.
Sein Stil erinnert in manchen Aspekten an seinen Malerkollegen und Freund Ernst Fuchs, entzieht sich aber letztlich jeder weiteren Beschreibung. Dem manchmal gewählten Etikett psychedelische Kunst steht die Aussage des Malers entgegen, dass er nicht unter dem Einfluss von Drogen male.
Mati Klarwein lebte seit Anfang der Sechzigerjahre auf Mallorca, wo er einen Monat vor seinem 70. Geburtstag im Jahr 2002 einem Krebsleiden erlag.
Weblinks
Deutschsprachige Homepage des Künstlers Englischsprachige Homepage des Künstlers (viele Bilder mit höherer Auflösung) Artikel über Klarweins Landschaften Mati Klarwein: ‘The most famous unknown painter in the world...’
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2002 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Mallorca)