mini|M. I. A. (2016) Mathangi „Maya“ Arulpragasam (Tamil: மாதங்கி 'மாயா' அருள்பிரகாசம்; * 18. Juli 1975MIA’s baby’s name revealed in NME vom 23. März 2009 in Hounslow, London, England) ist eine britische Rapperin, Sängerin und Musikproduzentin, die unter dem Kürzel M. I. A. auftritt, was in diesem Zusammenhang sowohl für Missing in Action als auch Missing in Acton steht. Ihr erfolgreichster Song ist Paper Planes aus dem Jahr 2007.

Karriere Ihre Eltern stammten aus Sri Lanka, wohin sie auch wieder zogen, als Maya sechs Monate alt war. Ihr Vater Arul Pragasam (nach dem die erste Platte Arular benannt ist) wurde dort Gründungsmitglied der Eelam Revolutionary Organisation of Students (EROS), einer militanten tamilischen Organisation. Durch diesen Umstand war er auch in Arulpragasams Kindheit kaum in der Familie präsent – in neun Jahren kam er laut Maya lediglich drei Mal zu Besuch. Ihre Mutter zog später mit der zehnjährigen Maya und ihrer anderen Tochter wieder nach London, wo sie zuerst in einem Flüchtlingsheim unterkamen. Nach ihrem Schulabschluss studierte M. I. A. am Londoner Saint Martins College of Art Kunst und Film. Anschließend war sie als Malerin tätig.

Als sie für eine Graffiti-Ausstellung für den alternativen Turner Prize nominiert wurde, wurde Justine Frischmann, Frontfrau der Alternative Rockband Elastica, auf die junge Künstlerin aufmerksam. Sie erhielt zunächst den Auftrag, das Cover zu dem Album The Menace der Band zu gestalten. Es folgten die Regie zum Musikvideo Mad Dog God Dam und 2001 eine Dokumentation über die USA-Tour der Band. Die Musikerin Peaches, die im Vorprogramm der Tour auftrat, zeigte ihr die musikalischen Möglichkeiten der Groovebox und ermutigte sie, selbst Musik zu machen. Nach ihrer Rückkehr nach London begann Arulpragasam, Demosongs zu produzieren und strebte zunächst eine Karriere als Produzentin und Songwriterin an. Als sie jedoch keine Sängerin auftreiben konnte, entschied sie, den Gesang selbst aufzunehmen.

2003 brachte das Label Showbiz Records den Song Galang in einer Auflage von nur 500 Schallplatten heraus. In Klubs und bei Uniradiosendern wurde der Song schnell beliebt, über Filesharing wurde er weiter verbreitet.

2005 kam ihr erstes Album unter dem Künstlernamen M. I. A. mit dem Titel Arular heraus, das nach ihrem Vater benannt wurde. Das zweite Album Kala, der ihren erfolgreichsten Song Paper Planes beinhaltet, welcher 2008 als Single veröffentlicht wurde, erschien im Jahr 2007 und wurde nach ihrer Mutter benannt.

Die Musik ihrer Alben liegt zwischen Hip-Hop, Dancehall, Grime und Electro. Sie arbeitete bereits mehrmals mit dem US-amerikanischen Musiker DJ Diplo zusammen – so zum Beispiel auf dem Album Arular, auf welchem Diplo den Track Bucky Done Gun produzierte, welcher 2005 auch als Single veröffentlicht wurde.

2009 schrieb und sang sie das Lied O… Saya für den Film Slumdog Millionär zusammen mit dem indischen Musiker A. R. Rahman. Das Lied wurde für den Oscar für den besten Filmsong nominiert, den der Song Jai Ho aus demselben Film gewann. Ihre erfolgreichste Single Paper Planes wurde ebenfalls im Film verwendet.

Am 15. Oktober 2010 veröffentlichte sie auf Twitter einen Link zu einem neuen Song namens bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld.https://bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld.com/ Ähnliche, vorherige Veröffentlichungen dieser Art von ihr waren 4thepeopleontheboat und facebookgooglemyspaceyoutube. Im Mai 2014 veröffentlichte M. I. A. ein Musikvideo zum Song Double Bubble Trouble, in dem Schusswaffen aus einem 3D-Drucker, sog. Liberatoren, eine zentrale Rolle spielten. Sinn und Zweck der Aktion war es, die modernen Überwachungsmethoden der Regierungen zu kritisieren, unter dem Motto 1984 ist jetzt.

2018 wurde ein biographischer Dokumentarfilm mit dem Titel MATANGI / MAYA / M.I.A. von Steve Loveridge veröffentlicht, der den Aufstieg von M. I. A. zum Ruhm und ihren politischen Aktivismus im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Sri Lanka zeigt. Der Film wurde am Sundance Film Festival uraufgeführt und mit dem World Cinema Documentary Special Jury Award ausgezeichnet.

Privatleben M. I. A. war verlobt mit dem Milliardär und Erben von Seagram Distilleries Europe, Benjamin Bronfman (* 1982), dem Gründer des Plattenlabels „Green Owl Record“. Mit ihm hat sie einen gemeinsamen Sohn, Ikhyd Edgar.

Kontroversen Der Musiksender MTV lehnte es ab, ihr Video Sunshowers zu spielen, solange sie nicht eine Textpassage entfernt, welche sich auf die Palästinensische Befreiungsorganisation bezieht. In dem Lied rappte M. I. A. „Like PLO I Don’t Surrender“ – „Ich gebe wie die PLO niemals auf“.

Auch tauschte MTV nach der Erstellung des Videos zu Paper Planes die wiederkehrende Sequenz der vier Revolverschüsse aus Jugendschutzgründen durch ein gefälligeres und weniger martialisches Soundsample aus. Die Künstlerin war darüber sehr verärgert.

2010 stellte M. I. A. einen Videoclip des Regisseurs Romain Gavras zu dem Song Born Free ins Internet. Der Kunstfilm zeigt die Verfolgung von Rothaarigen als Beispiel für Rassismus und staatliche Unterdrückung. YouTube sperrte das Video für Minderjährige und ließ zwei äußerst brutale Einstellungen kürzen. Daraufhin warf M. I. A. dem Videoportal vor, scheinheilig zu sein, da es Filmblut schlimmer als Exekutionsvideos finde.Andrian Kreye: Auf Provokation folgt Zensur. In Süddeutsche Zeitung, 29. April 2010. Dabei bezog sie sich auf zuvor von ihr auf dem Video-Portal gefundene Videos, in denen sri-lankische Soldaten unbewaffnete, nackte Männer erschießen.https://www.spiegel.de/politik/ausland/kriegsverbrechen-in-sri-lanka-kopfschuss-gelaechter-genickschuss-a-645641.html

Während eines Auftritts mit Madonna und Nicki Minaj beim Super Bowl 2012 hielt die Rapperin ihren Mittelfinger in die Kamera. Das live übertragende NBC und die National Football League entschuldigten sich daraufhin bei den Zuschauern. Die Geste habe ihrem Ex-Verlobten Benjamin Bronfman gegolten und nicht dem Publikum.

Im 2015 veröffentlichten Video zu ihrem Song Borders trägt sie ein Trikot des französischen Fußballvereins Paris Saint-Germain, auf dem der Werbeslogan von deren Sponsor Emirates in Fly Pirates abgewandelt wurde. Darauf reagierten die Anwälte des Clubs mit einer Abmahnung.Daniel Bax: Musik, die über Grenzen geht. In: Amnesty Journal, Ausgabe August/September 2017, S. 69.

Ihre Beteiligung an der Werbekampagne Rewear it von H&M im Jahr 2016 sorgte für Irritationen in der Musikszene. Das Unternehmen, das für seine Produktionsbedingungen in sogenannten Billiglohnländern in der Kritik steht, warb mit ihr und ihrem gleichnamigen Song für Kleidungsrecycling.

Im April 2020 wurde M. I. A. im Zuge der COVID-19-Pandemie kritisiert, weil sie in sozialen Medien Falschmeldungen verbreitete, nach denen das Virus mit der Mobilfunktechnologie 5G im Zusammenhang stünde.Jim Waterson: "Influencers among 'key distributors' of coronavirus misinformation" theguardian.com vom 7. April 2020 Nach dem Rückzug des „Impfskeptikers“ Robert F. Kennedy Jr. aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf erklärte M.I.A. ihre Unterstützung für Donald Trump.Daniel Peters: M.I.A. endorses Donald Trump after Robert F. Kennedy Jr. backing ("M.I.A. quote-tweeted a livestream of the rally with Kennedy Jr. and shared her official endorsement of Trump") - NME, 24. August 2024

Diskografie

Studioalben

Singles als Leadmusikerin

Weitere Singles 2005: Hombre 2006: Bird Flu 2007: Boyz 2010: Born Free 2010: Steppin Up 2010: Teqkilla 2010: Tell Me Why 2010: It Takes a Muscle 2011: Internet Connection 2013: Bring the Noize 2013: Come Walk with Me 2013: Y.A.L.A. 2014: Double Bubble Trouble 2015: Sexodus 2015: Swords 2015: Borders 2016: Get Off 2016: Bird Song 2017: P.O.W.A. 2020: Up Inna 2020: CTRL 2022: The One 2022: Popular 2022: Beep

Singles als Gastmusikerin

Weitere Gastbeiträge 2007: Sound of Kuduro (Buraka Som Sistema feat. DJ Znobia, Saborosa, Puto Prata & M.I.A.) 2009: Bang (Rye Rye feat. M.I.A.) 2010: Sunshine (Rye Rye feat. M.I.A.) 2011: C.T.F.O. (SebastiAn feat. M.I.A.) 2016: Temple (Baauer feat. M.I.A. & G-Dragon)

Videoalben

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

2020: für die Single Paper Planes

2024: für die Single Paper Planes

2020: für die Single Franchise

2022: für die Single Franchise

2024: für die Single Paper Planes

2025: für das Lied Fine Whine

Platin-Schallplatte

2024: für die Single Bad Girls

2012: für die Single Give Me All Your Luvin’

2018: für das Album Kala

2022: für die Single Bad Girls 2025: für das Album Kala

2024: für die Single Franchise2× Platin-Schallplatte

2023: für die Single Franchise

3× Platin-Schallplatte

2024: für die Single Give Me All Your Luvin’

5× Platin-Schallplatte

2026: für die Single Paper Planes

7× Platin-Schallplatte

2023: für die Single Paper Planes

Einzelnachweise

Weblinks

M.I.A. auf Tumblr

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