Das Soudal Quick-Step ist ein belgisches Radsportteam mit Sitz in Luxemburg, das im Jahr 2003 unter dem Namen Quick Step-Davitamon von dem Langzeitteamchef Patrick Lefevere gegründet wurde. Seit 2017 trägt das Team den Spitznamen „The Wolfpack“.

Die belgische Mannschaft galt lange Zeit als stärkste Kraft bei den großen Eintagesrennen und erzielte mit Fahrern wie Tom Boonen, Paolo Bettini, Philippe Gilbert und Julian Alaphilippe zahlreiche Siege bei Paris–Roubaix (2005, 2008, 2009, 2012, 2014, 2019), der Flandern-Rundfahrt (2005, 2006, 2008, 2009, 2012, 2017, 2018, 2021), Mailand–Sanremo (2003, 2006, 2019), Lüttich–Bastogne–Lüttich (2018, 2022, 2023) und der Lombardei-Rundfahrt (2005, 2006). In der näheren Vergangenheit formierte sich die Mannschaft jedoch zusehends um den Belgier Remco Evenepoel der bei der Vuelta a España 2022 für den ersten Grand-Tour-Gesamtsieg des Teams sorgte.

Weiters führte die Mannschaft in den Jahren 2018, 2019 und 2021 das UCI-Team-Ranking an und konnte zwischen 2012 und 2021 jeweils die meisten Erfolge einfahren. Das bislang erfolgreichste Jahr stellte die Saison 2018 dar, als das belgische Team insgesamt 73 Siege feierte.

Organisation Die belgische Mannschaft wird von der luxemburgischen Gesellschaft Decolef lux SARL betrieben, wobei der tschechische Unternehmer Zdeněk Bakala und der niederländische Geschäftsmann Bessel Kok seit November 2010 die Mehrheit der Geschäftsanteile halten und so für eine Liquiditätsgarantie der Mannschaft sorgen.cyclingnews.com vom 2. Januar 2011: Quick Step presented with new financial backer Als CEO der Mannschaft fungierte bis ins Jahr 2024 der frühere Radsportler und spätere Teamchef Patrick Lefevere, der das Team im Jahr 2003 gründete, indem er die Mannschaften Mapei und Domo-Farm Frites vereinte. Die damalige Betreibergesellschaft Esperanza bvba wurde später von der Decolef lux SARL übernommen. Nachdem er die Mannschaft für 21 Jahre geführt hatte, gab Patrick Lefevere im Vorfeld der Saison 2025 seinen Posten als CEO an den Belgier Jürgen Foré ab, der ihn im Jahr 2024 als COO unterstützt hatte. Der Langzeitteamchef wechselte nun als Ehrenmitglied in den Vorstand, in dem er gemeinsam mit Zdeněk Bakala und Auret Van Zyl weiterhin die Geschicke der Mannschaft führt.

Die Mannschaft erhielt im Jahr 2005 eine Lizenz als UCI ProTeam und zählt seit 2015 zu den nachfolgenden UCI WorldTeams. Seit der Gründung im Jahr 2003 dient Quick-Step, eine Marke für Bodenbeläge der Unilin BVBA aus Wielsbeke, durchgehend als Namensgeber, während die Co-Sponsoren der Mannschaft im Verlauf der Saisonen öfters wechselten. Der aktuelle Co-Sponsor, Soudal, ist ein Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen.

Am 8. Juni 2008 verließ Quick Step vorübergehend die Vereinigung der Profimannschaften AIGCP. Begründet wurde dieser Schritt durch die massiven Unterschiede bezüglich Budgets und Standards zwischen den Profiteams.radsport-news.com: Patrick Lefevere Quick Step verlässt Profiteam-Vereinigung AIGCP abgerufen am 10. Juni 2008 Aktuell ist das Team jedoch Mitglied der AIGCP.

Mit Ablauf der Saison 2011 wurde das Team mit dem Team Omega Pharma-Lotto fusioniert, wobei es ursprünglich hieß, dass die Betreiberfirma von Omega Pharma-Lotto, Belgian Cycling Company sa, das Management des gemeinsamen Teams übernehmen würde.cyclingnews.com vom 8. August 2011:Lefevere holding out for Gilbert and Van Den Broeck (englisch) Allerdings übernahm das gemeinsame Team nicht nur den Großteil der Fahrer und des Personals des Quick Step Cycling Teams, sondern firmierte auch unter der Adresse des Betreibers Esperanza bvba. Zu Beginn der Saison 2014 verlegte Patrick Lefevere die Betreibergesellschaft unter dem Namen Decolef lux sarl nach Luxemburg.vgl. abgerufen am 3. April 2014 Im Herbst 2023 wurden Pläne bekannt, die Mannschaft mit Beginn der Saison 2024 mit dem niederländischen Team Jumbo-Visma zu fusionieren. Nach einigen Tagen wurde die Fusion abgesagt. Lefevere und Bakala einigten sich darauf, das Soudal Quick Step-Team noch zwei weitere Jahre zu betreiben.

Geschichte Die belgische Quick-Step-Mannschaft gilt als Nachfolger des italienischen Mapei-Teams. Gegründet wurde die Mannschaft im Jahr 2003 von Patrick Lefevere, wobei er die beiden Teams Mapei und Domo-Farm Frites unter dem Hauptsponsor Quick-Step vereinte. Bereits im Jahr 1995 war Patrick Lefevere für das Mapei-Team tätig, ehe er mit der Saison 1998 den Italiener Giuseppe Saronni als Teamchef ersetzte. Zugleich lukrierte er damals mit Quick-Step einen neuen Co-Sponsor. Dieser blieb fixer Bestandteil des Teams, ehe sich Mapei nach der Saison 2002 aufgrund von anhaltender Dopingskandale aus dem Radsport zurückzog. Patrick Lefevere hatte unterdessen im Jahr 2001 das Team Domo-Farm Frites gegründet, das um den belgischen Kern der Mapei-Mannschaft aufgebaut worden war.

Quickstep-Davitamon (2003–2004) mini|Paolo Bettini sorgte für die ersten großen Erfolge der Mannschaft. Er gewann Mailand–Sanremo 2003 und wird 2004 Olympiasieger. In ihrer ersten Saison fuhr die neugegründete Mannschaft unter dem Namen Quickstep-Davitamon. Von den 25 Fahrern stammten jeweils zehn aus den Teams Mapei und Domo-Farm Frites. Neu hinzu kam der damals 22-jährige Tom Boonen, der in seiner ersten Saison als Radprofi für das US Postal Team als Dritter auf dem Podium von Paris–Roubaix gestanden war. Als Kapitäne galten die Belgier Johan Museeuw und Frank Vandenbroucke, sowie der Italiener Paolo Bettini, die damals zu den besten Klassiker-Fahrern zählten. Weitere bekannte Fahrer waren der Franzose Richard Virenque, der die Bergwertung der Tour de France zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Mal für sich entschieden hatte und der erst 23-jährige Michael Rogers. Für den ersten Saisonsieg des Quickstep-Davitamon sorgte der Belgier Servais Knaven als er bereits im Februar eine Etappe der Katar-Rundfahrt für sich entschied. Im Anschluss folgte der erste große Erfolg durch Johan Museeuw beim Omloop Het Volk, ehe Paolo Bettini mit Mailand–Sanremo eines der fünf Monumente des Radsports gewann. Im weiteren Saisonverlauf triumphierte der Italiener auch bei den Hamburger Cyclassics und der Clásica San Sebastián und gewann die vorletzte Austragung des UCI-Straßenradsport-Weltcups. Johan Museeuw und Tom Boonen blieben bei den Kopfsteinpflaster-Klassikern großteils hinter ihren Erwartungen zurück, wobei Frank Vandenbroucke als Zweiter auf dem Podium der Flandern-Rundfahrt stand. Bei der Tour de France waren Servais Knaven und Richard Virenque mit jeweils einem Etappensieg erfolgreich, wobei letzterer zum sechsten Mal die Bergwertung gewann. Für Aufsehen sorgte auch der junge Michael Rogers, der fünf der 19 Saisonsiege beisteuerte und am Ende des Jahres im kanadischen Hamilton Einzelzeitfahrweltmeister wurde, nachdem der Titel dem des Doping überführten David Millar aberkannt worden war.

Bereits nach einer Saison verließ Frank Vandenbroucke die Quickstep-Davitamon-Mannschaft wegen Streitigkeiten mit Patrick Lefevre. Johan Museeuw bestritt seine letzte Klassiker-Saison, ehe er seine Karriere nach dem Frühjahr beendete. Bei Paris-Roubaix bestritt er sein Vorletztes Rennen, wobei er in aussichtsreicher Position liegend kurz vor dem Ziel wegen eines Platten aus der Spitzengruppe zurückfiel. In seiner Zeit bei der Quick-Step-Mannschaft diente er zudem als Mentor für Tom Boonen, der im Frühjahr 2004 den E3-Preis, Gent–Wevelgem und den Scheldeprijs gewann. Insgesamt war Tom Boonen im Jahr 2004 19-mal erfolgreich. Bei seinem Tour-de-France-Debüt gewann er zwei Etappen, wobei er auch den abschließenden Sprint auf der Champs Élysées für sich entschied. Zwei weitere Tour-de-France-Etappensiege steuerten Richard Virenque und Juan Miguel Mercado bei, wobei ersterer zum siebten Mal die Bergwertung der Tour de France für sich entschied. Paolo Bettini gewann neben Tirreno–Adriatico auch die letzte Austragung des UCI-Straßenradsport-Weltcups und krönte sich im Straßenrennen von Athen zum Olympiasieger. Der Australier Michael Rogers verteidigte am Ende der Saison seinen Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren.

Quickstep-Innergetic (2005–2010) mini|Im Jahr 2005 gewinnt Tom Boonen die Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix. Mit dem Jahr 2005 ging die belgische Mannschaft unter dem Namen Quickstep-Innergetic als eines von 20 UCI ProTeams an den Start und war somit bei allen Wettbewerben der UCI ProTour startberechtigt. Neben Johan Museeuw beendete auch Richard Virenque seine Karriere, womit das Team zwei Leistungsträger verlor. Neu hinzu kamen namhafte Fahrer wie Filippo Pozzatto und Rik Verbrugghe. Die Mannschaft fokussierte sich somit weiterhin vorrangig auf die Klassiker und großen Eintagesrennen. Beim Omloop Het Volk feierte das Quickstep-Innergetic-Team einen Doppelsieg, wobei sich Nick Nuyens als Solist vor Tom Boonen durchsetzte, der den Sprint um den zweiten Rang gewann. Im weiteren Saisonverlauf stieg Tom Boonen zum Dominator bei den Kopfsteinpflaster-Klassikern auf und gewann zunächst den E3 Prijs Vlaanderen, ehe er sowohl die Flandern-Rundfahrt als auch Paris–Roubaix für sich entschied. Tom Boonen war somit erst der neunte Fahrer, der die beiden Monumente des Radsports in einem Jahr gewinnen konnte. Im Anschluss sicherte er sich auch die Gesamtwertung der Belgien-Rundfahrt und war auf zwei Etappen der Tour de France erfolgreich, die er jedoch auf der 11. Etappe als Träger des Grünen Trikot wegen Sturzverletzungen nicht in Angriff nahm. Durch Paolo Bettini war die Mannschaft erstmals auch bei den anderen beiden Grand Tours, dem Giro d’Italia und der Vuelta a España erfolgreich, da der zwischenzeitlich 31-jährige Italiener bei beiden Rundfahrten jeweils eine Etappe gewinnen konnte. Weiters führte er den Giro d’Italia für insgesamt vier Tage an, womit die Mannschaft erstmals ein Führungstrikot bei den großen Landesrundfahrten in ihren Reihen hatte. Am Ende der Saison folgten weitere Erfolge in der neugeschaffenen UCI ProTour. Filippo Pozzatto gewann die Hamburger Cyclassics, ehe Paolo Bettini Züri-Metzgete und die Lombardei-Rundfahrt für sich entschied. Die Mannschaft stellte somit in der Saison 2005 drei der fünf Sieger bei den Monumenten des Radsports. In der Gesamtwertung der UCI ProTour belegte die Quickstep-Innergetic-Mannschaft trotz ihrer 35 Saisonsiege nur den zwölften Rang, wobei sich Tom Boonen in der Einzelwertung nur dem Italiener Danilo Di Luca geschlagen geben musste. Für einen gebührenden Saisonabschluss sorgten Tom Boonen und Michael Rogers, als sie sich in Madrid zu den Weltmeistern im Straßenrennen bzw. Einzelzeitfahren krönten. Da Michael Rodgers die Mannschaft mit Saisonende verließ, hatte das Team mit Tom Boonen nur einen Träger des Regenbogentrikots in ihren Reihen. mini|Tom Boonen im Regenbogentrikot