Eadwulf (auch Eadulf, Etulb mac Ecuilb; † 717) war in den Jahren 705 und 706 für zwei Monate König des angelsächsischen Königreiches Northumbria.Simon Keynes: Kings of the Northumbrians. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 0-631-22492-0, S. 502–505.

Leben mini|Northumbria zur Zeit Eadwulfs Eadwulf stammte aus dem northumbrischen Adel. Seine genaue Herkunft ist unbekannt, doch war er möglicherweise mit dem deirischen Königshaus verwandt. Einzelne Historiker identifizieren ihn mit dem in irischen Annalen genannten Etulb mac Ecuilb (Eadwulf, Sohn des Ecgwulf) und halten ihn für einen Nachfahren des Ida von Bernicia.James Earle Fraser: From Caledonia to Pictland: Scotland to 795. Edinburgh University Press, 2009, ISBN 978-0-7486-1232-1, S. 268 (New Edinburgh history of Scotland, Band 1). Earnwine († 740) war sein Sohn.Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London / New York 2002, ISBN 0-415-16639-X, S. 87–89.

Als König Aldfrith 705 erkrankte war die Thronfolge nicht gesichert, da sein Sohn Osred erst etwa acht Jahre alt war. Am 14. Dezember 705 starb Aldfrith in Driffield.Angelsächsische Chronik zum Jahr 705 Einige Historiker datieren seinen Tod abweichend auf das Jahr 704. Es begann eine Zeit politischer Wirren, in der sich zunächst Eadwulf gegen die Anhänger Osreds durchsetzen konnte. Anfangs wurde Eadwulf auch von Wilfrid, dem Bischof von York, unterstützt, der von Aldfrith ins Exil getrieben worden war und nun eine Wiedereinsetzung in sein Amt erhoffte. Nachdem entsprechende Annäherungen aber erfolglos blieben, unterstützte Wilfrid fortan Osred.Eddius Stephanus: Vita Wilfridi 59 Eadwulfs Herrschaft dauerte nur zwei Monate. In der Nähe von Bamburgh kam es zu militärischen Auseinandersetzungen mit den Anhängern Osreds, zu denen dessen Tante Ælfflæd, Bischof Wilfrid und Ealdorman Beorhtfrith zählten. Eadwulf unterlag und musste ins Exil gehen. Osred folgte auf den Thron. Die dynastischen Streitigkeiten waren jedoch nur kurzfristig beigelegt und es begann eine Epoche des wirtschaftlichen und kulturellen Niedergangs. Eadwulf trat politisch nicht mehr in Erscheinung und verbrachte den Rest seines Lebens in der Gegend um Iona, wo er im Jahr 717 starb.James Earle Fraser: From Caledonia to Pictland: Scotland to 795, Edinburgh University Press, 2009, ISBN 978-0-7486-1232-1, S. 265 (New Edinburgh history of Scotland, Band 1).

Quellen Eddius Stephanus: Vita Wilfridi Annalen von Ulster, The Annals of Ulster AD 431-1201 in CELT: The Corpus of Electronic Texts

Literatur Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London / New York 2002, 0-415-16639-X; cultorweb.com (PDF; 6,2 MB). D. P. Kirby: The Earliest English Kings. Routledge, London / New York 2000, ISBN 0-415-24211-8. D. P. Kirby: Saint Wilfrid at Hexham. Taylor & Francis, 1974, ISBN 0-85362-155-1. James Earle Fraser: From Caledonia to Pictland: Scotland to 795. Edinburgh University Press, 2009, ISBN 978-0-7486-1232-1 (New Edinburgh history of Scotland, Band 1). David W. Rollason: Northumbria, 500-1100: Creation and Destruction of a Kingdom. Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-521-81335-2. John Cannon, Anne Hargreaves: The Kings and Queens of Britain. 2. überarb. Auflage. Oxford University Press, 2009, ISBN 978-0-19-955922-0.

Weblinks Eadwulf 2 in Prosopography of Anglo-Saxon England (PASE) Eadwulf in Foundation for Medieval Genealogy

Einzelnachweise

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