Torfjanoje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Neman der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich zwei Kilometer westlich von Kaschtanowka (Eigarren/Kernhall).
Geschichte Im 18. Jahrhundert war Waszeningken ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 178. Im Jahr 1874 wurde die Landgemeinde Waszeningken namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Ragnit.Rolf Jehke, Amtsbezirk Waschingen 1936 wurde die Schreibweise des Ortsnamens in Wascheningken geändert und 1938 wurde der Ort in Waschingen umbenannt.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkriegs mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt er den russischen Namen Torfjanoje – offensichtlich wegen seiner Nähe zum Torfmoor Königshuld (Kacksche Balis), heute russisch Boloto Welikoje – und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Tolstowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Spãter gelangte der Ort in den Malomoschaiski selski Sowet im Rajon Neman. Torfjanoje wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei), taucht er nicht mehr auf.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 118 1871 145 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 149 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 131 1910 142 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 131 1939 127
Amtsbezirk Waszeningken (Waschingen) 1874–1945 Der Amtsbezirk Waszeningken wurde 1874 im Kreis Ragnit eingerichtet. Er bestand zunächst aus 14 Landgemeinden (LG) und fünf Gutsbezirken (GB). Seit 1922 gehörte der Amtsbezirk zum Kreis Tilsit-Ragnit. 1939 wurde er in Waschingen umbenannt.
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Abschruten (LG)[Ksp Budwethen] Schroten Medowoje Antagminnen Mühle (GB) Wurde (aber) 1874 als „nicht incommunalisirter Wohnplatz“ bezeichnet, gehörte spätestens seit 1885 zum GB Kimschen Antskrebben (LG) Hutfelde Schirokodolje Wurde 1930 mit der LG Skrebben zur neuen LG Grünau zusammengeschlossen Audeaten (GB) Freiendorf Wurde 1928 mit der LG Kamschen zur neuen LG Audeaten zusammengeschlossen Budupönen Domäne (GB) Hüttenfelde Skljankino Wurde 1928 mit der LG Klein Puskeppeln zur neuen LG Budupönen BB stand für das Kirchspiel Budwethen zusammengeschlossen Dilben (LG) Lebedewo Wurde 1929 an die LG Lindicken angeschlossen Eigarren (LG) Kernhall Kaschtanowka Eszerninken (LG) Eschingen Wurde 1929 mit der LG Kummutschen zur neuen LG Wiesenfeld zusammengeschlossen Grünau (LG) Entstand 1930 aus dem Zusammenschluss der LGn Antskrebben und Skreppen Gudszen (LG)1936–1938: Gudschen Insterbergen Kamschen (LG) Wurde 1928 mit dem GB Audeaten zur neuen LG Audeaten zusammengeschlossen Kimschen (GB) Kleinlesgewangen Sabrodino Wurde 1928 an die LG Lesgewangminnen angeschlossen Klein Puskeppeln (LG) Pusken Wurde 1928 mit dem GB Budupönen Domäne zur neuen LG Budupönen B zusammengeschlossen Königshuld I (LG) Wyschkino Kummutschen (LG) Kummenhof Wurde 1929 mit der LG Eszerninken zur neuen LG Wiesenfeld zusammengeschlossen Lesgewangminnen (GB) Lesgewangen Melnitschnoje Wurde 1912 in eine LG umgewandelt Lindicken (LG)[Ksp Budwethen] Lukino Poplienen (LG) Poplingen Suslowo Wurde 1928 an die LG Königshuld I angeschlossen Skrebben (LG) Krebben Wurde 1930 mit der LG Antskrebben zur neuen LG Grünau zusammengeschlossen Waszeningken (LG)1936–1938: Wascheningken Waschingen Torfjanoje Wiesenfeld (LG) Entstand 1929 aus dem Zusammenschluss der LGn Eszerninken und Kummutschen
Im Jahr 1945 gehörten elf Landgemeinden zum Amtsbezirk: Freiendorf, Grünau, Hüttenfelde, Insterbergen, Kernhall, Königshuld I, Lesgewangen, Lindicken, Schroten, Waschingen und Wiesenfeld.
Kirche Waszeningken/Waschingen gehörte zum evangelischen Kirchspiel Budwethen.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad