Absichten oder Intentionen sind mentale Zustände, in denen sich der Handelnde auf eine bestimmte Handlung festlegt. Den Plan zu haben, morgen den Zoo zu besuchen, ist ein Beispiel für eine Absicht. Der Handlungsplan ist der Inhalt der Absicht, während die Festlegung die Einstellung zu diesem Inhalt ist. Andere mentale Zustände können Handlungspläne zum Inhalt haben, wie wenn man einen Plan bewundert, unterscheiden sich aber von Absichten, da sie keine praktische Festlegung zur Umsetzung dieses Plans beinhalten. Erfolgreiche Absichten rufen den beabsichtigten Handlungsablauf hervor, während erfolglose Absichten dies nicht tun. Absichten haben, wie viele andere mentale Zustände, Intentionalität: Sie stellen mögliche Sachverhalte dar.

Absichtstheorien versuchen, die charakteristischen Merkmale von Absichten zu erfassen. Laut dem traditionell vorherrschenden Ansatz ist eine Absicht nichts anderes als Wunsch, eine bestimmte Handlung auszuführen, und die Überzeugung, dass man diese Handlung ausführen wird. Solche Ansätze werden häufig aufgrund der Tatsache kritisiert, dass weder Überzeugung noch Wunsch eine praktische Festlegung zur Durchführung einer Handlung beinhalten, was häufig durch verschiedene Gegenbeispiele veranschaulicht wird. Die Evaluationstheorie versucht, dieses Problem zu überwinden, indem sie die Absicht in Bezug auf unbedingte Evaluationen erklärt. Das heißt, dass Absichten die beabsichtigte Handlungsweise nicht nur als in gewisser Hinsicht gut darstellen, wie dies bei Wünschen der Fall ist, sondern als alles in allem gut. Dieser Ansatz hat Probleme bei der Erklärung von Fällen von Akrasia, dass Personen nicht immer das beabsichtigen, was sie für die beste Handlungsweise halten. Eine eng verwandte Theorie identifiziert Absichten nicht mit unbedingten Evaluationen, sondern mit vorherrschenden Wünschen. Sie besagt, dass die Absicht, etwas zu tun, darin besteht, es am meisten zu wünschen. Gegner dieses Ansatzes haben verschiedene Gegenbeispiele formuliert, um zu zeigen, dass Absichten nicht immer mit dem stärksten Wunsch der Person übereinstimmen. Ein anderer Ansatz als die bisher erwähnten Theorien geht auf Elizabeth Anscombe zurück und weist die Unterscheidung zwischen Absichten und Handlungen zurück. Ihrer Ansicht nach ist die Absicht, ein Ziel zu erreichen, bereits eine Form des Handelns auf dieses Ziel hin und daher kein eigenständiger mentaler Zustand. Diese Sichtweise hat Schwierigkeiten, Fälle zu erklären, in denen Absichten und Handlungen scheinbar getrennt auftreten, wenn die Person derzeit nichts zur Verwirklichung ihres Plans unternimmt oder im Falle von gescheiterten Handlungen. Die Selbstreferentialitätstheorie besagt, dass Absichten selbstreferenziell sind, dass sie nicht nur eine Vorstellung der beabsichtigten Handlungsweise beinhalten, sondern zugleich sich selbst als Ursache der Handlung repräsentieren. Die Behauptung, dass dies auf der Ebene des Inhalts der Absicht geschieht, ist jedoch umstritten.

Der Begriff „Absicht“ bezieht sich auf eine Gruppe verwandter Phänomene. Aus diesem Grund unterscheiden Theoretiker oft verschiedene Arten von Absichten, um Missverständnisse zu vermeiden. Die meistdiskutierte Unterscheidung ist die zwischen prospektiven und unmittelbaren Absichten. Bei prospektiven Absichten, auch als „“ bezeichnet, geht es um Pläne für die Zukunft. Sie lassen sich danach unterteilen, wie weit sie in die Zukunft reichen: Proximale Absichten betreffen Pläne für das, was man sofort tun möchte, während distale Absichten sich auf eine weiter entfernte Zukunft beziehen. Unmittelbare Absichten hingegen sind Absichten, die den Handelnden leiten, während er die betreffende Handlung ausführt. Sie werden auch als „handlungsbezogene“ Absichten oder „“ bezeichnet. Der Begriff „Absicht“ bezieht sich in der Regel auf erwartete Mittel oder Ziele, die den Handelnden motivieren. In einigen Fällen kann er sich aber auch auf erwartete Nebeneffekte beziehen, die für den Handelnden weder Mittel noch Zweck sind. In diesem Fall wird manchmal der Begriff „oblique Intention“ verwendet. Absichten sind rational bewertbar: Sie sind entweder rational oder irrational. Bewusste Absichten sind die paradigmatische Form der Absicht: Bei ihnen ist sich der Handelnde seiner Ziele bewusst. Es wurde jedoch vorgeschlagen, dass Handlungen auch von unbewussten Absichten geleitet werden können, deren sich der Handelnde nicht bewusst ist.

Der Bildung von Absichten geht manchmal die Überlegung bezüglich vielversprechender Handlungsalternativen voraus. Sie kann in Entscheidungen erfolgen, bei denen die Person zwischen diesen Alternativen wählt.

Absichten sind dafür verantwortlich, Handlungen einzuleiten, aufrechtzuerhalten und zu beenden. Sie werden häufig verwendet, um zu erklären, warum Menschen ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen. Das Verhalten anderer in Bezug auf Absichten zu verstehen, findet bereits in der frühen Kindheit statt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Rolle von Gesten, Zeigen, Aufmerksamkeit und Augenbewegungen, um die Absichten anderer zu verstehen und gemeinsame Absichten zu bilden. In der Handlungstheorie ist eine zentrale Frage, ob es für alle intentionalen Handlungen gilt, dass sie von Absichten verursacht oder begleitet werden. Die Theorie des überlegten Handelns zielt darauf ab, Verhalten basierend darauf vorherzusagen, wie bereits bestehende Einstellungen und subjektive Normen die Verhaltensabsichten bestimmen. In der Ethik besagt das Absichtsprinzip, dass die moralische Zulässigkeit einer Handlung manchmal von der Absicht des Handelnden abhängt, diese Handlung auszuführen.

Definition Absichten sind mentale Zustände, die Handlungspläne beinhalten, auf die sich eine Person festgelegt hat. Als Handlungspläne können sie das Verhalten steuern. Der Handlungsplan stellt den Inhalt der Absicht dar, während die Festlegung die Einstellung der Person zu diesem Inhalt ist. Der Begriff „Absicht“ kann sowohl für prospektive Absichten verwendet werden, die noch nicht ausgeführt werden, als auch für Absichten, die das Verhalten in dem Moment steuern, in dem es geschieht, sogenannte unmittelbare Absichten, wie weiter unten erläutert. Die Absicht, morgen zu studieren, ist ein Beispiel für eine prospektive Absicht, während der Versuch, ein Spiel durch das Erzielen eines Drei-Punkte-Wurfs zu gewinnen, eine handlungsbezogene Absicht darstellt.

Die Alltagspsychologie erklärt menschliches Verhalten auf der Grundlage mentaler Zustände, einschließlich Überzeugungen, Wünschen und Absichten. Diese Erklärung beruht auf der Idee, dass Wünsche das Verhalten motivieren und Überzeugungen das Verhalten auf das gewünschte Ziel lenken. Dies kann im Sinne von Kausalketten verstanden werden, dass Wünsche Absichten verursachen, Absichten Handlungen verursachen und Handlungen die Verwirklichung des gewünschten Ergebnisses verursachen.

Inhalt und Festlegung Absichten können, wie viele andere mentale Zustände, als aus zwei Komponenten bestehend verstanden werden: einem Inhalt und einer Einstellung zu diesem Inhalt. Nach dieser Auffassung ist der Inhalt einer Absicht der betreffende Handlungsplan und die Einstellung beinhaltet eine Festlegung zur Ausführung dieser Handlung. Absichten können denselben Inhalt haben wie andere mentale Zustände, wie Überzeugungen oder Wünsche. Die verschiedenen mentalen Zustände unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Einstellungen. Die Idee, den Armen zu helfen, zu bewundern, unterscheidet sich beispielsweise von der Absicht, den Armen zu helfen, obwohl beide Zustände denselben Plan als Inhalt haben. Ein Unterschied zwischen Wünschen und Absichten besteht darin, dass Absichten ihren Inhalt stärker einschränken. Dazu gehört, dass Absichten auf mögliche Handlungsabläufe gerichtet sind, dass sie etwas beinhalten, was der Handelnde tun kann oder zumindest glaubt, tun zu können. Bei Wünschen hingegen gibt es diese Form der Einschränkung nicht. In diesem Sinne ist es möglich, sonniges Wetter für morgen zu wünschen, aber nicht, sonniges Wetter für morgen zu beabsichtigen.

Ein zentraler Aspekt von Absichten bezüglich der Einstellung zu ihrem Inhalt ist, dass sich die Person auf den betreffenden Plan festgelegt hat. Dies ist etwas anderes, als nur etwas tun zu wollen und zu denken, dass es gut wäre, es zu tun. Manchmal wird argumentiert, dass diese Festlegung in einem uneingeschränkten Urteil darüber besteht, dass die beabsichtigte Handlungsweise gut ist. Nach dieser Auffassung bewerten Absichten ihre beabsichtigte Handlungsweise als alles in allem gut. Dieser Aspekt steht im Gegensatz zu Wünschen, die ihr Objekt lediglich in gewisser Hinsicht als gut bewerten, aber offen lassen, ob es in anderer Hinsicht schlecht ist. Wer noch darüber nachdenkt, ob er eine bestimmte Handlung ausführen soll, hat sich beispielsweise noch nicht auf deren Ausführung festgelegt, es fehlt ihm daher die entsprechende Absicht. Es wurde argumentiert, dass diese Form der Festlegung einzigartig für Absichten ist und nicht bei anderen mentalen Zuständen, wie Überzeugungen oder Wünschen, zu finden ist. In diesem Sinne können Absichten auf Überzeungen und Wünschen beruhen oder von ihnen begleitet werden, sind aber nicht auf sie reduzierbar.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Absichten ist, dass sie Erfüllungsbedingungen () haben, wie Überzeugungen und Wünsche. Dies bedeutet, dass Absichten entweder erfolgreich oder erfolglos sind. Eine Absicht, die die beabsichtigte Handlung hervorruft, ist eine erfolgreiche Absicht. Aber wenn das hervorgerufene Verhalten sein Ziel verfehlt, ist die Absicht erfolglos. Der Inhalt der Absicht bestimmt ihre Erfüllungsbedingungen. Der Erfolg liegt in der Regel nicht vollständig in der Hand des Handelnden, da verschiedene Faktoren außerhalb der Kontrolle und des Bewusstseins des Handelnden den Ausgang der versuchten Handlung beeinflussen können.

Intention und Intentionalität Die Begriffe „Intention“ und „Absicht“ haben eine andere Bedeutung als der Begriff „Intentionalität“, obwohl sie eng miteinander verwandt sind. Intentionalität ist der allgemeinere Begriff: Er bezieht sich auf die Fähigkeit des Geistes, sich Dinge, Eigenschaften und Sachverhalte vorzustellen oder sie zu repräsentieren. Intentionen sind eine Form der Intentionalität, da ihre Inhalte mögliche Handlungsabläufe repräsentieren. Es gibt jedoch auch andere Formen der Intentionalität, wie einfache Überzeugungen oder Wahrnehmungen, die keine Intentionen beinhalten. Das Adjektiv „intentional“ ist mehrdeutig, da es sich entweder auf Intentionen oder auf Intentionalität beziehen kann.

Absichtstheorien Absichtstheorien versuchen, die charakteristischen Merkmale von Absichten zu erfassen. Einige Theorien konzentrieren sich eher auf prospektive oder auf unmittelbare Absichten, während andere versuchen, eine einheitliche Erklärung dieser verschiedenen Arten von Absichten zu liefern.

Basierend auf Überzeugung und Wunsch