mini|220px|Tangutische Dharani-Säulen, ausgestellt am Alten Lotusteich (古蓮花池) in Baoding (Säule A links, Säule B rechts) mini|220px|Seite eines Blockdruckes des zweisprachigen tangutisch-chinesischen Glossars Die Perle in der Hand (chin. 番漢合時掌中珠; Pinyin: Fān-Hàn Héshí Zhǎngzhōngzhū) aus den nördlichen Mogao-Grotten

Die Tangutologie (chin. Xīxiàxué 西夏學 „Xixiaologie / Xi-Xia-Kunde“ oder Xixia yanjiu 西夏研究 „Xixia-Studien“Nach der Westlichen Xia-Dynastie oder Xi Xia (chinesisch 西夏, Pinyin Xī Xià).) ist die Lehre von den Tanguten () im Allgemeinen und der Westlichen Xia-Dynastie im Besonderen. Es ist im engeren Sinne das Studium der Geschichte, Kunst und Sprache des Xixia-Volkes durch das Studium der Xixia-Literatur.Hongyin Nie: Tangutology During the Past Decades. In: Monumenta Serica. 41, 1993, ISSN 0254-9948, S. 329–347Adam T. Kessler: Song Blue and White Porcelain on the Silk Road (= Volume 27 of Studies in Asian Art and Archaeology). Brill, 2012, ISBN 9789004218598, S. 21 Da die Xixia-Sprache eine tote Sprache ist, hat sich die Grundlage der Xixia-Studien auf das Studium der Xixia-Sprache und die Interpretation der Xixia-Schrift verlagert.

Geschichte Das Volk der Tanguten gründete das Xixia-Reich (Xī Xià 西夏) im Nordwesten Chinas (1038–1227), der schließlich von den Mongolen zerstört wurde. Die Xixia-Schrift wurde 1036 geschaffen und war während der Xixia- und Yuan-Dynastien (1271–1368) in gedruckten Büchern und auf Inschriften weit verbreitet. Die Xixia-Sprache ist während der Ming-Dynastie (1368–1644) ausgestorben. Das jüngste Beispiel für eine Xixia-Schrift ist die Xixia-Steinsäulenchinesisch 西夏文石幢; Pinyin: Xīxiàwén shíchuáng von 1502, die in Baoding, Hebei, errichtet wurde.Ruth Dunnell: The Hsia Origins of the Yüan Institution of Imperial Preceptor. In: Asia Major. 5, 1992, S. 85–111. Während der Qing-Dynastie (1644–1911) gingen alle Xixia-Sprachen und -Schriften verloren, und keine Song-, Yuan-, Ming- oder Qing-Dokumente sind in Xixia erhalten geblieben. Erst im 19. Jahrhundert wurden die Xixia-Sprache und -Schrift wiederentdeckt.

Besonders stark aufgestellt in der wissenschaftlichen Forschung außerhalb Chinas sind Russland (seit N. A. Newskirussisch Николай Александрович Невский, wiss. Transliteration - Der Begründer der sowjetischen Tangutologie hatte den Wert der neueren Textfunde erkannt, die für die gesamte zentralasiatische Volkskunde neue Perspektiven eröffneten.) und Japan.

Siehe auch Liste von Tangutologen

Literatur G. Ya. Smolinrussisch Георгий Яковлевич Смолин: Soviet Works on the History of China and Neighbouring Countries in the 10th–13th Centuries, 1967–1976. 1979 (verzeichnet grundlegende Werke zur Tangutologie u. a. in russischer Sprache)

Helwig Schmidt-Glintzer: Geschichte Chinas bis zur mongolischen Eroberung. 1999 (Online-Teilansicht)

Michail Borissowitsch Piotrowski, Dieter Langhart-Richli: Die schwarze Stadt an der Seidenstrasse: buddhistische Kunst aus Khara Khoto (10.–13. Jahrhundert). 1993 - Inhalt (Katalog einer Ausstellung der Funde aus Khara Khoto, die sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg befinden. Sie wurden von Piotr Koslow bei einer seiner Zentralasienexpeditionen ausgegraben. Khara Khoto gehörte zum Reich der Tanguten, Xixia, das im 13. Jahrhundert zerstört wurde, und in seiner Kunst viele Einflüsse aus Tibet und China verarbeitet hat.) Eine von Je. I. Kytschanowrussisch Евгений Иванович Кычанов zusammengestellte Bibliographie zur Tangutologie siehe in: Chinesische Klassiker in tangutischer Übersetzung (Lunyu, Mengzi, Xiaojing). Памятники письменности Востока / Literaturdenkmäler des Ostens, Moskau 1966, S. 136–143 (russisch)

Einzelnachweise und Fußnoten

Kategorie:Westliche Xia-Dynastie