Die Ilz (im Oberlauf auch Große Ohe oder Schönberger OheBayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung) ist ein auf dem Namensabschnitt etwa 40 km, auf dem Hauptstrang mit seinen Oberläufen fast 70 km langer linker Zufluss der Donau im südöstlichen Bayerischen Wald.
Name Der Fluss wird im Jahr 1010 (fluminis Ilzisa) erstmals schriftlich erwähnt. Der Name ist keltischen Ursprungs und leitet sich von *elito- für 'grau' ab.
Geographie mini|links|Einzugsgebiet der Ilz (Donau) Verlauf Die Ilz entspringt auf deutscher Seite im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald. Ihre Quellflüsse Kleine Ohe (Grafenauer Ohe), Große Ohe und Mitternacher Ohe entstammen der Region zwischen den Bergen Rachel (1.453 m) und Lusen (1.373 m). Sie vereinigen sich an der Ettlmühle unweit der Ortschaft Eberhardsreuth im Gemeindegebiet Schönberg. In der Nähe von Fürsteneck vermehrt die Wolfsteiner Ohe die Wasserführung der Ilz auf mehr als das Doppelte Die Quellflüsse der Wolfsteiner Ohe sind der Reschbach und der etwas größere Saußbach; ihr Hauptnebenfluss ist der Osterbach.
Die Ilz mündet in Passau in die Donau, nur wenig oberhalb der Inn-Mündung gegenüber. Sie ist fast auf ihrer gesamten Länge weitgehend naturnah erhalten. Die Ilz hat am Pegel Kalteneck, 18,9 km vor der Mündung in Passau, einen langjährigen mittleren Abfluss von 16,1 m³/s. An der Mündung sind es rund 17 m³/s.
Zuflüsse und Seen Hierarchische Liste der Zuflüsse und 10px Seen vom Zusammenfluss der Oberläufe bis zur Mündung. Auswahl mit nur wenigen indirekten Zuflüssen. Teils mit Gewässerlänge, Einzugsgebiet und Höhe. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Zusammenfluss von Großer und Kleiner Ohe zur anfangs wie die Große Ilz auch Schönberger Ohe genannten Ilz auf ca. kurz vor der Ettlmühle von Grafenau.
Große Ohe, rechter und nördlicher Oberlauf, 29,1 km mit dem Gewässerstrang Seebach → Große Ohe und 199,7 km². Der Seebach entsteht auf etwa am Osthang des Großen Rachels über dem Rachelsee und der Seewand. Schwarzach, von rechts und insgesamt Norden auf etwa in Spiegelau, 8,0 km und 21,2 km². Entspringt auf etwa am Südabfall des Großen Rachel. Mitternacher Ohe, von rechts und Nordwesten auf etwa wenig nördlich von Schönberg-Eberhardsreuth, 23,6 km mit dem Gewässerstrang Schindelaubach → Röhrnachbach → Mitternacher Ohe und 114,0 km². Die höchste Quelle Markbrunnen des Schindelaubachs liegt auf etwa am Osthang des Eschenbergs. Kleine Ohe oder Grafenauer Ohe, linker und nordöstlicher Oberlauf, 26,8 km mit Gewässerstrang Filzbach → Kleine Ohe und 105,3 km². Der Filzbach entsteht auf etwa östlich von Neuschönau-Waldhäuser auf dem Sattel zwischen Lusen und Waldhäuserriegel. Knottenbach, von links und Nordnordosten auf etwa vor der Schönauer Mühle von Neuschönau-Forstwald, 4,9 km mit dem Gewässerstrang Dilauer Seige → Knottenbach und 9,0 km². Die Dilauer Seige entsteht auf etwa am Südwesthang des Waldhäuserriegels. Sagwasser, am Unterlauf Sägwasser, von links und Nordosten auf etwa am Südrand von Neuschönau-Schönanger, 12,7 km und 29,7 km². Entsteht auf etwa am Südosthang des Lusen. Grüberbach, von rechts und Nordnordosten auf etwa im westlichen Grafenau, 5,9 km mit dem Gewässerstrang Einbergbach → Grüberbach und 11,8 km². Der Einbergbach entsteht auf etwa am Kloster von Draxlschlag. Steckenbach, vielleicht auch Streckenbach, von links und Nordosten auf etwa in Grafenau-Gehmannsberg, XX km mit dem Gewässerstrang Haselbach → Steckenbach und 9,4 km². Entsteht auf etwa östlich von Grafenau-Neudorf. Haselbach, von links und Osten auf etwa vor der Rosenbergermühle von Eberhardsreuth, 3,0 km und 3,7 km². Entsteht auf etwa östlich von Grafenau-Haselbach. Tiroler Bach, von rechts und Westen Rettenbacher Bach, von rechts und Westsüdwesten auf etwa bei Saldenburg-Rettenbach, 1,8 km und 1,4 km². Entsteht auf etwa nahe der B 85 westlich von Rettenbach. Biberbach, von links und insgesamt Norden auf etwa nach der Ohmühle von Saldenburg, 7,9 km mit dem Gewässerstrang Heinrichsreuther Graben → Biberbach und 21,0 km². Entsteht auf etwa zwischen Grafenau-Harretsreuth und -Heinrichsreit (!). Flurgrenzbach, von rechts und Westen Ebersdorfer Bach, von rechts und Westnordwesten Gemeindegrenzbach, von rechts und Westen auf etwa bei Saldenburg-Stadl, 1,2 km und 1,3 km². Entsteht auf etwa bei Saldenburg-Preying. Mühlbach, von rechts und Süden auf etwa bei Tittling-Schneidermühl, 1,5 km und 2,9 km². Entsteht auf etwa bei Witzmannsberg-Witzingerreut. Schirmbach, von links und Norden auf etwa bei Perlesreut-Oberanschiessing, 1,5 km und 1,6 km². Entsteht auf etwa bei Perlesreut-Kirchberg. Scharrgraben, von links und Nordnordosten Ganslbach, von rechts und Westnordwesten auf etwa in einen kurzen rechten Nebenzweig bei Witzmannsberg-Kriestorf, ca. 2,3 km und knapp 2,0 km². Entsteht auf etwa zwischen Witzmannsberg-Witzingerreut und -Rappenhof. Hochwegener Bach, von links und Norden auf etwa an der Schrottenbaummühle von Fürsteneck, 6,3 km mit dem Gewässerstrang Niederperlesreuter Bach → Eisenbernreuter Bach → Hochwegener Bach und 6,2 km². Der Niederperlesreuter Bach entsteht auf etwa bei Perlesreut. Boigerbach, von links und Nordosten auf etwa nach der Schrottenbaummühle, 1,6 km und 1,2 km². Entsteht auf etwa bei Fürsteneck-Atzldorf. Kaferingbach, von rechts und Westen Wolfsteiner Ohe, von links und Nordnordosten auf etwa bei Fürsteneck, 54,7 km mit dem Gewässerstrang Teufelsbach → Saußwasser/Saußbach → Wolfsteiner Ohe und 372,5 km². Fließt auf etwa westlich von Freyung aus seinen beiden Oberläufen zusammen. Saußbach, linker und nordnordöstlicher Oberlauf, 32,1 km mit dem Gewässerstrang Teufelsbach → Saußwasser/Saußbach und 111,8 km². Der Teufelsbach entsteht auf etwa am Osthang des Siebensteinkopfes an der deutsch-tschechischen Grenze. Reschbach, teils auch Reschwasser, rechter und nördlicher Oberlauf, 22,8 km und 72,2 km². Entsteht auf etwa am Südostfuß der Černá hora (Schwarzberg) nahe der Moldauquelle just eben noch in Tschechien. Osterbach, von links und Nordosten auf etwa vor Fürsteneck-Ohbruck, 34,3 km und 134,7 km². Entsteht auf ungefähr nördlich von Neureichenau-Duschlberg nahe dem Osterbrunnen. Mühlwiesbach, von rechts und Nordwesten auf etwa gegenüber der Aumühle von Fürsteneck, 0,7 km und 0,6 km². Entsteht auf etwa bei Witzmannsdorf-Kafering. Büchetbach, von rechts und Nordwesten auf etwa bei Neukirchen vorm Wald-Saag, 8,8 km mit dem Gewässerstrang Muthbach → Adlmühlbach → Büchetbach und 16,9 km². Der Muthbach entsteht auf etwa bei Tittling-Hörmannsdorf. Ramlinger Bach, von links und Nordosten auf etwa bei Hutthurm-Kalteneck, 5,1 km mit dem längeren Oberlauf Großthannensteiger Bach und 10,4 km². Der Großthannensteiger Bach entsteht auf etwa bei Hutthurm-Oberpretz. Grablinger Bach, von links und Südosten auf etwa nach Kalteneck, 2,1 km und 1,1 km². Entsteht auf etwa nahe am Friedhof von Hutthurm. Grubhofler Bach, von rechts und Westnordwesten auf etwa bei Neukirchen vorm Wald-Feuerschwendt, 1,3 km und 0,8 km². Entsteht auf etwa bei Neukirchen vorm Wald-Grubhof. Grablinger Graben, von links und Osten auf etwa , ca. 0,8 km und ca. 0,5 km². Entsteht auf etwa bei Hutthurm-Grabling. Sickenthaler Bach, von rechts und Nordwesten auf etwa bei Ruderting-Tauschberg, 1,6 km und 1,3 km². Entsteht auf etwa bei Neukirchen vorm Wald-Richting. Dettenbach, von rechts und Nordnordwesten auf etwa bei Ruderting-Fischhaus, 10,5 km und 18,6 km². Entsteht auf etwa in Tittling. Stempbach, von links und Nordosten auf etwa bei Hutthurm-Kleeham, 10,3 km mit dem Gewässerstrang Freihofer Bach → Stempbach und 15,6 km². Der Freihofer Bach entsteht auf etwa bei Büchlberg-Witzingerreut. 10px Durchfließt auf etwa den Stausee Oberilzmühle mit Staumauer bei Salzweg-Oberilzmühle, etwa 5 km lang, 10 ha groß und mit einem Stauvolumen von 4,5·10⁶ m³. Kieslinger Bach, von links und Nordosten auf etwa bei Salzweg-Limbach, 3,5 km und 4,8 km². Entsteht auf etwa im nordwestlichen Salzweg. Rosenauer Bach, von links und Norden auf etwa in Passau-Grubweg, ca. 1,6 km und ca. 1,0 km². Entfließt auf etwa einem Teich an der Reinhold-Koeppel-Straße in Passau-Sandberg.
Mündung der Ilz von links und zuletzt Nordwesten auf ca. zwischen Veste Niederhaus und Ilzstadt in Passau in die Donau. Die Ilz ist hier ab dem Zusammenfluss von Großer und Kleiner Ohe 40,3 km, zusammen mit ihrem Hauptstrang ab der Quelle des Seebach am Großen Rachel über die Große Ohe sogar 69,4 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 850,3 km², von dem 11,2 km² in Tschechien liegen, der Rest in Bayern.
Wasserqualität Kennzeichen der Ilz ist ihr weiches, bräunlich bis schwärzlich gefärbtes Wasser. Sie wird deshalb auch als schwarze Ilz oder schwarze Perle des Bayerischen Waldes bezeichnet.
Das Wasser der Ilz reagiert im gesamten Verlauf mit Keimbildung auf Restbelastungen aus Kläranlagen und landwirtschaftlichen Abschwemmungen. 1991 wurde ein Badeverbot in der gesamten Ilz ausgesprochen, 1993 die Aktion Rettet die Ilz ins Leben gerufen.
Im Jahr 2001 wurde die LEADER-Initiative Saubere Ilz abgeschlossen. Die Ilz wurde zur Flusslandschaft des Jahres 2002/2003 erklärt. Der damalige bayerische Umweltminister Werner Schnappauf gab dies am 22. März 2002 anlässlich des Weltwassertages bekannt.
Stauseen mini|Zwischen Oberilzmühle und Hals Der Stausee Oberilzmühle nördlich von Passau staut die Ilz über 5 km zum See auf. Die Stadtwerke Passau haben hier von 1951 bis 1955 das Wasserkraftwerk Oberilzmühle gebaut. Bei der Burgruine Hals wird die Ilz für das Kraftwerk Hals noch einmal auf 1 bis 1,5 km zum See aufgestaut. In den 1970er Jahren gab es Pläne für einen weiteren Stausee bei der Burgruine Dießenstein in der Gemeinde Saldenburg. Nachdem 1978 etwa 40.000 Bürger bei einer Unterschriftenaktion teilnahmen, wurden die Pläne nicht weiter verfolgt.
Holztrift mini|Die Triftsperre bei Hals Ab etwa 1729 begann der Ausbau des Oberlaufs für die Flößerei. 1788 erließen Fürstbischöfe eine umfangreiche Triftordnung.Paul Praxl: Die Ilz online (pdf S. 3) Etwa sechs Wochen dauerte die Trift vom inneren Bayerischen Wald bis nach Passau, wo an der Bschütt ein großer Holzhafen entstand. Von 1827 bis 1829 wurde die Triftsperre bei Hals errichtet. Ein 115,5 m langer, 3,2 m breiter und 2,3 m hoher Felstunnel verkürzte von da an den langen Weg durch die Halser Flussschlinge. Jährlich wurden dort bis zu 100.000 Ster Holz verfrachtet.
Auch die großen Sägewerke bei Schneidermühl, Schrottenbaummühle und Fischhaus erinnern noch an diese Art der Holztransporte, die erst nach 1945 durch den Ausbau der Forststraßen zum Erliegen kam.
Tiere und Pflanzen mini|Ilz-Schleife bei Hals Das Tal der Ilz bevölkern schätzungsweise mehr als 20.000 verschiedene Tierarten. In der Ilz kommt die Flussperlmuschel vor, ebenso der Flusskrebs, der aber an den aufgestauten Stellen fehlt. Auch der anspruchslosere Amerikanische Flusskrebs lebt in der Ilz. Als „König der Ilzfische“ gilt der Huchen, von dem Restbestände erhalten blieben. An den Ufern brüten noch der Eisvogel und die Wasseramsel, die im Winter durch Zuzügler aus dem Norden abgelöst werden. Auch der Flussuferläufer hat noch ein Brutvorkommen im Ilztal. Im Unterlauf wird gelegentlich die Gebänderte Prachtlibelle beobachtet.
Abgesehen von einer Vielzahl niederer Pflanzen wachsen an der Ilz mehr als 400 verschiedene Gefäßpflanzen. Als größte Pflanzenrarität des Ilztales gilt die Zottige Wolfsmilch, weitere Besonderheiten sind Sibirische Schwertlilie, Holunder-Schwertlilie (bei der Burgruine Hals), Borstige Glockenblume, Knäuel-Glockenblume, Preußisches Laserkraut, Drachenwurz, Lungen-Enzian, Froschbiss, Verkannter Wasserschlauch, Straußenfarn, Langblättriger Ehrenpreis, Gemeine Akelei, Leberblümchen, Sumpf-Herzblatt, Bunter Eisenhut und Brand-Knabenkraut. Die ursprüngliche Ufervegetation ist teilweise durch die Adventivpflanzen Schlitzblättriger Sonnenhut und Drüsiges Springkraut verdrängt worden.
Schutzgebiete