Die Mikojan-Gurewitsch I-270 (, NATO-Codename Type 11) war ein sowjetisches Raketenflugzeug. Sie entstand kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges und wurde durch die deutsche Junkers Ju 248 inspiriert, von der 1945 bei der Eroberung der Junkers-Werke ein vollständiges Exemplar in die Hände der Roten Armee gefallen war, stellt jedoch eine Eigenkonstruktion dar. So verfügte die I-270 im Gegensatz zu den Pfeilflügeln der Ju 248 über konventionelle Trapezflügel sowie über ein Höhenleitwerk.

Geschichte Die Entwicklungsarbeiten begannen nach der Entwicklung des Triebwerks 1945 im OKB Mikojan-Gurewitsch, das mit diesem Typ technologisches Neuland betrat. Es entstanden zwei Prototypen unter der Projektbezeichnung „Sch“ (, dem Kürzel für Flüssigkeits-Raketentriebwerk).

Als Antrieb diente ein von Leonid Duschkin und Walentin Gluschko nach deutschen Unterlagen entworfenes Zweikammer-Raketentriebwerk mit einer Brenndauer von 4,24 min bei Maximalleistung, wobei eine Kammer den für den Start und die Steigleistung benötigten Maximalschub von 14 kN erzeugte und die andere den Marschschub von 4 kN. Die Gesamtbrenndauer bei Mindestleistung betrug 9,3 min.

Die in Ganzmetallbauweise projektierte I-270 erhielt eine Druckkabine und ein auf das Seitenleitwerk aufgesetztes gepfeiltes Höhenleitwerk. Da die trapezförmigen Tragflächen des Mitteldeckers mit einem Laminarprofil sehr dünn gehalten waren, wurde das Fahrwerk in den spindelförmigen Rumpf eingezogen.

Die Flugerprobung begann 1946 unter dem Testpiloten W. N. Juganow. Wie schon ihre deutschen Vorgänger erbrachte die I-270 zwar für die damalige Zeit bemerkenswerte Flugleistungen, litt jedoch auch unter dem typischen Manko der zu kurzen Reichweite. Die weitere Entwicklung dieses Projekts wurde deshalb zugunsten der sich parallel in der Testphase befindlichen MiG-9 mit Strahlantrieb eingestellt. Beide Prototypen wurden während der Erprobung bei Bruchlandungen zerstört.

Technische Daten mini|Dreiseitenansicht der I-270 Kenngröße Daten Besatzung 1 Länge 8,82 m Spannweite 7,75 m Höhe 3,08 m Flügelfläche 12,00 m² Flügelstreckung 5,0 Leermasse 1.893 kg Startmasse 4.120 kg Antrieb ein Flüssigkeits-RaketentriebwerkDuschkin-Gluschko RD-2M-3W mit 14,5 kN Schub Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe 1.000 km/hin 15.000 m Höhe 926 km/h Landegeschwindigkeit 168 km/h Steigzeit 1,00 min auf 5.000 m Höhe2,23 min auf 10.000 m Höhe2,90 min auf 15.000 m Höhe Gipfelhöhe 18.000 m Startstrecke 895 m Landestrecke 493 m Bewaffnung zwei 23-mm-Kanonen NS-23 (je 40 Granaten) im Rumpf

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

I 270 Kategorie:Kampfflugzeug Kategorie:Experimentalflugzeug Kategorie:Raketenflugzeug Kategorie:Erstflug 1947 Kategorie:Erstflug 1946 Kategorie:Flugzeug mit T-Leitwerk