Die Trpinjska cesta () ist eine Straße in Borovo Naselje, einem Vorort der Stadt Vukovar im Osten Kroatiens. Sie liegt nördlich des Stadtzentrums von Vukovar und führt als Teil der Nationalstraße D2 nach Osijek.
mini|hochkant|Museum und M-84-Panzerwrack-Denkmal für die kroatischen Verteidiger in der Trpinjska cesta, 2005 Während des Kroatienkrieges zwischen 1991 und 1995 verteidigten 1991 in der Schlacht um Vukovar wenige und vergleichsweise nur leicht bewaffnete kroatische Freiwillige des 3. Bataillons der 204. Vukovarer Brigade unter dem Kommandeur Blago Zadro die Trpinjska cesta gegen Panzertruppen der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) sowie die jugoslawische Territorialverteidigung und serbische Freischärler z. B. der Serbischen Freiwilligengarde. Wegen der hohen Anzahl der kampfunfähig gemachten Panzer erhielt die Straße während des Krieges den Beinamen groblje tenkova () und wurde zu einem kroatischen Erinnerungsort.
Kroatienkrieg Ab dem 14. September 1991 versuchten jugoslawische Panzertruppen, aus Nordwesten über die Trpinjska cesta in Borovo Naselje gegen Vukovar vorzurücken. Die jugoslawische Panzertruppe war auf einen schnellen und offenen Kampf ausgerichtet und hatte Probleme, sich im Straßenkampf zu bewegen. Der Vorort Borovo Naselje nahm für die geplante Eroberung von Vukovar eine Schlüsselrolle ein.
mini|hochkant|Typische Ausrüstung eines kroatischen Soldaten der 204. Vukovarer Brigade während der Schlacht um Vukovar, im Museum für kroatische Geschichte, Zagreb Die kroatischen Freiwilligen in Borovo Naselje organisierten sich in Anti-Panzer-Gruppen von 10 bis 15 Personen, überwiegend Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren. Jede Gruppe war mit automatischen Gewehren, Pistolen, einem Scharfschützengewehr (möglicherweise Zastava M76) und zwei Panzerabwehrhandwaffen (wahrscheinlich jugoslawische M79 „Osa“) ausgerüstet. Die Gruppen nannten sich Žuti mravi („Gelbe Ameisen“), Pustinjski štakori („Wüstenratten“) und Turbo vod („Turbo-Zug“) und standen unter dem Kommando von Andrija Marić, Marko Babić und Tomislav Zadro, dem Sohn von Blago Zadro.
Die Mehrheit der kroatischen Soldaten aus der Gruppe versuchte die Mannschaft der Panzerabwehrhandwaffen zu schützen und die als Infanterie eingesetzten serbischen Freischärler und jugoslawischen Soldaten zu bekämpfen und vom Panzerfahrzeug zu trennen. So gingen diese Infanteristen zu Beginn hinter den gepanzerten Fahrzeugen in Deckung und konnten mit einem gezielten Handgranatenwurf auseinandergetrieben und bekämpft werden. Danach konnte das nun ungeschützte Panzerfahrzeug an den Schwachpunkten mit den Panzerabwehrhandwaffen angegriffen und zerstört werden. Blago Zadro gab die Regel aus: „Trefft die Infanterie, geht nicht an die Panzerung, bis sie tiefer rein kommt“, wohl wissend, dass jeder Panzer oder Mannschaftstransportwagen in einem städtischen Gebiet keine Chance hat, wenn er nicht von einer ausreichenden Anzahl an Infanterie unterstützt wird.
mini|hochkant|Blago Zadro (Mitte) zwischen Andrija Marić (links) und Marko Babić vor einem zerstörten jugoslawischen BVP-M-80-Schützenpanzer in der Trpinjska cesta, Herbst 1991 Eine weitere Taktik der kroatischen Anti-Panzer-Gruppen war, eine „Todeszone“ aufzubauen und darin ganze Panzerkolonnen auszuschalten. Die Zerstörung einer solchen Panzerkolonne am 16. September 1991 wurde wie folgt beschrieben:
Ein Teilnehmer berichtete:
Ein Kommandeur der kroatischen Verteidiger beschrieb die Taktik und Verluste nüchtern wie folgt:
Bis zum 19. September 1991 brachten die kroatischen Verteidiger den jugoslawischen und serbischen Angreifern in der Trpinjska cesta so empfindliche Verluste bei und hielten hier für mehrere Tage den weiteren Vormarsch auf Vukovar auf.
Bekannte Verteidiger Allgemein bekannte Angehörige in den Gruppen der kroatischen Verteidiger waren Blago Zadro, Marko Babić (1965–2007), Andrija Marić (1964–1992), Ivica Arbanas, Ivan Anđelić „Doktor“ (* 1955), Ivica Leutar „Iva“ (1961–2024), Ivan Bošnjak („Bole“), Goran Gorić, Zoran Janković, Marinko Leko („Čamac“), Iza Kovačić, Stipe Majić Pipe, Blago Tica und Tomislav Zadro.
Erinnerungsort mini|hochkant|Gedenkstätte für Blago Zadro neben Museum und dem Panzerwrack in der Trpinjska cesta Zur Erinnerung an die Verteidigung der Straße in der Schlacht um Vukovar steht in der Trpinska cesta ein einstöckiger Gedenkraum für die kroatischen Verteidiger (), daneben ein Denkmal für Blago Zadro sowie als Denkmal ein in der Schlacht kampfunfähig gemachter M-84-Panzer. Das Panzerdenkmal trägt eine bronzene Gedenktafel mit dem kroatischen Staatswappen und der Inschrift:
Siehe auch Massaker von Borovo naselje
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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