mini|hochkant=0.8|Stolperstein in Zagreb Die Liste der Stolpersteine in Zagreb enthält die Stolpersteine, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig in der kroatischen Hauptstadt Zagreb verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Stolpersteine liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers. Der Name der Stolpersteine lautet auf Kroatisch: Kamen spoticanja.

Der erste Stolperstein in Zagreb wurde am 1. Oktober 2020 in Erinnerung an die kroatische Kinderschauspielerin Lea Deutsch verlegt.

Verlegte Stolpersteine Für Opfer der Shoah

In Zagreb wurden 86 Stolpersteine für Opfer der Shoah verlegt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte Gunter Demnig bei den ersten Verlegungen nicht anreisen und die Stolpersteine wurden zunächst von den lokalen Organisatoren verlegt.Stolperstein u Zagrebu, Abbildungen aller Stolpersteine, sortiert nach den Jahren der Verlegung (2020–2023), abgerufen am 15. Januar 2024

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxHIER WOHNTEVLADIMIRANDRAŠEVIĆGEB. 1891VERHAFTET IM SEPTEMBER 1943INTERNIERTSAVSKA CESTA,JASENOVACERMORDET IM MÄRZ 1945 Sveti Duh 55 (1891-1945) 120pxHIER WOHNTEDRAGUTIN BROZGEB. 1912VERHAFTET IM APRIL 1942INTERIERT IN VARAŽDIN,SAVSKA CESTADEPORTIERT 1942JASENOVACERMORDET 1942 Sokolgradska 76 (1912-1942) 120pxHIER WOHNTEVJEĆESLAV CVETKOGEB. 1909VERHAFTET 7.9.1941GEFÄNGNIS ZAGREBDOTRŠČINAERMORDET 20.11.1941RAKOV POTOK Hanuševa ul. (1909-1941) 120px HIER LEBTELEA DEUTSCHGEB. 1927INTERNIERT 1943GEFÄNGNIS SAVSKA CESTAWESTBAHNHOFGESTORBEN MAI 1943WÄHREND DES TRANSPORTS Gundulićeva 29 , kroatisch Lea Dajč, wurde am 18. März 1927 in Zagreb geboren. Ihre Eltern waren der Rechtsanwalt Stjepan Deutsch und Ivka, geborene Singer. Sie hatte einen Bruder, Saša. Sie stand bereits mit fünf Jahren auf der Bühne und galt als „kroatische Shirley Temple“. Im Jahr 1941 konvertierte ihr Vater zum Katholizismus im Versuch sich und die Familie so vor dem Rassenwahn der Nazis zu retten. Es wurden Versuche unternommen die Familie zu retten, doch es misslang. Ein Untermieter im Haus ihrer Familie bot Lea Deutsch eine Scheinheirat an, um sie so vor der Deportation zu retten, doch Deutschs Mutter lehnte dieses Angebot auf Grund der Minderjährigkeit ab. Im Jahr 1943 wurde die Familie Deutsch deportiert. Lea Deutsch überlebte die Strapazen im Deportationszug nicht.Nova scena u Zagrebu, abgerufen am 12. März 2023

Ihre Mutter und ihr Bruder wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Ihr Vater konnte versteckt in einem Krankenhaus überleben.U.S. Holocaust Memorial Museum, Holocaust Survivors and Victims Database: Dr. Stjepan Deutsch, abgerufen am 12. März 2023. Der Stolperstein für Lea Deutsch war der erste Stolperstein Zagrebs. 120pxHIER WOHNTEJAKOV DUGANŽIĆGEB. 1905VERHAFTET 1941INTERNIERT INSAVSKA CESTA,ĐORĐIĆEVADEPORTIERT NACHSTARA GRADIŠKAERMORDET 1941 Crnatkova 14 (1905-1941) 120pxHIER WOHNTEIVAN FILJAKGEB. 1896VERHAFTET 16.8.1941INTERNIERT IN ĐORĐIĆEVA,PETRINJSKA, SAVSKADEPORTIERT 1942 NACHSTARA GRADIŠKAERMORDET 11.4.1942 Vrbnička 25 (1896-1942) 120px HIER LEBTESAŠA FRANKGEB. 1900DEPORTIERTSTARA GRADIŠKAERMORDET 1941 Trg b. J. Jelačića 12 wurde am 27. Januar 1900 in Zagreb geboren. Seine Eltern waren der Rechtsanwalt Geza Frank und dessen Frau Stehphie, geborene Kell. Saša Frank hatte zumindest zwei Geschwister, Hedda und Fedor (geboren 1907). Wie der Vater, wurde auch Saša Frank Rechtsanwalt, seine Ernennung erfolgte 1927. Zusätzlich war er Offizier in der jugoslawischen Armee. Er heiratete Stanka Hertmann, das Paar bekam drei Töchter: Branka, Dara und Vesna. Auf Grund eines Naheverhältnises zu Ante Pavelić, dieser hatte bei Geza Frank gelernt, fühlte sich die Familie Frank sicher, doch diese Sicherheit existierte nicht. Frank wurde mit anderen jüdischen Anwälten verhaftet und im KZ Kerestinec inhaftiert und von dort nach Stara Gradiška deportiert. Saša Frank verlor dort laut Zeugenaussagen an den Folgen von Erfrierungen. Laut der Aufschrift des Stolpersteines im Jahr 1941, laut seiner Schwester Hedda, verheiratete Klein, am 10. April 1942 im KZ Jasenovac.

Seiner Frau gelang mit den drei Töchtern die Flucht in die Schweiz, sie überlebten. Zu seinen Eltern gibt es zwei verschiedene Aussagen. Laut Vladimir Baum, ein Neffe und Holocaustüberlebender, wurden Geza und Stephie Frank verhaftet und lebendig auf der Insel Pakes dürfte sich um einen Schreibfehler handeln und die Insel Pag gemeint sein unter Kalk begraben.Vladimir Baum, Interview auf Centropa, abgerufen am 12. März 2023 Lauf Yad Vashem-Einreichungen seiner Schwester wurde Geza Klein 1941 im KZ Jasenovac erschossen, Stephie Frank wurde auf einem Boot ohne Ruder ausgesetzt. Seine Schwester überlebte die Shoah, sie machte Meldungen an Yad Vashem mit einer Wohnadresse in Israel. 120px HIER LEBTEMIROSLAV ŠALOMFREIBERGERNADRABINGEB. 1903DEPORTIERT 1943AUSCHWITZERMORDET 1943 Amruševa 8 wurde am 9. Januar 1903 in Zagreb geboren. Seine Eltern waren Antun Freiberger und Anke, geborene Kaufmann. Er studierte in Berlin an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und kehrte nach Zagreb zurück, wo er in verschiedenen Zeitschriften publizierte. Im Jahr 1929 wurde er zum Rabbiner ernannt und er trat noch im selben Jahr eine Stelle in Osijek an. Ab 1936 war er Rabbiner von Zagreb. Er befürwortete und organisierte die Flucht nach Palästina, blieb aber selber bei seiner Gemeinde. Er besuchte Gemeindemitgliedern in Konzentrationslagern, organisierte Rettungen. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1943 wurden er und seine Frau Irene, geborene Steiner, verhaftet. Am 5. Mai erfolgte seine Deportation mit dem letzten Deportationszug aus Zagreb, zusammen mit seinen Eltern und seiner Frau, in das Vernichtungslager Auschwitz. Am Eingang protestierte er gegen die unmenschliche Behandlung seiner Gemeindemitglieder. Miroslav Šalom Freiberger wurde am 8. Mai 1943 öffentlich ermordet.

Seine Eltern und seine Frau wurden ebenfalls in Auschwitz ermordet. Sein Sohn Ruben konnte im Februar 1943 mit einer Gruppe Kinder über Budapest und Istanbul nach Palästina fliehen, ursprünglich hätten Miroslav Šalom Freiberger und seine Frau diese Gruppe begleiten sollen, entschieden sich aber, bei der Gemeinde zu bleiben. Ruben nannte sich später Reuven Yaron und wurde Komponist. Er fiel 1956 am Sinai im Zuge der Sueskrise. 120px HIER LEBTERICHARD FUCHSGEB. 1887DEPORTIERT 1943STARA GRADIŠKAERMORDET 1943 Martićeva 12 wurde entweder 1885laut seines Bruders Lavoslav Fuchs auf Yad Vashem oder 1887laut Verlegerorganisation in Đakovo geboren. Sein Vater war Jonas Fuchs und er hatte mehrere Geschwister, darunter Lavoslav, Ernst, Maksa und Felix. Richard Fuchs wurde Buchhalter und heiratete Margit(a) Politzer. Das Paar lebte in Koprivnica und bekam zwei Kinder, Nada (geboren 1922) und Zvonko (geboren 1923). Sein Bruder Maksa Fuchs war ein politisch aktiver Ultranationalist, auf Grund dessen wurde die Familie Fuchs nicht in den jüdischen Registern geführt, seine Anstellung verlor Richard Fuchs trotzdem und 1943 erfolgte die Verhaftung von ihm, seiner Frau und seiner Tochter. Richard Fuchs wurde nach Stara Gradiška deportiert und dort ermordet.