Die MVG-Baureihe C2 ist die vierte und aktuell die jüngste Fahrzeuggeneration von Elektrotriebwagen für das 750-Volt-Gleichspannungs-Netz der Münchener U-Bahn. Die von 2013 bis 2026 in vier Bauserien ausgelieferten Fahrzeuge folgen dem Prinzip der MVG-Baureihe C1 und bilden eine durchgehende Sechs-Wagen-Einheit.
Entwicklung und Beschaffung
mini|C2-Zug auf der InnoTrans 2014 in Berlin Typ Nummern Baujahre C2.11 701–721 2013–2015 C2.12 722–745 2019–2021 C2.13 746–767 2022–2024 C2.14 768–785 2024–2026
Am 12. November 2010 gab die MVG die Bestellung von 21 neuen Fahrzeugen bei Siemens bekannt. Das Investitionsvolumen liegt bei ca. 185 Millionen Euro. Für weitere 46 Fahrzeuge bestanden zwei Optionen, die 2016 bzw. 2020 in Festbestellungen umgewandelt wurden.
Die 21 fest bestellten Züge (MVG-Serienbezeichnung C2.11) wurden zwischen 2013 und 2015 ausgeliefert, konnten jedoch bis Mitte Juni 2016 nicht eingesetzt werden, weil die nötige Betriebszulassung von der Regierung von Oberbayern noch nicht erteilt wurde. 14 Züge ersetzten ältere, ausgemusterte Altfahrzeuge, die seit über 40 Jahren im Dienst waren. Sieben Züge wurden für den ersten Teil der MVG-Angebotsoffensive 2010–2020 benötigt.
Am 17. Juni 2016 erhielt der Zug 702 eine Zulassung durch die TAB für einen vorläufigen Einsatz zwischen Garching und Fröttmaning, die im Laufe des Tages zum Kieferngarten ausgedehnt wurde. Die C2-Züge verkehren seit Ende 2016 auf der gesamten Linie U6, sowie seit dem 14. Juni 2018 auch auf der gesamten Strecke der Linie U3. Im Februar 2018 waren 18 von 21 Zügen bereits zugelassen, durchschnittlich 11 davon waren täglich im Einsatz. Seit dem 7. Oktober 2020 ist der C2 auch für den Einsatz auf der Linie U2 zugelassen.
Weitere 24 Fahrzeuge vom Typ C2 (MVG-Serienbezeichnung C2.12) wurden nach Auslösung der 1. Option ab 2019 geliefert, die ersten Fahrzeuge dieser Serie gehen nach Erhalt der Zulassung ab 7. Mai 2020 in den Fahrgasteinsatz auf der U3 und U6. Alle 24 Fahrzeuge dieser Bestellung werden bis Anfang 2022 geliefert und in Betrieb genommen. Die neuen Fahrzeuge unterscheiden sich nur unwesentlich von den bereits vorhandenen 21 Fahrzeugen des Typs C2 (z. B. veränderte Beklebung oder zusätzlicher Notruftaster am Rollstuhlplatz).
Mitte 2020 wurde die zweite Option über 22 weitere C2-Züge eingelöst. Die Auslieferung begann im April 2022, das letzte Fahrzeug der Lieferserie ist seit September 2024 im Linienbetrieb. Das Investitionsvolumen dafür belief sich auf rund 200 Millionen Euro.
Am 18. August 2021 wurde eine Streckengenehmigung für die U1 erteilt.
Am 27. April 2022 gaben die SWM bekannt, dass nach einer EU-weiten Ausschreibung weitere 18 Züge des Typs C2 beim Hersteller Siemens Mobility bestellt wurden. Die Gesamtanzahl der C2-Flotte wird sich damit auf 85 sechsteilige Gliederzüge erhöhen. Am selben Tag wurde auch der erste Zug der 3. Lieferserie (C2.13 bzw. 2. Option) in Fröttmaning durch SWM und MVG übernommen.
Am 16. September 2022 wurde dann – sechs Jahre nach der ersten Fahrgastfahrt – die Zulassung für alle Linien erteilt.
Der letzte C2 wurde am 15. Juni 2026 angeliefert und startete am 30. Juli 2026 in den Fahrgasteinsatz.
Aufbau und Technik
Die MVG-Baureihe C2 ist wie die 2002 erstmals eingesetzte Baureihe C1 (Serien C1.9 und C1.10, insgesamt 18 Züge = 108 Wagen) allachsangetrieben und in je sechs Wagen, zwei Kopf- und vier Mittelwagen unterteilt. Der Wagenkasten der Fahrzeuge wurde in Aluminium-Integral- als auch Differentialbauweise erstellt und ist, wie auch bei den Vorgängertypen A und B, 2,90 m breit. Der gesamte Zug hat eine Länge von ca. 114 m, davon sind die Kopfwagen 19,78 m und die Mittelwagen 18,82 m lang.
Die Fahrzeuge vom Typ C2 entsprechen in vielem dem C1. Der C2 weist dabei im Wesentlichen folgende Veränderungen gegenüber dem C1 auf:
Vergrößerte Stehplatzbereiche in den Übergangsbereichen zwischen den Wagen, dadurch wird besserer Fahrgastfluss und höhere Kapazität erhofft Durchgängig Polstersitze anstatt hölzernen Längssitzen Farbige LED-Leuchtbänder in den Türkanten (zur besseren Erkennbarkeit des Öffnungs- und Schließvorgangs) Veränderte Kopfform Höhere Bauart-Geschwindigkeit: 90 km/h statt 80 km/h Höhere Leistung: 3360 kW statt 2400 kW Geringere Instandhaltungskosten und verbesserte Diagnosemöglichkeiten für raschere Störungsbehebung Ausstattung mit Videoüberwachung, Fahrgastfernsehen und Brandschutzeinrichtungen bereits ab Werk Vorrüstung für fahrerlosen Betrieb (Führerstand könnte entfallen bzw. reduziert werden; dadurch dann höhere Kapazität)
Im Gegensatz zu dem C1 wurde beim C2 auch der mechanische Teil von der Firma Siemens in München-Allach bzw. Wien gebaut. Dabei basiert das Fahrzeug technisch auf der Fahrzeugplattform Inspiro, die beispielsweise auch nach Nürnberg (G1) und Wien (X-Wagen) geliefert wurde.
Design Alexander Neumeister hat wie auch beim Baureihe C1 ebenfalls das Design entworfen und ist diesem sehr ähnlich.
Das Design wurde im Februar 2013 mit dem Universal Design Award und im Juli 2013 mit dem Red dot design award ausgezeichnet. Für ihr Design wurde die C2-Baureihe mit dem Universal Design Consumer Favorite 2013 (von den Verbrauchern vergeben) und dem Universal Design Award 2013 (vergeben von Fachleuten) ausgezeichnet.
Platzangebot
Der C2 bietet insgesamt 940 Fahrgästen Platz – statt 912 beim C1. Das entspricht drei Prozent mehr Kapazität, was allerdings auf der Reduzierung der Anzahl der Sitzplätze und einer entsprechenden Erhöhung der Anzahl der Stehplätze basiert.
Im Gegensatz zum C1-Zug gibt es keine Holzbänke mehr, sondern nur noch gepolsterte Sitze.
Weblinks
Florian Schütz: Fahrzeuge der Münchner U-Bahn: Typ C2. In: u-bahn-muenchen.de, 10. Juni 2026.
Einzelnachweise
Kategorie:U-Bahn-Fahrzeug Kategorie:U-Bahn München Kategorie:Schienenfahrzeug (Siemens)