Die Erdgasquelle von Hamburg-Neuengamme ist ein Erdgasvorkommen, das 1910 in Hamburg-Neuengamme bei Bohrungen nach Grundwasser erschlossen wurde. Durch die Bohrung kam es zu einem explosiven Gasausbruch, der mit einer charakteristischen Flamme, dem Flammenkreuz von Neuengamme verbunden war. Das war der Auslöser für die Anreise von Schaulustigen und einen regen frühen Katastrophentourismus. Es folgte die erste kommerzielle Nutzung eines Erdgasvorkommens in Deutschland. Der Erdgasfund war Auslöser für weitere Bohrungen nach Erdgas und insbesondere nach Erdöl in der Region. miniatur|Hamburg-Neuengamme miniatur|Bohrturm mit Lokomobile – so wurde Anfang 1900 gebohrt

Erdgasquelle von Neuengamme In Hamburg-NeuengammeMedien zu Hamburg-Neuengamme, auf commons.wikimedia.org im Bezirk Bergedorf führten die Hamburger Wasserwerke 1910 auf einem Feld gegenüber vom Kirchwerder Landweg 108/112 (NIBIS Kartenserver Region Vierlande, auf nibis.lbeg.de/) Probebohrungen zur Trinkwassersuche durchvor 50 Jahren: Flamme von Neuengamme, Hamburger Abendblatt, Nr. 259, Jg. 13, S. 26. In den Vier- und Marschlanden wurden solche Tiefbohrungen abgeteuft, um Hamburg von aufbereitetem Elbwasser unabhängig zu machen. Zuvor wurde hierzu schon das Grundwasserwerk Billbrook in Betrieb genommenWasserversorgung in Hamburg.

Am 3. November 1910 stieß man in ca. 250 m Tiefe auf eine Erdgas führende Schicht. Unter hohem Druck von 27 bar traten zuerst Wasser und Schlamm und am 4. November Gas zutage.Die Erdgasquelle von Neuengamme, Bergedorf-Blog Wenige Stunden später fing das aus dem Bohrloch strömende Gas Feuer, vermutlich ausgelöst durch Funkenflug aus dem Kesselfeuer einer in der Nähe befindlichen Lokomobile, einem dampfgetriebenen Baufahrzeug. Aus dem Bohrkopf schossen Stichflammen, die durch den kreuzförmigen Ansatz des Bohrrohres in Form eines Kreuzes austraten – 5 m hoch und je 15 m zu den Seiten, was man in der Presse als Flammenkreuz von Neuengamme bezeichnete. Berliner Tageblatt 16.11.1910: Das Feuerwunder von NeuengammeP. von Essen, Das Flammenkreuz von Neuengamme, De Latücht, Sep.2010 Der hölzerne Bohrturm brannte ab und auch in der Umgebung befindliche Maschinen wurden Opfer der Flammen.

Das Bild des Flammenkreuzes ging um die Welt, es wurden rasch große Mengen von Postkarten publiziert, die den Brand mit Bildern dokumentierten und z. T. auch mit erläuterndem Text versehen waren.

Verlag / Text Vorderseite – RückseiteVorderseiteRückseiteWäger, Altona

kein TextrahmenlosrahmenlosVerlag Kumm, Hamburg, Nr.2 Erdgasbrand in Neuengamme bei Bergedorf

kein TextrahmenlosrahmenlosPeters, Bergedorf

kein TextrahmenlosrahmenlosVerlag Kumm, Hamburg, Nr.3 Erdgasbrand in Neuengamme bei Bergedorf

kein TextrahmenlosrahmenlosVerlag Kumm, Hamburg Erdgasbrand in Neuengamme b. Bergedorf

kein TextrahmenlosrahmenlosPhot.Atelier Schaul, Verlag Stoltze, Hamburg Erdgasbrand in Neuengamme bei Bergedorf

Bei einer Bohrung auf Grundwasser stieß man in einer Tiefe von 245 Meter auf Gas. Dieses strömte aus und ent- zündete sich. Drei mächtige Stich- flammen entsteigen nach verschiedenen Richtungen dem Erdboden. Die mittlere hat eine Höhe von 5 Meter, die beiden seitlichen eine Länge von ca. 15 Meter. Man schätzt den Druck auf mindestens 50 - 60 Atmosphären. Das Geräusch ist im Umkreise von 2 Meilen zu hören.rahmenlosrahmenlosVerlag W.Nölting, Phot.Atelier Schaul, Hamburg Die Entzündung von Erdgas in Neuen- gamme-Kirchwärder bei Bergedorf.

Aufgenommen am Abend des 6. November 1910. Entstand durch Bohrung in Tiefe von 247 Meter. Dauer unbestimmt. In nächster Nähe der Flammen dampft das Wasser im Graben infolge der unerträglichen Hitze. Das Getöse ist meilenweit hörbar und so laut, daß man sich durch das lauteste Schreien nicht verständigen kann.rahmenlosrahmenlosVerlag Peters, Bergedorf Erdgasbrand in Neuengamme

Derselbe entstand beim Bohren nach Wasser für die Stadt Hamburg am 4. Nov. 1910 aus einem Bohrloch von 247 Meter Tiefe. Der Ausbruch des Kohlenwasserstoffgases erfolgt unter ungeheurem Getöse bei circa 25 Atmosphären Druck.Verlag Wobbe, Bergedorf Erdgasbrand in Neuengamme bei Bergedorf

Bei einer Bohrung auf Grundwasser stieß man in einer Tiefe von 245 Meter auf Gas. Dieses strömte aus und entzündete sich. Zur Zeit entsteigen zwei mächtige Stich- flammen den Bohrröhren; die nach oben gerichtete hat eine Höhe von ca. 3 Meter, die seitliche eine Höhe von ca. 15 Meter. Man schätzt den Druck auf mindestens 60 Atmosphären. Das Geräusch ist im Umkreise von 2 Meilen zu hören.Verlag Glückstadt, Hamburg Die Erdgasquelle in Neuengamme bei Hamburg am Freitag, 4. I1. 1910 in Brand geraten.

Bohrtiefe 247 Meter. Der Gasdruck wird auf 50-60 Atmo- sphären geschätzt. Die einzelnen Flammen züngeln bis auf 20 Meter in die Luft. Das Getöse ist so stark, dass dem Beschauer in Entfernung v. 50 Metern hören u. sprechen vergeht. Das Wasser im nahen Graben verdampft und der Gasdruck verursacht ein Beben der ganzen Umgebung.Verlag Kumm, Hamburg Der Erdgasbrand in Neuengamme (Vierlanden) bei Bergedorf. (Bei Sturm aufgenommen.)

Bei den Bohrungen nach Wasser entzündeten sich am 4. November 1910 die bei einer Bohrtiefe von 245 Metern ausströmenden Erdgase. Der Druck des Gases wird auf ca. 50 bis 60 Atm. geschätzt, die Länge der Flammen auf ca. 16 bis 20 Meter. Das Getöse ist meilenweit hörbar.Phot.Atelier Schaul, Hamburg, Verlag Wobbe, Bergedorf Erdgasbrand in. Neuengamme bei Bergedorf.

Bei einer Bohrung auf Grundwasser stiess man in einer Tiefe von 245 Meter auf Gas. Dieses strömte aus und ent- zündete sich. Drei mächtige Stich- flammen entsteigen nach verschiedenen Richtungen dem Erdboden. Die mittlere hat eine Höhe von 5 Meter, die beiden seitlichen eine Länge von ca. 15 Meter: Man schätzt den Druck auf mindestens 50-60 Atmosphäre. Das Geräusch ist im Umkreise von 2 Meilen zu hören. Die Brandstelle ist vom Bahnhof Berge- dorf in ¾ Stunden zu erreichen. Es ist Fahrgelegenheit vom Gasthaus nach Neuengamme vorhanden.rahmenlos rahmenlosrahmenlos rahmenlosVerlag Kumm, Hamburg, Nr.4 Der Erdgasbrand in Neuengamme (Vierlanden) bei Bergedorf.

Bei den Bohrungen nach Wasser entzündeten sich am 4. November 1910 die bei einer Bohrtiefe von 245 Metern ausströmenden Erdgase. Der Druck des Gases wird auf ca. 50 bis 60 Atm. geschätzt, die Länge der Flammen auf ca. 16 bis 20 Meter. Das Getöse ist meilenweit hörbar.rahmenlosrahmenlosPhot.Atelier Schaul, Hamburg Erdgasbrand in Neuengamme

Beim Bohren nach Grundwasser stiess man bei ca. 245 m Tiefe auf Gas, welches sich beim Ausströmen entzündete. Drei kolossale Stichflammen entsteigen dem Erdboden nach verschiedenen Seiten. Die Höhe der mitt- leren Flamme beträgt 5 der beiden seitlichen je 15 -20 m Der Druck beträgt schätzungsweise über 50 Atmosphären. Ein starkes Getöse hört man bis zu 2 Meilen Entfernung. Der Weg zur Brandstelle be- trägt vom Bergedorfer Bahnhof ca. ¾ Std jedoch fährt man per Wagen oder Motor- boot in kürzerer Zeit hin.Knackstedt, Hamburg Die brennenden Gase in Neuengamme vom 4. Novbr. 1910

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Das führte zu einem sehr starken Interesse der Öffentlichkeit, sodass Schaulustige, teilweise mit Sonderzügen anreisend, das Ereignis live sehen wollten, eine frühe Form von Katastrophentourismus. In der Bibliothek des Archiv Ludwig Uphoffhttp://www.bergedorfarchiv.de/ Archiv Ludwig Uphoff Heimatgeschichtliche Bergedorf-Sammlung seit 1915 ist eine Veröffentlichung zu den Ereignissen vom 3./4. November 1910 mit dem Titel "Naturgewalten" zu finden und gibt ein anschauliches Stimmungsbild der damaligen Ereignisse wiederArchiv Ludwig Uphoff, Natur-Gewalten, Der Hexenkessel in Neuengamme bei Bergedorf, Entstehung und Verlauf des grausig-schönen Schauspiel eines Erdgas-Brandes, Verlag W.Nölting, Hamburg. Am 21. November gelang es der Hamburger Firma Maihak einen Seitenarm des Feuers zu löschen, am 24. November konnten auch die beiden anderen Säulen gelöscht werden.

Zur Verwertung des Erdgasfundes wurde ab 1913 eine ca. 15 km lange Leitung zum Gaswerk Tiefstack verlegt. Dort wurde das gewonnene Erdgas dem bei der Koksherstellung gewonnenen Stadtgas als 20-prozentiger Anteil beigemischt. So wurde die Erdgasquelle bis 1930 wirtschaftlich genutzt und lieferte insgesamt ca. 250 Mio. m³. Das war die erste kommerzielle Nutzung eines Erdgasvorkommens in Deutschland.

Das gewonnene Erdgas hatte folgende BestandteileHamburg und seine Bauten, S. 420, auf diglib.tugraz.at 91,5 % Grubengas (Methan) 2,1 % schwere Kohlenwasserstoffe 1,5 % Sauerstoff 0,3 % Kohlensäure 4,6 % Stickstoff

Dieser Erdgasfund war auch deshalb Auslöser für weitere Bohrungen nach Erdgas und Erdöl in der Region und führte u. a. zum Aufschluss des NW-gelegenen und mit 256 Bohrungen erschlossenen Erdölfeldes Reitbrook.Erdölfeld Reitbrook Alt, auf erdoel-erdgas-deutschland.deLage von Kohlenwasserstoffbohrungen im Erdölfeld Reitbrook, Bohrpunkte uns Infos, auf nibis.lbeg.de Heute spielt die Erdgasförderung dort keine Rolle mehr. Das 260 m tiefe Bohrloch mit der Bezeichnung „Neuengamme 15“ wurde 2002 verfüllt und mit einer Betonplatte verschlossen.

Flammenkreuz von Neuengamme Anlässlich des 100. Jahrestages der Explosion stellten 2010 der Bergedorfer Bürgerverein von 1847 und E.ON-Hanse eine grüne Erinnerungstafel auf. Darin wird mit folgendem Text über das Ereignis informiertEin Knall vor 100 Jahren löste das Industriezeitalter in den Vierlanden aus: Das Flammenkreuz von Neuengamme, auf bergedorf-chronik.de: „FLAMMENKREUZ von NEUENGAMME“ Erinnerungstafel von 2010

Bei Bohrungen nach Grundwasser zur Versorgung Hamburgs stieß man am 3. November 1910 in einem Neuengammer Feldstück auf Erdgas. Dieses entzündete sich am 4. November und brannte bis es am 24. November endgültig gelöscht werden konnte, tagelang als sog. Flammenkreuz. Danach begann man im Marschgebiet mit der Erdöl- und Erdgasförderung. Das alte und 260 m tiefe Bohrloch „Neuengamme 15“ ist seit 2002 verfüllt.

Diese Tafel wurde am 4.11.2010 durch den Bergedorfer Bürgerverein von 1847 & die E.ON Hanse AG aufgestellt. GK-Koordinaten: R 35.78982m, H 59.25425m UTM-Koordinaten: 32N 578876 E, 5923494 N (entspricht geogr.Länge/Breite: 10.187838 / 53.454565)

Geologischer Untergrund im Gebiet von Neuengamme Die Geologie im Raum Hamburg wird zusammenfassend beschrieben im Beitrag "Hamburgs geologischer Untergrund". Die Bohrung Neuengamme wurde über dem Scheitel des Salzstockes Reitbrook abgeteuft. In einem schematischen geologischen SchnittAnschub für Erdöl aus Hamburg, auf bohrplatz.org nach Behrmann 1949R.B. Behrmann (1949): Geologie und Lagerstätte des Ölfeldes Reitbrook bei Hamburg. In: Bentz (Hrsg.): Erdöl und Tektonik in Nordwestdeutschland: 190-221, Hannover-Celle(AfB). und Boigk 1981Heinz Boigk: Erdöl und Erdölgas in der Bundesrepublik Deutschland, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1981 findet man bis in etwa 200 m Tiefe pleistozäne und miozäne Ablagerungen, d. h. wechselnde Abfolgen von Ton, Löß, Schluff, Sande (Kaolinsande) und Schotter. In ca. 250 m Tiefe findet man den sog. Neugammer Gassand (datiert auf Tertiär/Oligozän)https://www.lbeg.niedersachsen.de/download/889 Reutter, E., Geofakten 21 Boden und Wasser Hydrostratigrafische Gliederung Niedersachsens Februar 2011 mit einigen 10er Metern Mächtigkeit, aus dem der Erdgasausbruch stammte. In ca. 500 m Tiefe findet sich eine eozäne Sandablagerung und in ca. 700 - 750 m werden die sog. Reitbrooker Schichten angefunden, eine etwa 50 m mächtiger Erdölhorizont. Der Salzstock Reitbrook ist bis in ca. 800 m Tiefe aufgestiegen, hierzu ist auch ein geologisches 3d-Modell des tiefen Untergrundes verfügbar und zeigt anschaulich die Lage der großen Salzstöcke in dieser Region.3D-Geologie Geologisches Modell des tiefen Untergrundes , auf hamburg.de Im MineralienatlasReitbrook, auf mineralienatlas.de sind zur Lokalität Reitbrook weitere Literaturangaben und Weblinks aufgeführt.

Geologisches Profil der Bohrung Neuengamme 15, Kirchwerder Landweg 108