Gössenreuth (oberfränkisch: GessaraadE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „gessarād“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Himmelkron im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Gössenreuth hat eine Fläche von 4,905 km². Sie ist in 578 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8486,34 m² haben.
Lage Das Dorf liegt am Talrand des Weißen Mains. Im Osten schließen sich direkt der Köslarberg () und die Dorfleite an, beides bewaldete Anhöhen, die zu den Ausläufern des Fichtelgebirges zählen. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Bundesautobahn 9 überbrückend nach Streit (1,3 km nordwestlich) bzw. zur Bundesstraße 303 (1,5 km südöstlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen die B 303 unterquerend und die A 9 überbrückend nach Himmelkron zur B 303 (1,3 km westlich) und die A 9 überbrückend nach Streit (1,2 km nordwestlich).
Geschichte Gössenreuth wurde als herrschaftliche Plansiedlung angelegt bestehend aus 13 Lehen mit Waldhufenflur. 1536 wurde der Ort als „Gossenreut“ erstmals schriftlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Gôʒʒo.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 47.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Gössenreuth aus 27 Anwesen (1 Schmiede, 10 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Güter, 3 Sölden, 1 Tropfgut, 4 Tropfhäuser, 3 Tropfhäuslein) und einem unbebauten Halbhof. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Berneck aus. Grundherr sämtlicher Anwesen war das Stiftskastenamt Himmelkron.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 596.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Gössenreuth dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Himmelkron zugewiesen. 1812 entstand die Ruralgemeinde Gössenreuth. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gefrees zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Gefrees. 1840 wurde Gössenreuth an das Landgericht Berneck und an das Rentamt Marktschorgast überwiesen (1919 in Finanzamt Marktschorgast umbenannt). Ab 1862 gehörte Gössenreuth zum Bezirksamt Berneck. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Berneck (1879 in Amtsgericht Berneck umgewandelt). 1929 wurde die Gemeinde schließlich an das Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt) und das Finanzamt Kulmbach abgegeben.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 752. 1964 hatte die Gemeinde eine Fläche von 4,890 km². Am 1. Juli 1971 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Himmelkron eingemeindet.
Baudenkmäler Ernteweg 1: Wohnstallhaus Ernteweg 2: Taubenschlag Hauptstraße 20 und 23: Türrahmungen Hauptstraße 21: Wohnstallhaus Himmelkroner Weg 1: Wohnstallhaus
Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 215 202 261 261 279 282 283 296 278 295 298 285 284 286 272 255 242 239 226 194 297 278 263 261 243 231HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 37 39 40 40 42 44 48 57 70Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 728.
Religion Gössenreuth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Gallus (Lanzendorf) gepfarrt.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Gössenreuth Burschenverein Gössenreuth Dorfgemeinschaft Gössenreuth
Sehenswürdigkeiten Viewpoint Gössenreuth Kriegerdenkmal am alten Feuerwehrgerätehaus
Natur Der Wald geht bis an den östlichen Dorfrand. Wanderwege führen durch die Königsheide oder durch die Waldkette von Fichtelgebirge und Frankenwald.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Himmelkron) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1536 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach