mini|hochkant|Peter Fox landete mit Stadtaffe den zweiterfolgreichsten „Dauerbrenner“ in den deutschen Albumcharts. Die Liste der Musikalben, die am längsten in den deutschen Albumcharts verweilten, ist eine Übersicht von Musikalben, die sich besonders lange in den deutschen Albumcharts platzieren konnten.

Der erfolgreichste „Dauerbrenner“ stammt vom deutschen Kindermusikprojekt Simone Sommerland, Karsten Glück und die Kita-Frösche und wurde 2010 veröffentlicht. Ihr Album Die 30 besten Spiel- und Bewegungslieder konnte sich bislang 584 Wochen in den deutschen Albumcharts platzieren. Die ältesten Werke stammen aus dem Jahr 1962 und platzierten sich in der ersten Chartausgabe vom 15. Juli 1962. Es handelt sich dabei um My Fair Lady – Deutsche Originalaufnahme von Karin Hübner und Paul Hubschmid sowie den Soundtrack zu Porgy & Bess. Während My Fair Lady – Deutsche Originalaufnahme das erste Nummer-eins-Album der deutschen Chartgeschichte ist, belegte Porgy und Bess (O.S.T.) Rang zwei in der ersten Chartausgabe der Geschichte.

Hinweise zur Interpretation der aufgeführten Statistiken Die hier dargestellte Auswertung bietet eine Übersicht von Musikalben, die sich besonders lange in den offiziellen Albumcharts der Bundesrepublik Deutschland platzierten. Aufgrund der besseren Übersicht beschränkt sich diese Liste auf Werke, die sich länger als 104 Wochen in den Albumcharts platzieren konnten. Maßgeblich hierfür sind die einzelnen Chartausgaben beziehungsweise Chartwochen, nicht der komplette Zeitraum zwischen der erstmaligen und letztmaligen Platzierung in den Charts. Die Liste gibt die tatsächlichen Wochen wieder, sodass monatliche sowie halbmonatliche Chartangaben in Wochen umgewandelt wurden, dadurch sind auch Titel mit 104 Wochen in der Liste zu finden, weil diese abgerundet auf 104 Wochen kommen, jedoch länger als 728 Tage in den Charts vertreten waren. Zwischen 1984 und 2007 gab es Jahrgänge, in denen zwischen den Jahren keine Chartausgaben veröffentlicht wurden, hierbei wurde die jeweilige Folgewoche doppelt gewertet, weil die Verkäufe einen Erhebungszeitraum von zwei Wochen abbilden. Der Artikel führt alle Alben chronologisch absteigend nach der Verweildauer in den Charts auf, bei gleicher Verweildauer sind die Titel aufsteigend nach der letzten Chartwoche sortiert. Darüber hinaus beinhaltet die Tabelle Informationen zu den Musiklabels, dem Vertrieb, der Höchstplatzierung, dem erstmaligen Charteintritt sowie der letzten Chartwoche, in der sich ein Album platzieren konnte, sowie den bekannten Gold- und Platinauszeichnungen beziehungsweise den nachweisbaren Verkaufszahlen. Alben, die sich aktuell in den Charts befinden, sind grün hervorgehoben.

Problematik

Chartumfang Albumcharts gibt es in Deutschland seit dem 15. Juli 1962. Zunächst erschienen diese in einem Umfang von 25 bis 50 Plätzen in der Zeitschrift Musikmarkt. Ab September 1977 übernahm Media Control die Chartermittlung und veröffentlichte fortan konsequent Top-50-Hitparaden. Mit Beginn des Jahres 1980 verfügten die Albumcharts über mindestens 65 Plätze, die Anzahl der Plätze schwankte in den Folgejahren zwischen 65 und 100. Erst seit dem 3. August 1992 wurde auf den stetigen und heute noch gültigen Umfang von 100 Plätzen erweitert.

Turnus Die Albumcharts erschienen zunächst mit ihrer Einführung monatlich zum 15. einen jeden Monats. Am 15. Dezember 1976 fand eine Änderung hinsichtlich des Zeitraumes der Chartveröffentlichungen statt. Die Albumcharts wurden fortan zweimal monatlich am 1. und am 15. publiziert. Am 4. September 1978 stellte man auf die heute noch praktizierte wöchentliche Erscheinungsweise um.

Publikation Als Nachweise für die Chartinformationen dienen das Chartarchiv der GfK Entertainment (offiziellecharts.de), oder auch Printnachweise aus dem Musikmarkt. Das Chartarchiv der GfK bringt jedoch einige Probleme mit sich:

Das offizielle Chartarchiv der GfK Entertainment bietet erst ab dem 3. Januar 1977 ein umfassendes und vollständiges Chartarchiv mit Chartverläufen. Das Archiv beinhaltet auch Charterfolge zwischen dem 15. Juli 1962 und dem 3. Januar 1977, allerdings ohne Chartverläufe, Austrittsdaten und die „Wochenangaben“ richten sich nicht nach den tatsächlichen Wochen, sondern nach den Chartausgaben. So wird ein Album, das im Jahr 1962 eine Monatsausgabe in den Charts vertreten war, mit einer Woche anstatt gerundeten vier Wochen aufgeführt. Dies kann dazu führen, dass ein Titel zwölf Monate in den Charts verweilte, jedoch seitens der GfK nur mit zwölf Wochen aufgeführt wird. Als Beispiel hierzu dient Ich hab’ mein Herz in Germany verloren von Gus Backus. Das Album stieg am 15. September 1962 in die Albumcharts ein und verweilte dort bis zum 14. Dezember 1962. Das Album blieb während des monatlichen Chartturnus für drei Monate bzw. 91 Tage (13 Wochen) in den deutschen Albumcharts, wird allerdings seitens der GfK nur mit drei Wochen aufgeführt.

Darüber hinaus gibt es weitere inoffizielle Chartarchive ab dem 15. Juli 1962. Probleme die hier in Erscheinung treten, sind zum einen, dass diesen Datenbanken teilweise die Rechte zur Vervielfältigung der Chartplatzierungen fehlen, zum anderen werden bei einigen monatliche und halbmonatliche Chartausgaben mit vier beziehungsweise zwei Wochen gewertet, sodass beispielsweise ein Album, das zwölf Monate in den Charts verweilte, mit 48 Wochen berücksichtigt wird.

Verschiedene Variationen

In Deutschland besteht die Besonderheit, dass die Verkäufe von Musikalben, die sich inhaltlich stark ähneln („Titelidentität“), zusammenaddiert werden. Die GfK spricht dabei von der sogenannten „Additionsregel“. Die hierfür notwendige „Titelidentität“ ist gegeben, wenn der Hauptbestandteil mindestens zu 70 % übereinstimmt. Dies sorgt dafür, das in der Regel Neuauflagen, Erweiterungen oder Spezialausgaben dem Hauptwerk beziehungsweise dem Erstlingswerk hinzuaddiert werden und sich nicht separat in den Charts platzieren können.

Digitale Musik Seit September 2004 werden Downloads und seit Januar 2014 zusätzlich Musikstreamings bei der Chartermittlung berücksichtigt. Dies sorgt dafür, das Musikalben uneingeschränkt zur Verfügung stehen und sich das Marktangebot vervielfältigt hat. Dies führte zu vermehrter Kritik darüber, was die Musik noch Wert sei und welchen Stellenwert die Musikcharts noch hätten. Während es bis zur Berücksichtigung von Downloads nur wenige Alben schafften, sich in den knapp 40 Jahren zuvor über zwei Jahre in den Charts zu platzieren, schafften es fortan teilweise mehrere Alben pro Jahr. Nach der Berücksichtigung von Streamings setzte sich dieser Trend fort, darüber hinaus schafften es nun auch ältere Veröffentlichungen sich wieder in den Charts zu platzieren und sich Jahre später zu sogenannten Dauerbrennern in den Charts zu entwickeln. Der deutsche Musiker Carl Mahlmann, ehemaliger Marktforscher bei EMI Electrola und Kontrollausschuss-Mitglied bei der Chartermittlung, sagte entgegen der Kritik zu Streaming: „Man kann über Sinn oder Unsinn streiten, aber die Einbeziehung des Streamings ist nichts weiter als eine Reaktion auf den veränderten Musikmarkt“.

Liste der Dauerbrenner in den deutschen Albumcharts