Der Landkreis Mosbach war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.
Geografie Lage Der Landkreis Mosbach lag im Norden Baden-Württembergs.
Geografisch hatte er Anteil am Odenwald und am nordöstlichen Kraichgau. Die Kreisstadt Mosbach lag etwa in der Mitte des Landkreises.
Nachbarkreise Seine Nachbarkreise waren 1972 im Uhrzeigersinn beginnend im Norden die Landkreise Buchen, Heilbronn, Sinsheim und Heidelberg.
Geschichte Das Gebiet des Landkreises Mosbach gehörte vor 1803 überwiegend zur Kurpfalz (Oberamt Mosbach), dann kam es 1806 an das Großherzogtum Baden. Es entstanden im späteren Kreisgebiet Mosbach das Bezirksamt Eberbach und die Bezirksämter Neckargemünd und Mosbach, wobei bis 1822 in Mosbach ein Stadtamt sowie ein Erstes und ein Zweites Landamt bestanden, die dann zusammengelegt wurden. 1857 wurde das Amt Neckargemünd aufgelöst und seine Gemeinden dem Bezirksamt Eberbach zugeordnet. Nach Auflösung des Bezirksamtes Neckarbischofsheim 1864 kam die Gemeinde Hüffenhardt zum Amt Mosbach. Bei der Auflösung des Amtes Eberbach 1924 kamen die östlichen Gemeinden zum Bezirksamt Mosbach, die westlichen zum Bezirksamt Heidelberg. 1939 entstand aus dem Bezirksamt Mosbach der Landkreis Mosbach durch das Gesetz über die Landkreisselbstverwaltung.
Der Landkreis Mosbach kam 1945 mit dem nördlichen Teil des alten Landes Baden zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Mosbach zum Regierungsbezirk Nordbaden. Durch die Gemeindereform ab 1970 veränderte sich das Kreisgebiet in einem Fall. Am 1. März 1972 wurde die Gemeinde Heinsheim in die Gemeinde Bad Rappenau eingegliedert und gehörte somit zum Landkreis Sinsheim.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Mosbach aufgelöst. Sein Gebiet ging überwiegend im neu gebildeten Odenwaldkreis auf, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Mosbach wurde. Einige Gemeinden kamen auch zum Landkreis Heilbronn und eine zum Rhein-Neckar-Kreis. Um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Landkreis in Hessen zu vermeiden, wurde der baden-württembergische Odenwaldkreis 1974 in „Neckar-Odenwald-Kreis“ umbenannt.
Einwohnerentwicklung Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse. Jahr Einwohner 17. Mai 1939 40.034 13. September 1950 61.704 Jahr Einwohner 6. Juni 1961 64.430 27. Mai 1970 76.474
Politik Landrat Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Mosbach von 1824 bis 1972:
Wappen Das Wappen des Landkreises Mosbach zeigte in geteiltem und unten gespaltenem Schild oben in Gold einen wachsenden, rot bewehrten schwarzen Adler mit silbernem Brustschild, darin die lateinischen Großbuchstaben O und M untereinander; unten vorne von Weiß und Blau schräg gerautet, hinten in Rot ein sechsspeichiges silbernes Rad. Das Wappen wurde am 12. Januar 1960 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.
Der Adler steht für die Kreisstadt Mosbach, die bis 1330 eine Freie Reichsstadt war. Die Rauten symbolisieren die Kurpfalz, zu der der größte Teil des Kreisgebiets gehört und das Rad steht für die frühere Zugehörigkeit einiger Gemeinden zum Erzstift Mainz.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Das Kreisgebiet wurde von keiner Bundesautobahn berührt. Daher führten nur Bundesstraßen, und zwar die B 27, B 37 und B 292, durch das Kreisgebiet.
Gemeinden Zum Landkreis Mosbach gehörten ab 1938 zunächst 58 Gemeinden, davon 2 Städte.
Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang machte im Landkreis Mosbach die Gemeinde Mörtelstein, die sich am 1. Januar 1971 mit der Gemeinde Obrigheim zusammenschloss. Danach reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Mosbach schließlich am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.
Größte Gemeinde des Landkreises war die Kreisstadt Mosbach, kleinste Gemeinde war Lindach.
In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Mosbach vor der Gemeindereform. Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Volkszählungsergebnisse in den Jahren 1961 und 1970. frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Einwohneram 6. Juni 1961 Einwohneram 27. Mai 1970 Aglasterhausen Aglasterhausen Neckar-Odenwald-Kreis 1.755 2.294 Allfeld Billigheim Neckar-Odenwald-Kreis 1.110 1.177 Asbach Obrigheim Neckar-Odenwald-Kreis 761 810 Auerbach Elztal Neckar-Odenwald-Kreis 977 1.004 Balsbach Limbach Neckar-Odenwald-Kreis 326 314 Billigheim Billigheim Neckar-Odenwald-Kreis 1.295 1.595 Binau Binau Neckar-Odenwald-Kreis 614 1.007 Breitenbronn Aglasterhausen Neckar-Odenwald-Kreis 270 309 Dallau Elztal Neckar-Odenwald-Kreis 1.555 2.229 Daudenzell Aglasterhausen Neckar-Odenwald-Kreis 310 291 Diedesheim Mosbach Neckar-Odenwald-Kreis 1.727 2.270 Fahrenbach Fahrenbach Neckar-Odenwald-Kreis 848 4.219 Guttenbach Neckargerach Neckar-Odenwald-Kreis 406 420 Haßmersheim Haßmersheim Neckar-Odenwald-Kreis 2.760 3.237 Heinsheim Bad Rappenau Heilbronn 1.164 1.458 Herbolzheim (Jagst) Neudenau Heilbronn 1.221 1.404 Hochhausen Haßmersheim Neckar-Odenwald-Kreis 498 592 Hüffenhardt Hüffenhardt Neckar-Odenwald-Kreis 1.383 1.424 Kälbertshausen Hüffenhardt Neckar-Odenwald-Kreis 363 421 Katzental Billigheim Neckar-Odenwald-Kreis 400 462 Krumbach Limbach Neckar-Odenwald-Kreis 533 630 Limbach (Baden) Limbach Neckar-Odenwald-Kreis 1.194 1.348 Lindach Eberbach Rhein-Neckar-Kreis 179 197 Lohrbach Mosbach Neckar-Odenwald-Kreis 1.220 1.324 Michelbach Aglasterhausen Neckar-Odenwald-Kreis 542 2.672 Mittelschefflenz Schefflenz Neckar-Odenwald-Kreis 741 961 Mörtelstein Obrigheim Neckar-Odenwald-Kreis 400 454 Mosbach, Stadt Mosbach Neckar-Odenwald-Kreis 11.343 13.674 Muckental Elztal Neckar-Odenwald-Kreis 450 464 Mülben Waldbrunn Neckar-Odenwald-Kreis 299 325 Neckarburken Elztal Neckar-Odenwald-Kreis 521 522 Neckarelz Mosbach Neckar-Odenwald-Kreis 4.006 5.017 Neckargerach Neckargerach Neckar-Odenwald-Kreis 1.684 1.866 Neckarkatzenbach Neunkirchen Neckar-Odenwald-Kreis 192 159 Neckarmühlbach Haßmersheim Neckar-Odenwald-Kreis 371 450 Neckarzimmern Neckarzimmern Neckar-Odenwald-Kreis 1.325 1.618 Neudenau, Stadt Neudenau Heilbronn 1.906 2.118 Neunkirchen Neunkirchen Neckar-Odenwald-Kreis 1.197 1.376 Oberdielbach Waldbrunn Neckar-Odenwald-Kreis 779 898 Oberschefflenz Schefflenz Neckar-Odenwald-Kreis 1.299 1.428 Oberschwarzach Schwarzach Neckar-Odenwald-Kreis 233 253 Obrigheim Obrigheim Neckar-Odenwald-Kreis 2.836 3.914 Reichenbuch Mosbach Neckar-Odenwald-Kreis 263 331 Rittersbach Elztal Neckar-Odenwald-Kreis 640 694 Robern Fahrenbach Neckar-Odenwald-Kreis 468 575 Sattelbach Mosbach Neckar-Odenwald-Kreis 597 630 Schollbrunn Waldbrunn Neckar-Odenwald-Kreis 572 607 Stein am Kocher Neuenstadt am Kocher Heilbronn 1.233 1.364 Strümpfelbrunn Waldbrunn Neckar-Odenwald-Kreis 970 1.143 Sulzbach Billigheim Neckar-Odenwald-Kreis 1.094 1.387 Trienz Fahrenbach Neckar-Odenwald-Kreis 627 712 Unterschefflenz Schefflenz Neckar-Odenwald-Kreis 1.119 1.195 Unterschwarzach Schwarzach Neckar-Odenwald-Kreis 1.295 1.620 Wagenschwend Limbach Neckar-Odenwald-Kreis 484 533 Waldkatzenbach Waldbrunn Neckar-Odenwald-Kreis 671 747 Waldmühlbach Billigheim Neckar-Odenwald-Kreis 681 671 Weisbach Waldbrunn Neckar-Odenwald-Kreis 354 356 Zwingenberg Zwingenberg Neckar-Odenwald-Kreis 369 606
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MOS zugewiesen. Es wird im Neckar-Odenwald-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben.
Literatur Landkreis Mosbach. (= Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl; Heft 9). Hrsg. vom Innenministerium und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bearbeitung und Druck Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 1964.
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Einzelnachweise
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