Gregory „Greg“ Rusedski (* 6. September 1973 in Montreal, Kanada) ist ein ehemaliger britischer Tennisspieler, der zunächst auch für Kanada antrat.

Persönliches Greg Rusedski hat eine britische Mutter und einen kanadischen Vater. 1995 hat er sich dafür entschieden, die britische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Seit 1999 ist er mit Lucy Connor verheiratet, mit der er seit 1991 liiert ist. Das Paar hat eine Tochter (* 2006) und einen Sohn (* 2009).

Karriere Seine besten Ergebnisse erzielte er 1997 mit dem Einzug ins Endspiel der US Open, das er gegen Patrick Rafter verlor (3:6, 2:6, 6:4, 5:7), sowie 1999 mit dem Gewinn des Grand Slam Cup in München.

In seiner Laufbahn gewann er 15 Einzeltitel. 1997 wurde in der ATP-Weltrangliste als Nummer 4 geführt – es war seine beste Position. Im selben Jahr wurde er in Großbritannien zur BBC Sports Personality of the Year, zum Sportler des Jahres, gewählt.

Obwohl Rusedski neben Tim Henman und Andy Murray einer der besten britischen Tennisspieler seiner Zeit war, fehlte ihm in der britischen Öffentlichkeit die Anerkennung. Das wird vor allem durch Ereignisse untermauert, die sich beim Heimturnier in Wimbledon ereignet hatten. 2000 fragten ihn Journalisten vor der Auslosung nach seinem Wunschgegner. Kurioserweise ergab die Auslosung mit Vincent Spadea den von ihm genannten Spieler, der zuletzt 21 Spiele in Folge verloren hatte. Spadea gewann das Erstrundenspiel mit 6:3, 6:75, 6:3, 6:78 und 9:7, was damals für viel Aufsehen sorgte. 2003 beschimpfte er bei seinem Zweitrundenspiel gegen Andy Roddick den Schiedsrichter, weil dieser sich geweigert hatte, nach einer Fan-Störung einen Punkt zu wiederholen. Er verlor die Partie mit 6:710, 6:711, 5:7, was ihm in der Presse erneut Kritik einbrachte.

Rusedski war in den letzten Spielzeiten seiner Karriere von Verletzungen geplagt. Im Januar 2004 wurde er positiv auf Nandrolon getestet. Nach einer Anhörung vom 10. März 2004 wurde er von Dopingvorwürfen freigesprochen, weil der positiv Test von verunreinigten Lebensmitteln verursacht gewesen sei.Doping – Die prominentesten Dopingfälle im Welttennis derstandard.at vom 8. Juni 2016 Am 7. April 2007 gab Rusedski offiziell seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt.

Rekorde Rusedski war lange Zeit Rekordhalter für den härtesten Aufschlag im Herrentennis; er konnte damit viele Serve-and-Volley-Spieler wie Pete Sampras, Richard Krajicek, Goran Ivanišević oder Marc Rosset in dieser Wertung auf die Plätze verweisen. Am 14. März 1998 beim ATP-Turnier in Indian Wells schlug er mit 239,8 km/h auf. Dieser Rekord wurde vom Schweden Joachim Johansson und praktisch zeitgleich von Andy Roddick am 6. Februar 2004 gebrochen.

Lange Zeit hielt Rusedski zudem den Rekord für den schnellsten Sieg auf der ATP Tour; in der zweiten Runde des Tennisturniers Sydney International besiegte er 1996 den Deutschen Carsten Arriens in nur 29 Minuten. Dieser Rekord wurde erst 2014 gebrochen.Jarkko Nieminen breaks Greg Rusedski’s fastest win record in Miami. theguardian.com, 21. März 2014

Sonstiges Die Finalteilnahme Rusedskis bei den US Open 1997 fiel in die Woche zwischen Tod und Beerdigung von Prinzessin Diana. Rusedski spielte seine letzten Partien mit einer schwarzen Schleife als Zeichen der Trauer.

2008 nahm er an der dritten Staffel der Eiskunstlaufshow Dancing on Ice teil.Greg Rusedski voted off Dancing on Ice, 3. März 2008, Raidió Teilifís Éireann

Erfolge Legende Grand Slam Grand Slam Cup ATP Masters Series ATP International Series Gold ATP International Series ATP Challenger Tour (1)

Einzel Turniersiege ATP Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 11. Juli 1993 Newport Rasen Javier Frana 7:5, 6:7, 7:6 2. 30. April 1995 Seoul Hartplatz Lars Rehmann 6:4, 3:1 Aufgabe 3. 13. Oktober 1996 Peking Hartplatz Martin Damm 7:6, 6:4 4. 22. Juni 1997 Nottingham Rasen Karol Kučera 6:4, 7:5 5. 5. Oktober 1997 Basel Teppich (i) Mark Philippoussis 6:3, 7:6, 7:6 6. 22. Februar 1998 Antwerpen Hartplatz (i) Marc Rosset 7:6, 3:6, 6:1, 6:4 7. 8. November 1998 Paris Hartplatz (i) Pete Sampras 6:4, 7:6, 6:3 8. 3. Oktober 1999 München Teppich (i) Tommy Haas 6:3, 6:4, 6:7, 7:6 9. 17. Oktober 1999 Wien Teppich (i) Nicolas Kiefer 6:7, 2:6, 6:3, 7:5, 6:4 10. 4. März 2001 San José Hartplatz Andre Agassi 6:3, 6:4 11. 13. Januar 2002 Auckland Hartplatz Jérôme Golmard 6:7, 6:4, 7:5 12. 18. August 2002 Indianapolis Hartplatz Félix Mantilla 6:7, 6:4, 6:4 13. 22. Juni 2003 Nottingham (2) Rasen Mardy Fish 6:3, 6:2 14 11. Juli 2004 Newport (2) Rasen Alexander Popp 7:6, 7:6 15. 10. Juli 2005 Newport (3) Rasen Vincent Spadea 7:6, 2:6, 6:4

Challenger Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 13. Juli 1992 Rasen 6:3, 7:6

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 24. Oktober 1993 Peking Teppich (i) Michael Chang 6:7, 7:6, 4:6 2. 22. Mai 1995 Coral Springs Sand Todd Woodbridge 4:6, 2:6 3. 3. Februar 1997 Zagreb Teppich (i) Goran Ivanišević 6:7, 6:4, 6:7 4. 17. Februar 1997 San José Hartplatz Pete Sampras 6:3, 0:5 Aufgabe 5. 8. September 1997 US Open Hartplatz Patrick Rafter 3:6, 2:6, 6:4, 5:7 6. 13. Oktober 1997 Wien Teppich (i) Goran Ivanišević 6:3, 7:6, 6:7, 2:6, 3:6 7. 9. Februar 1998 Split Teppich (i) Goran Ivanišević 6:7, 6:7 8. 16. März 1998 Indian Wells Hartplatz Marcelo Ríos 3:6, 7:6, 6:7, 4:6 9. 5. Oktober 1998 Toulouse Hartplatz (i) Jan Siemerink 4:6, 4:6 10. 1. März 1999 London Teppich (i) Richard Krajicek 6:7, 7:6, 5:7 11. 30. August 1999 Boston Hartplatz Marat Safin 4:6, 6:7 12. 18. Oktober 2004 Moskau Teppich (i) Nikolai Dawydenko 6:3, 3:6, 5:7

Doppel Turniersiege Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 10. Juli 1994 Newport Rasen Alex Antonitsch Kent Kinnear David Wheaton 6:4, 3:6, 6:4 2. 15. September 1996 Bournemouth Hartplatz Marc-Kevin Goellner Rodolphe Gilbert Nuno Marques 6:3, 7:6 3. 28. Februar 1999 London Teppich (i) Tim Henman Byron Black Wayne Ferreira 6:3, 7:6

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 23. Oktober 1994 Wien Hartplatz (i) Alex Antonitsch Mike Bauer David Rikl 6:7, 4:6 2. 12. März 1996 Kopenhagen Teppich (i) Guillaume Raoux Mark Keil Peter Nyborg 7:6, 4:6, 6:7

Weblinks

BBC-Artikel (engl.)

Einzelnachweise

Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1996 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2000 Kategorie:Tennisspieler (Kanada) Kategorie:Davis-Cup-Spieler (Großbritannien) Kategorie:Olympiateilnehmer (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Teilnehmer an Dancing on Ice (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Sportler des Jahres (Großbritannien) Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Mann