Kvitsøy ist eine Kommune im norwegischen Fylke Rogaland. Die Inselkommune hat Einwohner (Stand: ). Gemessen an der Fläche ist Kvitsøy mit einer Fläche von km² die kleinste Kommune Norwegens. Verwaltungssitz ist die Ortschaft Ydstebøhamn.
In der Kommune befindet sich die VTS-Zentrale Kvitsøy.
Geografie Kvitsøy ist eine Inselkomme im Südwesten Norwegens. Sie liegt nordwestlich der Stadt Stavanger im Mündungsgebiet des Boknafjords. Die Kommune setzt sich aus über 150 Inseln, Holmen und Schären zusammen. Sechs der Inseln sind bewohnt: Kvitsøy (2,3 km²), Langøy (0,3 km²), Krossøy (0,3 km²), Hellesøy, Krågøy und Grønningen. Auf Kvitsøy befindet sich das Verwaltungszentrum der Kommune, Ydstebøhamn.
Kvitsøy hat keine auf dem Land verlaufenden Grenzen. Im Skudenesfjord im Norden verlaufen die Grenzen zu den Kommunen Karmøy und Bokn. Im Osten grenzt Kvitsøy an Stavanger, im Südosten an Randaberg und im Süden an Sola.
Das Terrain der Inseln ist weitgehend flach. Die höchste Erhebung der Kommune Kvitsøy hat eine Höhe von Diese liegt auf der unbewohnten Insel Eime im Nordosten der Kommune. In keiner norwegischen Kommune liegt der höchste Punkt tiefer.
Einwohner Die meisten Einwohner leben in der Ortschaft Ydstebøhamn auf der Insel Kvitsøy. Ydstebøhamn ist der einzige sogenannte Tettsted, also die einzige Ansiedlung, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet wird. Zum lebten dort Einwohner.
Bis etwa 1990 war die Einwohnerzahl rückläufig. Anschließend begann die Zahl wieder anzusteigen.
Die Einwohner der Kommune werden Kvitsøybu genannt. Kvitsøy hat wie viele andere Kommunen der Provinz Rogaland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.
+Entwicklung der EinwohnerzahlJahrEinwohnerzahlVeränderungAnzahlProzent1960670——1970635−35−5,2 %1980555−80−12,6 %1990492−63−11,4 %2000523 +31 +6,3 %2010527 +4 +0,8 %2020517−10−1,9 %
Geschichte und Kultur mini|hochkant|Steinkreuz auf Krossøy Die Kommune Kvitsøy entstand zum 1. Januar 1923, als sie von Mosterøy abgetrennt wurde. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt 581 Einwohner und hieß zu diesem Zeitpunkt noch Kvittingsøy. Mosterøy ging später in Rennesøy auf und ist nun Teil der Kommune Stavanger.
Auf der Insel Krossøy befindet sich bei der Meerenge Leiasundet ein 3,9 m hohes und 1,87 m breites Steinkreuz. Es ist das größte erhaltene Steinkreuz in Norwegen. Bei dem Kreuz sollen im Jahr 1016 Olav der Heilige und Erling Skjalgsson einen Vergleich eingegangen sein. Zwei Jahrhunderte später wurde in Kvitsøy der Friede von 1208, der den Bürgerkrieg zwischen Birkebeinern und Baglern beendete, zwischen Inge II., Håkon Galen und Philipp Simonsson geschlossen.
In der Kommune betrieb der norwegische Rundfunk eine Sendeanlage für Kurz- und Mittelwelle (Sender Kvitsøy). Die Masten wurden 2012 gesprengt.
In der Kommune befindet sich das Hummermuseum Kvitsøy. Es wurde im Jahr 2013 eröffnet.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Kvitsøy VTS und Kvitsøy fyr Über den Fylkesvei 4692 sind die Hauptinseln der Kommune miteinander verbunden. Eine Straßenanbindung zum Festland besteht nicht. Diese soll bis 2033 im Zuge des Straßenbauprojekts Rogfast entstehen.
Auf Kvitsøy befindet sich ein Fährhafen, von wo aus Fähren nach Mekjarvik in der Kommune Randaberg ablegen. Der Fährhafen Mekjarvik liegt in der Nähe der Europastraße 39 (E39), die unter anderem die Verbindung in die Stadt Stavanger herstellt. Die Überfahrt von Kvitsøy nach Mekjarvik dauert rund 35 Minuten.
In Kvitsøy befindet sich seit 2003 mit der Kvitsøy sjøtrafikksentral (Kvitsøy VTS) ein Schiffsverkehrsdienst. Die Zentrale ist für die Verkehrsüberwachung im Küstenabschnitt zwischen dem Bømlafjord und dem Jærens Rev zuständig. Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Überwachung des Schiffsverkehrs im Zusammenhang mit der Erdgasaufbereitungsanlage Kårstø in der Kommune Tysvær. Kvitsøy ist zudem eine von drei Lotsenvermittlungszentralen der norwegischen Küstenbehörde. Der Zuständigkeitsbereich für die Lotsendienste erstreckt sich von Feistein in der Kommune Klepp bis Rørvik im Norden Trøndelags.
Bei Ydstebøhamn befindet sich das Kvitsøy fyr, ein Leuchtfeuer, dessen heutiger Turm aus dem Jahr 1829 stammt. Es wurde im Jahr 1938 elektrifiziert und 1969 automatisiert.
Wirtschaft Viele Arbeitsplätze in der Kommune sind im Transportsektor angesiedelt, mit dem Kvitsøy VTS als wichtigstem Arbeitgeber. Für die Landwirtschaft in der Kommune ist vor allem die Tierhaltung, insbesondere die Haltung von Rindern und Schafen, typisch. Traditionell ist die Fischerei bedeutender. Gefangen werden vor allem Schalentiere und Makrelen. Lange Zeit prägte der Hummerfang die Fischerei in Kvitsøy, später begannen Garnelen und Krabben zu dominieren. Mittlerweile werden die meisten Fänge außerhalb der Kommune an Land gebracht. Keine große Bedeutung für die lokale Wirtschaft hat die Industrie.
In Kvitsøy besteht ein Überschuss an Arbeitsplätzen. So kamen im Jahr 2025 auf 303 Arbeitstätige aus der Kommune rund 366 Arbeitsplätze in Kvitsøy. Von den etwa 300 Arbeitstätigen aus der Kommune arbeiteten nur knapp 160 in Kvitsøy selbst. 70 Personen pendelten in die Kommune Stavanger. Die nach Kvitsøy pendelnden Personen kamen hauptsächlich aus umliegenden Kommunen wie Stavanger, Sandnes und Randaberg.
Kirche mini|Kvitsøy kirke In Kvitsøy befindet sich die Kvitsøy kirke. Es handelt sich um eine Holzkirche aus dem Jahr 1620. Sie hat einen kreuzförmigen Grundriss und 150 Sitzplätze.
In der Nähe des Steinkreuzes befinden sich bis heute die Grundmauern der St. Clemenskirche (St. Clements kyrkje).
Name und Wappen Das seit 1989 offizielle Wappen der Kommune zeigt drei silberne Leuchtfeuer auf blauem Hintergrund.
Der Name der Kommune leitet sich von Hvítingsøyjar, einem altnordischen Namen für die gesamte Inselgruppe, ab. Damals wurde vermutlich die heutige Krossøya als Hvítingsøy bezeichnet. Der Name setzt sich aus den Bestandteilen „weiß“ (norwegisch hvit oder kvit) und „Insel“ (norwegisch øy) zusammen. Er bezieht sich auf weiße Quarzadern.
Weblinks
Kvitsøy im Store norske leksikon (norwegisch) Fakten über Kvitsøy beim Statistisk sentralbyrå (norwegisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1923