Verdacht auf Ursula ist ein deutscher Kriminalfilm aus dem Jahre 1939 von Karl Heinz Martin mit Luli von Hohenberg in der Titelrolle. Viktor Staal übernahm die männliche Hauptrolle. Die Geschichte basiert auf dem Roman „Ursula schwebt vorüber“ (1939) von Walter Harich.

Handlung Als der Sägewerksbesitzer Stefan Ramin eines Tages von einer geschäftlichen Besprechung nicht nach Michaelsbrück zurückkehrt, macht sich sein von Stefans Frau Agathe und Pflegetochter Monika informierter Neffe Klaus Sorgen. Stefan wollte, um sein Geschäft auszuweiten, das Gut Lengenfelde für 60.000 RM kaufen und hatte diese Summe per Scheck bereits ausgezahlt. Klaus erfährt, dass Gut Lengenfelde, das in Besitz eines gewissen von Tweel ist, überhaupt nicht zum Verkauf stand und der Empfänger der Summe, ein Gutsinspektor in Tweels Auftrag namens Max Arndt zu diesem Zeitpunkt nicht in der Stadt gewesen war, um das angeblich eingezahlte Geld von der Bank abzuheben. Der ortsansässige Bahnhofsvorsteher erinnert sich immerhin, Stefan Ramin gesehen zu haben. Da die ganze Angelegenheit immer undurchsichtiger zu werden scheint, informiert die besorgte Monika die Polizei über das Verschwinden ihres Pflegevaters.

Als eine elegante Dame, die sich als Ursula von Tweel vorstellt, Monika ihre Aufwartung macht, wundert sie sich, dass besagte Frau von Tweel nach Herrn Ramin fragt. Monika berichtet Klaus davon, und dieser erinnert sich, jene Ursula im Beisein seines Onkels mal gesehen zu haben. Die Polizei findet heraus, dass in der Zwischenzeit der ominöse 60.000-RM-Scheck von einem Betrüger eingelöst wurde. Rasch nimmt man an, dass Klaus, der Nutznießer der mysteriösen Vorgänge und Erbe des Sägewerks, hinter den Machenschaften stehen könnte. Die Dinge werden immer seltsamer, denn bald wird klar, dass Stefan nie die Absicht hatte, das Gut zu kaufen, sondern vielmehr, in Begleitung von Ursula von Tweel, sich eine Villa angesehen hatte, die ihn interessierte. Klaus, der schon vor einiger Zeit ein Auge auf Ursula geworfen hat, beginnt der Geschichte mit ansteigendem Interesse nachzuspüren. Umso erstaunter ist er, als Ursula ihm frank und frei erklärt, dass Stefan Ramin nicht für sich, sondern in ihrem Auftrag besagte Villa käuflich erwerben sollte. Das Geld dafür, die 60.000 RM, würden von ihr stammen. Da es auch reichlich Briefkorrespondenz zwischen Ursula und Stefan gibt, bittet diese Klaus, die Briefe aus Stefans Schreibtisch zu entwenden und ihr zurückzugeben. Dabei wird der Neffe von Monika beobachtet, die daraus schließt, dass Klaus in der ganzen Angelegenheit mit Ursula von Tweel unter einer Decke steckt.

Schließlich wird die Leiche Stefan Ramins im Waldgebiet desjenigen Gutshofes entdeckt, den er angeblich zu kaufen beabsichtigt hatte. Die Polizei unter der Leitung von Kommissar Weigelt beginnt sämtliche Verdächtige im Umfeld von Stefan Ramin einem Verhör zu unterziehen. Dabei stellt sich heraus, dass der Tote bis über beide Ohren verschuldet gewesen war. Als Mörder entpuppt sich schließlich der aalglatte Bankangestellte Kißling, der mit der Kontoverwaltung Stefan Ramins betraut worden war. Dieser hatte den Banker massiv unter Druck gesetzt, die Kontobücher zu fälschen, um die hohe Verschuldung zu kaschieren. Um sich aus dem Griff Ramins zu befreien, hatte Kißling seinen Erpresser erschossen und anschließend den Verdacht auf Ursula von Tweel gelenkt, da er von beider heimlicher Beziehung, die keinesfalls öffentlich werden sollte, wusste. Die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf, und Klaus Ramin kann endlich Stefans Mündel Monika heimführen und sich fortan der Leitung des Sägewerks widmen.

Produktionsnotizen Verdacht auf Ursula entstand ab dem 19. Mai 1939, nach knapp zwei Monaten waren die Dreharbeiten beendet. Der Film feierte seine Uraufführung am 26. Oktober 1939 in Frankfurt am Main, die Berliner Premiere fand am 1. November 1939 in zwei Lichtspielhäusern statt.

Herstellungsgruppenleiter Karl Schulz übernahm auch die Produktionsleitung. Julius von Borsody und Herbert Hochreiter gestalteten die Filmbauten. Walter Zeiske übernahm die Aufnahmeleitung. Heinz Richter sorgte für den Ton.

Die Herstellungskosten des Films fielen mit etwa 508.000 Reichsmark äußerst günstig aus, allerdings spielte diese B-Produktion bis Januar 1942 auch nur 788.000 RM ein.Ulrich J. Klaus: Deutsche Tonfilme 10. Jahrgang 1939. S. 192 (104.39), Berlin 1999

Für die in ihrer Heimat nahezu unbekannte 37-jährige Luli von Hohenberg war dies der einzige deutsche Film; sie reiste kurz nach Ende der Dreharbeiten in Richtung Hollywood ab.

Kritiken Die Illustrierte Kronen-Zeitung meinte, Verdacht auf Ursula sei ein Film,

Die Bühne schrieb: Verdacht auf Ursula, in: Die Bühne, Heft 24, 1939, S. 6

Paimann’s Filmlisten resümierte: Verdacht auf Ursula in Paimann‘s Filmlisten

Im Lexikon des Internationalen Films heißt es:

In Der deutsche Film 1938–1945 ist zu lesen, Regisseur Martin habe den Film .Boguslaw Drewniak: Der deutsche Film 1938-1945. Ein Gesamtüberblick. Düsseldorf 1987, S. 519

Siehe auch Liste der während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich uraufgeführten deutschen Spielfilme

Einzelnachweise

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