mini|Die Geschichte der Eroberung Venezuelas von José de Oviedo y Baños ist eins der Referenzwerke über die Eroberung aus der Sicht der Spanier

Die Geschichte Venezuelas umfasst die Entwicklungen auf dem Gebiet der Venezuelas von der Urgeschichte bis zur Gegenwart.

Indigene Bevölkerung Archäologische Spuren der ersten Besiedlung In Venezuela lebten in vorkolumbianischer Zeit indigene Gruppen als Bauern, Fischer sowie nomadisierende Jäger und Sammler. Sie siedelten hauptsächlich in El Tocuyo (Nordwesten), in den Anden und an der Küste. Die Archäologen M. Cruxent und Irving Rouse fanden in El Jobo mehrere paläoindianische Fundstellen mit blattförmigen SpeerspitzenJ. M. Cruxent, Irving Rouse, A Lithic Industry of Paleo-Indian Type in Venezuela. American Antiquity22/2, 1956, 172–179, Diese Waffen sollen entsprechend einer Radiokohlenstoffdatierung aus der Zeit zwischen 13000 bis 7000 v. Chr. stammen.Kipfer 2000, p. 172. Taima-Taima und Muaco sind weitere Fundorte aus paläoindianischer Zeit.Helaine Silverman, William Isbell (Hrsg.), Handbook of South American Archaeology 2008. 2 Auflage 26, 1192 p. 430, ISBN 978-0-387-74906-8. Pg 433-434. Diese Gruppen lebten zu einer Zeit, als Arten der Megafauna wie Megatherien, Glyptodonten und Todoxonen vorherrschten. Am unteren Orinoco entstand die Saladoidkultur, die bis in das 6. Jahrhundert einen Großteil der karibischen Inselwelt umfasste.Prehistory of the Caribbean Culture Area, Southeast Archaeological Center, National Park Service, abgerufen am 25. Dezember 2014.

Indigene Völker am Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts Im Zentrum und Osten des heutigen Venezuelas lebten u. a. Ethnien der Carib-Sprachgruppe: Meregotos und Caracas vom Araguatal bis zum Tuytal, Palenques und Cumanagotos östlich davon bis zum Neverifluss und Chaimas und Parias auf den Halbinseln von Araya und Paria und südlich davon. Die Waikerí lebten auf der Insel Margarita, auf Coche und auch auf dem Festland. Die Waraos lebten im Orinocodelta. Im Westen Venezuelas lebten vorwiegend Arawakos. Im Gebiet der gegenwärtigen Bundesstaaten Falcón, Yaracuy und Lara waren unter anderen die Arawakoethnie der Caquetíos, sowie die Jirajas und Guayones, ansässig.

Entdeckung durch Europäer, erste Kontakte und Conquista mini|links|Dritte Reise des Kolumbus mini|links|Massaker in Cumana, 1521 mini|Die Ruinen von Nueva Cádiz, auf Cubagua Christoph Kolumbus erreichte auf seiner dritten Reise 1498 die östliche Küste Venezuelas. Am 24. August 1499 folgte eine Expedition von Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci, die dem Land wegen der häufigen Verwendung von Pfahlbauten angeblich den Namen Venezuela (Klein-Venedig) gaben. Diese Theorie stammt aus Vespuccis Reisebericht Cuatro Navegaciones („Vier Schiffsreisen“) und ist auch allgemein bekannt, jedoch historisch nicht belegt. Martín Fernández de Enciso, der ebenfalls an der Expedition teilnahm, beschrieb in seinem Buch Summa de Geografia von 1518 eine andere Theorie: „An einer Landzunge des Coquibacos-Golfesindigene Bezeichnung für die Maracaibo-See befindet sich ein sandbankähnlicher, großer Felsen, auf dem ein Zaparas-DorfZaparas ist ein dort ansässiger Indianerstamm namens Veneciuela steht.“ In den ersten Jahrzehnten wurde die Region zwischen der Insel Margarita und dem Festland eine der Hauptquellen für die Gewinnung von Perlen. Viele indigene Männer wurden als Sklaven zum Perlentauchen gezwungen. Dazu schreibt Alexander von HumboldtAlexander von Humboldt: Reise in die Äquinoctial-Gegenden des neuen Continents:

Die Franziskaner sandten eine Mission, die sich im zweiten Jahrzehnt des sechzehnten Jahrhunderts an der Küste um Cumana ansiedelte, um dort zu predigen. Europäische Sklavenhändler versuchten gleichzeitig, Uramerikaner auf ihre Plantagen auf Hispaniola oder Kuba zu entführen. Um das Jahr 1519 hatten die Mönche wei Kirchen in der Cumana-Region erbaut. Bartolomé de las Casas kam im Jahre 1521 in Cumaná an. Kurz vor seiner Ankunft hatten die Übergriffe der Conquistadores dazu geführt, dass die indigenen Bewohner der Gegend alle Europäer, einschließlich der Mönche, angriffen. Die erste feste Siedlung der Spanier mit dem Namen Nueva Cádiz wurde 1522 gegründet. Im Jahr 1527 sandte der Gouverneur von Santo Domingo Juan Martín de Ampués nach Venezuela, um dem Sklavenhandel an der Küste ein Ende zu machen. Juan Martín und 60 Spanier kamen in Coriana an, eine Region, wo die Caquetíos wohnten. Der Cacique Manaure empfing ihn mit 100 Vertretern der lokalen Ureinwohner. Sie waren mit Federkronen, Perlenarmbändern und goldenen Ohrringen geschmückt. Juan Martín schloss ein Abkommen mit Vertretern der indigenen Bevölkerung und gründete die Stadt Coro.De Oviedo y Baños, José (2004): Historia de la Conquista y Población de Venezuela. Biblioteca Ayacucho, II Edición. Seite 84

Kolonisationsversuch durch die Welser

mini|hochkant|links|Welser-Wappen 1528 hatte der in Geldnöten befindliche Kaiser Karl V. dem Augsburger Handelshaus der Welser gegen Bargeld das Recht auf Kolonisation in Südamerika zugebilligt. Im selben Jahr schickte Bartholomäus Welser eine Expedition nach Venezuela, die die Reichtümer des Landes erkunden sollte. Fast 20 Jahre lang wurden im Landesinneren entlang der Küste Naturschätze abgebaut und nach Europa verfrachtet. Der Ulmer Ambrosius Ehinger wurde erster Gouverneur der Provinz von Venezuela. Er kam in Coro 1529 an und marschierte von dort nach Westen. Bei einem Streifzug bei der Verbindung zwischen dem Maracaibosee und der Karibik griff er den Stamm der Region an und gründete Maracaibo am 8. September 1529. Von da kehrte Ehinger an Malaria erkrankt nach Coro zurück. Dort ließ er am 30. Juli 1530 Nikolaus Federmann als Vertreter und reiste nach Santo Domingo, um sich zu erholen. Im September 1530 beschloss Federmann, ohne Erlaubnis Coro zu verlassen und die Region zu erforschen. Mit ihm gingen 110 Fußsoldaten, 16 Reiter und etwa 100 Indigene. Sie überquerten die venezolanischen Llanos auf der Suche nach dem „Südsee“. Im Februar 1531 mussten sie nach Coro zurückkehren. Die Truppe war krank und müde wegen der vielen Schlachten gegen die Einwohner. Diese Einwohner, die die Welser zunächst freundlich empfangen hatten, flohen nun aus ihren Dörfern und zerstörten ihre Vorräte, damit die Europäer sie nicht nutzen konnten. Zwischen 1529 und 1538 versklavten und verkauften die Welser mindestens 1005 Männer, Frauen und Kinder der indigenen Bewohner, obwohl der spanische König die Versklavung der Ureinwohner im Jahr 1528 und im Jahr 1542 in den Leyes Nuevas verboten hatte.Jörg Denzer: Die Welser in Venezuela - Das Scheitern ihrer wirtschaftlichen Ziele In: Mark Häberlein, Johannes Burkhardt(Hrsg.): Die Welser: Neue Forschungen zur Geschichte und Kultur des oberdeutschen Handelshauses. Akademie-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-05-003412-2 (Google Books Auszüge). Die Welser wollten vorwiegend Gold finden und Sklaven verkaufen, was gegen die Abkommen verstieß. Dies und wirtschaftliche Interessen der spanischen Siedler führten zu ständigen Konflikten. Nach Meinungsverschiedenheiten zwischen dem spanischen Hof und den Welsern übernahmen die Spanier 1546 die Verwaltung vor Ort. Mit der Abdankung von Karl V. im Jahr 1556 verloren die Welser endgültig die vom Kaiser persönlich gewährten Rechte und ihr Handelsgebiet in Spanisch-Amerika. Diego de Ordás am Orinoco mini|hochkant|Diego de Ordás mini|links|Die Truppen des G. von Speier und Philipp von Hutten, als sie in Coro mit dem Schiff La Santa Trinidad im Februar 1535 ankamen Diego de Ordás hörte seinerseits von der Existenz eines Dorados und beschloss 1530, nach Venezuela zu reisen. 1531 kam er am Orinocodelta an. Im Juni segelte er mit mehreren kleineren Schiffen flussaufwärts, bis er den Río Meta und dann die Raudales de Atures am Orinoco erreichte. Während dieser Reise entstanden Streitigkeiten mit der indigenen Bevölkerung. An den Raudales de Atures sah sich Ordás schließlich gezwungen, unter dem Druck seiner Soldaten zurückzukehren. Als er an die Küste der Karibik ankam, verwickelte er sich in Diskussionen mit den Siedlern der Region, die seine Forschungsrechte bestritten. Sie brachten ihn als Gefangenen nach Santo Domingo.Urs Bitterli: Die Entdeckung Amerikas. München 1991, ISBN 3-406-35467-X, S. 287–288. Jerónimo de Ortal (oder Dortal), früherer Schatzmeister von Ordás, kam nach der Pariahalbinsel im Oktober 1534 an. Von da segelte er zusammen mit Alonso de Herrera den Orinoco hinauf, um Gold zu suchen. De Ortal reiste zuerst nach Cubagua, um Unterstützung zu bekommen. Herrera wollte nicht auf ihn warten und reiste ab. Er erreichte den Río Meta, wurde dort aber von indigenen Kriegern getötet. Seine Begleiter kehrten zurück, um Ordal zu begegnen. Ordal startete eine neue Expedition. Als er den Ort erreichte, wo Herrera umgebracht wurde, überzeugte er sich, dass man kein Gold finden würde, und gab auf. Trotzdem blieb der Mythos vom Eldorado bestehen.

Das Ende von Nueva Cádiz 1541 zerstörte ein starkes Erdbeben die Stadt Nueva Cádiz. Zwei Jahre später wurde Cubagua von französischen Piraten angegriffen. Die Bewohner beschlossen, die Insel zu verlassen und nach Margarita bzw. zum Festland umzuziehen.

Zweite Phase der Kolonisation durch die Spanier im 16. Jahrhundert Francisco Fajardo, der auf Margarita geborene Sohn eines Spaniers und einer indigenen Mutter, landete im Jahre 1555 in Chuspa, im gegenwärtigen Bundesstaat Vargas und begann einen Streifzug, um das Tal von Caracas zu erobern. Er kehrte aber bald zurück. Der Gouverneur von Venezuela, Alonso Arias de Villasinda, sandte Alonso Díaz Moreno zur Region des Tacariguasees, um dort eine Stadt zu gründen. Im März gründete Alonso Díaz Moreno Valencia. Die Spanier wollten eine Stadt in der Nähe der Karibik haben, die nicht so offen für Angriffe der Piraten sein sollte wie der Hafen von Borburata. Spätestens seit der Einführung der Neuen Indiengesetze Karls V., kam es in den Kolonien immer wieder zu Aufständen gegen die spanische Krone. Gründe dafür waren die restriktiven Handelsbestimmungen, Staatsmonopole, Versuche, die indigene Urbevölkerung besserzustellen, die schlechte Behandlung der Sklaven und nicht zuletzt Steuererhöhungen. Ein Beispiel dafür ist die Rebellion des karibischen Kaziken Guaicaipuro. Ein Sklavenaufstand unter Leitung des Sklaven Miguel fand im Jahr 1552 im heutigen Yaracuy statt.Araujo, S. 136. mini|Venezuelakarte am Ende des 16. Jahrhunderts 1560 segelte Francisco Fajardo aus Margarita nach Mittel-Venezuela zurück. Er landete in Caruao und marschierte von da nach Valencia. Dann ging er mit einer kleinen Gruppe Soldaten zum Tuy-Tal. Dort konnte er sich mit dem Kazike Terepaima verständigen. Er ging nach Valencia zurück und sandte nach El Tocuyo eine Bitte an den Gouverneur Pablo Collado, um Verstärkung zu bekommen. Collado sandte ihm 30 Soldaten. Fajardo marschierte mit diesen und mit seinen Soldaten Richtung Teques und gründete eine Siedlung und eine Viehhacienda am Guairoufer. Er nannte den Ort Valle de San Francisco. Die Hacienda wurde kurz danach wegen des Widerstands der indigenen Bevölkerung wieder aufgegeben.

Die heutige Hauptstadt Caracas wurde 1567 gegründet. 1577 setzte die spanische Krone zur Verwaltung einen Gouverneur ein.

Im Jahr 1569 segelte Pedro Malaver de Silva mit 600 Soldaten, von denen 100 Frauen und Kinder mitnahmen, 300 Sklaven, 200 Pferden, 500 Kühen, 1000 Schafen und 200 Schweinen und Ziegen Richtung Venezuela. Die meisten kamen, wie Malaver, aus Extremadura. Die Siedler kamen im Mai 1569 auf Margarita an. Da blieben etwa 100 von ihnen. Malaver reiste mit den übrigen weiter nach Borburata und von da nach Valencia. Die meisten verließen Malaver zwischen Borburata und Valencia und ließen sich in der ganzen Zentralregion nieder.Maduro, Jesús María: (1982) Anales de Carabobo: Apuntes. Fundación del Libro Carabobeño. Seiten 41–42