mini|alt=schwarz-weiß Foto von Maria Callas aus der TV-Show Small World, aus dem Jahr 1958. Maria Callas sitzend mit Hochsteckfrisur auf einem antiquaren verzierten Holzstuhl in einem langarmigen Kleid mit Blumenmuster, einer Perlenkette und Perlenohringen. Sie schaut nach rechts zum Fotografen und hat Ihre Arme auf den Lehnen des Stuhls auf ihrem Schoss zusammenhaltend liegen.|Maria Callas (1958) Maria Callas (eigentlich Maria Anna Cecilia Sofia Kalogeropoulou, ; * 2. Dezember 1923 in New York City; † 16. September 1977 in Paris) war eine griechische Sängerin. Sie besaß auch die italienische Staatsbürgerschaft und war eine der bedeutendsten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts.

Maria Callas trat in vielen Rollen auf. Ihr Repertoire umfasste 43 vollständige Partien sowie Arien aus weiteren 34 Opern. Dabei reichte ihr Stimmumfang vom fis in Verdis Sizilianische Vesper bis zum f3 in Rossinis Armida. Neben dem Tonumfang von fast drei Oktaven besaß ihre Stimme große Biegsamkeit. Callas beherrschte alle stimmlichen Tontechniken des Belcanto-Gesangs.

Zu ihren bekanntesten Interpretationen gehören Luigi Cherubinis Medea, die Violetta in Verdis La traviata (1951 ff.) und Bellinis Norma (1948 ff.). Die Constanze aus Die Entführung aus dem Serail (1952) ist die einzige von ihr dargestellte Mozart-Partie.Arianna Stassinopoulos: Maria. Beyond the Callas Legend. 1980, S. 103. Ihr Verdienst liegt u. a. in der Interpretation und Darstellung von Belcanto-Opern Rossinis, Donizettis und Bellinis. Ihre Auftritte in Rossinis Il turco in Italia und Armida, Donizettis Anna Bolena und Lucia di Lammermoor sowie Bellinis Norma und Il pirata bereiteten den Weg für Sängerinnen wie Joan Sutherland und Montserrat Caballé, die Jahre später in diesen Rollen bekannt wurden.

Leben und Wirken mini|hochkant|alt=Das Bild zeigt die Frontansicht des 4–5-stöckigen Wohnhauses Papaleonardou. Das Bild zeigt die baufällige Frontansicht bevor es zu einem Hotel renoviert wurde. Das Haus besitzt steinerne Balkone und rechteckige Fenster, ebenfalls mit steinernen Umrandungen.|Das Haus in Athen, in dem Maria Callas von 1937 bis 1945 lebte mini|alt=schwarz.weiß Foto aus dem Jahre 1959. Zeigt Maria Callas, wie sie lächelnd im einen Rüschenkleid die Treppe des Concertgebouw vom Frack tragenden Dirigent Nicola Rescigno elegant mit einer haltenden Hand hinunterbegleitet wird. Links sind Mitglieder des Orchesters zu erkennen umrahmt von der anderen Seite der Treppe von applaudierenden Zuschauern.|Maria Callas mit Nicola Rescigno im Concertgebouw, Amsterdam, 1959, Aufnahme von Ben van Meerendonk

Maria Callas wurde am 2. oder 3. Dezember 1923 im New Yorker Stadtteil Washington Heights als zweite Tochter von George Kalogeropoulos (1881–1972) und Elmina Evangelia Dimitriadou (1894–1982) geboren. Die Eltern waren griechische Einwanderer aus Meligalas. Ihr älterer Bruder Vassilios war in Griechenland an Typhus gestorben. Die Familie lebte zu diesem Zeitpunkt seit sechs Monaten in den USA. Der Vater änderte 1929 den Familiennamen in Callas, nachdem er 1927 im griechischen Viertel von Manhattan eine wenig einträgliche Apotheke eröffnet hatte. 1937 ging Maria Callas nach der Trennung ihrer Eltern mit Mutter Evangelia und Schwester Yakynthy (bzw. Iacinthy, genannt „Jackie“) nach Athen.

mini|alt=Maria Callas Museum ist dreistöckiges neoklassizistisches gelbes renoviertes Gebäude. Die Frontseite zeigt das Bild mit jeweils 5 rechteckigen Fenstern mit weiß angesetzten Fensterrahmen. Das Gebäude besitzt linksseitig in der 2. Etage einen Erker mit Balkon der dritten Etage.|Maria-Callas-Museum in Athen mini|alt=Maria Callas schwarz-weiß Aufnahme trägt vor einem menschhohen Spiegel mit einem Lippenstift Ihre Lippen nach. Luchino Visconti steht link von Ihr mit einer Hand an der Wand gelehnt. Seine rechte Hand liegt über ihrem langen Haar auf ihrer Schulter. Beide Gesichter spiegeln sich in dem Spiegel. Das Foto wurde im Teatro alla Scala in Mailand 1959 aufgenommen.|Maria Callas mit Luchino Visconti am Teatro alla Scala in Mailand, 1957, Aufnahme von Federico Patellani

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie am 11. April 1938. Am 2. April 1939 war sie die Santuzza in Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni. Diese beiden Debütauftritte fielen in die Zeit, als sie noch am Athener Konservatorium bei Maria Trivella studierte. Ab Anfang 1938 studierte sie Gesang bei Elvira de Hidalgo, ebenfalls am Konservatorium von Athen. Am 28. Oktober 1940 begann in Griechenland der Zweite Weltkrieg. Den ersten professionellen Auftritt gab sie im Februar 1941 als Beatrice in Boccaccio von Franz von Suppè. Am 27. August 1942 sang sie an der Nationaloper von Athen die Partie der Tosca, im April 1944 übernahm sie erstmals die Rolle der Marta in Tiefland. Bei der griechischen Erstaufführung von Fidelio im Theater des Herodes Attikus am 14. August 1944 übernahm sie die Titelrolle. Im September 1945 reiste sie zu ihrem Vater in die USA. 1946/1947 arbeitete sie mit dem Agenten Eddie Bagarozy zusammen. Nach dem Konkurs des Veranstalters Bagarozy in Chicago kehrte sie im Juni 1947 noch vor der Premiere nach Europa zurück und lernte in Verona den italienischen Unternehmer und späteren Ehemann Giovanni Battista Meneghini kennen. In Verona gab sie am 2. August 1947 ihr italienisches Debüt als Gioconda in der gleichnamigen Oper von Amilcare Ponchielli. Dabei begann auch ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Tullio Serafin.

Am 30. November 1948 sang sie am Teatro Communale di Firenze den Part der Norma in der gleichnamigen Oper von Vincenzo Bellini. Am Tag nach ihrer Heirat mit Meneghini am 21. April 1949 in Verona ging Callas, nun mit dem italienischen Pass, ans Teatro Colón in Buenos Aires. Weitere Tourneen nach Lateinamerika führten sie nach Mexiko-Stadt, São Paulo und Rio de Janeiro. 1951 überwältigte Callas als Aida im Palacio de Bellas Artes das mexikanische Publikum. Das Ende der Siegerszene im 2. Akt beschloss sie, abweichend von der Partitur, mit einem glasklaren es3. „Das Publikum drehte durch“, beschrieb die Plattenfirma EMI die Reaktion. Die historische Aufnahme ist erhalten und wurde in den 1990er Jahren als Aida Live 1951 von EMI als CD herausgegeben.

Am 14. Januar 1951 stand sie erneut auf der Bühne des Teatro Communale di Firenze, diesmal in der Rolle der Violetta in La traviata von Giuseppe Verdi. Ab dem 7. Dezember 1951 war sie an der Mailänder Scala als Elena in Verdis I vespri siciliani zu sehen und zu hören. mini|alternativtext=Callas_Sirmione|Die Villa, in der Maria Callas zwischen 1950 und 1959 mit Giovanni Battista Meneghini in Sirmione lebte. In den Jahren 1950–1959 bewohnte Maria Callas zeitweise, zusammen mit ihrem Ehemann Giovanni Battista Meneghini, als Sommerresidenz, die später nach ihr benannte Villa Maria Callas in Sirmione am Gardasee in Oberitalien.

Ab 1954 sollte aus dem Zusammentreffen mit Luchino Visconti eine kontinuierliche Zusammenarbeit erwachsen. 1956 ging Callas an die Metropolitan Opera (Met) in New York. Ein Auftritt am 2. Januar 1958 endete als Fiasko, als Callas ihren Vortrag im ersten Akt wegen angeschlagener Gesundheit abbrach. Ihr Verhältnis zur Intendanz der Met und der Scala war von Streit getrübt. Im November und Dezember 1958 folgten deshalb Verträge mit dem Lyric Theatre in Chicago und ein Gastspiel in Paris.

Im Juli 1959 wurde Maria Callas durch Elsa Maxwell mit Aristoteles Onassis bekannt gemacht und begann kurz darauf eine Liebesaffäre mit dem griechischen Milliardär. Diese führte 1959 zur Scheidung ihrer Ehe mit Giovanni Battista Meneghini und 1960 zur Scheidung Onassis’ von seiner damaligen Ehefrau Athina Livanos.Arianna Stassinopoulos: Maria. Beyond the Callas Legend. 1980, S. 181–184. Am 18. März 1966 hatte Maria Callas dafür auf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft verzichtet. Fortan war sie griechische Staatsbürgerin. 1968 endete die Beziehung zu Onassis. Auch nach Onassis’ Eheschließung mit Jacqueline Kennedy 1968 wurden er und „die Callas“ in den 1970er Jahren wiederholt in der Öffentlichkeit zusammen gesehen.

In den Jahren 1960 bis 1963 trat Maria Callas nur wenig auf. Am 21. Januar 1964 wagte sie die Rückkehr auf die Opernbühne in Franco Zeffirellis Neuinszenierung von Tosca am Covent Garden in London. 1969 spielte Maria Callas für 65.000 USD die Rolle der Medea im gleichnamigen Film von Pier Paolo Pasolini. Ihre gute finanzielle Situation erlaubte es ihr, sich ihre Wohnung an der Avenue Georges-Mandel in Paris durch den Dekorateur Georges Grandpierre glanzvoll einrichten zu lassen. Von 1971 bis 1972 unterrichtete sie zeitweilig ausgewählte Meisterklassen an der Juilliard School in New York. Zusammen mit ihrem früheren musikalischen Partner Giuseppe Di Stefano versuchte sie ein Comeback in mehreren Rezital-Tourneen. Am 11. November 1974 trat sie in Sapporo zum letzten Mal öffentlich auf. Am 15. März 1975 wachte sie am Totenbett von Onassis in Neuilly-sur-Seine.

mini|hochkant|alt=Maria Callas Gedenkplatte des Urnengrabes mit der Aufschrift 'Maria Callas 1923 1977 Cette Plaque a Ete Aposee Par Le Maria Callas International Club Le 15 September 1991. Eine kleine metallernde Vase befüllt mit 4 gelben Blumen und einer Rose ist mit einem dunkelmetallenden Fassung befestigt. Unter der Platte befindet sich die Nummer 16259 darüber 16258 mit einem weiteren Namen. Rings um dem Grab sind zahlreiche Kritzeleien und Unterschriften mit Herzchen in verschiedenen Farben zu erkennen.|Gedenktafel am Urnengrab der Callas auf dem Friedhof Père-Lachaise

Am 16. September 1977 starb Maria Callas im Alter von 53 Jahren in Paris, Avenue Georges-Mandel Nr. 36, an einem Herzinfarkt. In: The New York Times vom 17. September 1977. Die Trauerfeier nach byzantinischem Ritus fand am 20. September 1977 in der griechisch-orthodoxen Kathedrale Saint-Etienne in Paris statt. Unter den Trauergästen waren Fürstin Gracia von Monaco, Prinzessin Caroline Grimaldi, der Bariton Tito Gobbi und der Filmproduzent Franco Rossellini. Ihrem Wunsch folgend wurde ihr Leichnam eingeäschert und die Asche vor der im Privatbesitz von Aristoteles Onassis befindlichen griechischen Insel Skorpios im Ionischen Meer verstreut. Im Kolumbarium des Pariser Friedhofs Père-Lachaise befindet sich ein symbolisches Urnengrab.knerger.de: Das Grab von Maria Callas

Rezeption Maria Callas hat ein bedeutendes musikalisches Erbe hinterlassen. Von 1952 an bis zu ihrem Abschied von den Opernbühnen mit der Tosca-Aufführung am 5. Juli 1965 im Royal Opera House Covent Garden in London hat sie, exklusiv für EMI, viele ihrer großen Partien auf Schallplatten aufgenommen. Ihre Aufnahme von Tosca mit Giuseppe Di Stefano und Tito Gobbi als Partner unter Victor de Sabata wird noch heute als eine der besten Opern-Einspielungen überhaupt angesehen. Insgesamt gibt es über ein Dutzend Studioaufnahmen verschiedener Opern. Darüber hinaus existieren Live-Mitschnitte von Opernaufführungen und mehrere Rezitals. Maria Callas wird als unerreichte „Primadonna assoluta“ des 20. Jahrhunderts gesehen. In den 1950er und 1960er Jahren war ihr Primat nicht unbestritten. Manche Medien und Opernliebhaber, besonders in Italien, bevorzugten die knapp zwei Jahre ältere Italienerin Renata Tebaldi, die zwar hinsichtlich Stimmvolumen, Ausdruckskraft und Gesangstechnik nicht mit ihr mithalten konnte, aber über eine angenehmere, wärmere Stimme verfügte, wobei Maria Callas als „Tigerin“ und Tebaldi als „Engel“ oder „Taube“ apostrophiert wurde.

Ehrungen mini|alt=Blüte der Maria Callas Rose aus dem Jahre 1965 aufgenommen im Jingu Rose Garden Uji-Nakanokiri Ise, Mie Japan.|Die Rose 'Maria-Callas' (Meilland, 1965) 1980, 5. Mai, Griechische Post: EUROPA – Bedeutende Persönlichkeiten, Sonderbriefmarke zu 14 Drachmen. Michel 1412. 2007 Griechenland: 10-Euro-Gedenkmünze, Silber-925 fein, Gewicht 9,75 g, auf ihren 30. Todestag. Auflage: 5000 Stück. Krause/Mishler 224. Nach Callas sind einige Straßen und Plätze benannt, darunter der Largo Maria Callas in Mailand.