Hagen ist ein Ortsteil der Gemeinde Sprakensehl im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen.
Geographie und Verkehrsanbindung Hagen liegt im Osten der Südheide und im äußersten Nordwesten des Landkreises Gifhorn. Das Dorf ist von ausgedehnten Waldgebieten umgeben. Einige hundert Meter südwestlich von Hagen befindet sich der Nurdakamp, eine Siedlung mit rund zehn Nurdachhäusern.
Die Landesstraße 280 führt von Hagen im Westen über Weyhausen bis nach Müden (Örtze) im Landkreis Celle, im Osten über Sprakensehl bis nach Hankensbüttel. Die Kreisstraße 96 führt von Hagen im Südwesten bis nach Blickwedel. Östlich von Hagen verläuft in knapp drei Kilometer Entfernung die Bundesstraße 4. Linienbusse fahren an Schultagen von Hagen bis nach Bokel und Hankensbüttel.
Geschichte mini|hochkant|Gedenkstein Im Jahre 1197 erfolgte die erste bekannte Erwähnung von Hagen als Hachenem.
Als Teil der Gografschaft Hankensbüttel kam Hagen ab 1267 zum Fürstentum Lüneburg, wurde im 16. Jahrhundert dem Amt Gifhorn zugeordnet und 1798 ins Amt Isenhagen umgegliedert. In der Franzosenzeit gehörte Hagen zum Departement der Aller des Königreichs Westphalen.
Das Amt Isenhagen wurde 1885 zum Kreis Isenhagen. Die Gemeinde bekam den Namen „Hagen bei Sprakensehl“, um sie von der ebenfalls im Kreis Isenhagen gelegenen Gemeinde „Hagen bei Knesebeck“ zu unterscheiden.
Am 30. September 1928 wurde die Gemeinde Hagen bei Sprakensehl nach Blickwedel eingemeindet.Amtsblatt der Regierung Lüneburg 1928, S. 235 Der Kreis Isenhagen wurde 1932 in den Kreis Gifhorn eingegliedert.
Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa von 1945–1950 hatte sich die Einwohnerzahl von Hagen von 110 (1939) auf 185 (1950) vergrößert, davon waren 1950 87 Heimatvertriebene.
Am 1. April 1955 wurde Hagen bei Sprakensehl aus Blickwedel herausgelöst und bildete wieder eine eigene Gemeinde.Statistisches Bundesamt: Gebietsänderungen 1955 1965 wurde die Samtgemeinde Sprakensehl gebildet, zu der auch Hagen gehörte. Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Hagen bei Sprakensehl in die Gemeinde Sprakensehl eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr 1821 1848 1871 1905 1910 1925 1939 1950 1961 1969 2008 2010 2019 Einwohner 71 103 113 91 101 109 110 185 148 148 143 141 135Der Landkreis Gifhorn. Hrsg. vom Niedersächsischen Landesverwaltungsamt. Bremen 1972, S. 457–458. (Die Landkreise in Niedersachsen, Bd. 26. ISBN 3-87172-327-4.) Heute (Stand 2021) leben in Hagen gut 150 Einwohner.Hagen, Behrener Weg. Samtgemeinde Hankensbüttel, abgerufen am 16. September 2021.
Infrastruktur mini|Dorfteich mini|Kriegerdenkmal In Hagen stehen ein Postbriefkasten, ein Sportplatz, ein Hallenbad,Heidebad Hagen. Heidebad Hagen gGmbH, abgerufen am 16. September 2021. ein Schützenhaus, und den Kindern ein Spielplatz zur Verfügung. Ein Kriegerdenkmal erinnert an die Opfer der beiden Weltkriege aus Hagen.
In Hagen bietet die Gaststätte Hagener (ehemals Fromhagen) eine Einkehrmöglichkeit. Auch Übernachtungsmöglichkeiten werden in Hagen angeboten.Dennhornshof. dennhornshof.de, abgerufen am 16. September 2021.
Vereinsleben findet im 1924 gegründeten Schützenverein Hagen e.V., im Förderkreis Hallenbad Hagen e.V. sowie im SC (Sportclub) Hagen-Bokel e.V. statt.
Die Schule, die Poststelle, sowie die Gaststätten Meyer und Michels wurden geschlossen. Die staatliche Revierförsterei Hagen, die dem Forstamt Sprakensehl untergeordnet war, besteht ebenfalls nicht mehr. Einkaufsmöglichkeiten des täglichen Bedarfs sind in Hagen nicht vorhanden.
Ein Gotteshaus ist in Hagen nicht vorhanden. Evangelisch-lutherische Einwohner gehören zur Christophoruskirche (Sprakensehl). Katholiken gehören zur St.-Marien-Kirche im rund 20 Kilometer entfernten Wittingen, näher gelegen ist jedoch die St.-Paulus-Kirche im rund 14 Kilometer entfernten Unterlüß.
Trivia Nach Mitteilung der Samtgemeinde Hankensbüttel ist Hagen das kleinste Dorf Europas mit einem eigenen Hallenbad.Hagen, Behrener Weg. Samtgemeinde Hankensbüttel, abgerufen am 16. September 2021.
Literatur Ilsedore Bührke und weitere Autoren: Das Dorfbuch von Hagen. Hagen 1977.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Sprakensehl Kategorie:Ort im Landkreis Gifhorn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gifhorn) Kategorie:Gemeindeauflösung 1928 Kategorie:Gemeindegründung 1955 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974