Antestor (lateinisch für „ich rufe als Zeugen an“) ist eine norwegische Metal-Band, die 1990 unter dem Namen Crush Evil gegründet wurde. Musikalisch orientiert sie sich an Doom Metal, Death Metal und Black Metal. Da ihre Texte christlich beeinflusst sind und Black Metal ihrer Ansicht nach auf dem Satanismus basiert, wird die Einordnung als Black-Metal-Band von ihnen abgelehnt. Die Band bezeichnete ihre Musikrichtung selbst als „Sorrow Metal“. 2007 gab sie bekannt, zukünftig nicht mehr aufzutreten. Im Jahr 2010 kündigte die Band an, nachdem sie wieder eine vollständige Aufstellung hatte,update: we can now proudly announce our new bassplayer. he will also do some programming.. (not drums..) THOR GEORG BUER. also the man behind Soniferous and Grave Declaration.. btw. Grave Declaration is active and will release an album probably this year.. even though we have not yet had a real rehearsal, we can proudly present our drummer. JO HENNING BØRVEN. he is also the drummer of Morgenroede and Grave Declaration. www.myspace.com/morgenroede. Jo Henning also has a few other projects and bands that will be presented later.and to conclude our linup: Robert Bordevik on guitars.. the founder of the norwegian black metal group GRIEVANCE with Anders Friden of In Flames on vox. He also plays guitars in VARDØGER.o those who thought that our lineup was finished.... WRONG! Nickolas Main Henriksen will be doing the keys!! this magician is doing keys for both Aspera and spinning foundation. erneut auftreten zu wollen.
Antestor ist geprägt vom Dualismus der christlichen Botschaft ihrer Texte und dem Umfeld des Black Metal.
Bandgeschichte Die Band formierte sich im Jahre 1990 in Oslo unter dem Namen Crush Evil. Mit The Defeat of Satan wurde im August 1991 das erste Demo aufgenommen. Musikalisch wird hierbei langsamer Death Metal, vermengt mit Doom Metal, dargeboten. Im Jahr 1992 löste sich die Band auf, um sich im folgenden Jahr unter dem Namen Antestor neu zu gründen. Das zweite Demo Despair wurde noch im selben Jahr aufgenommen. Auf der musikalischen Seite orientierte man sich nun fast ausschließlich am Doom Metal, die Geschwindigkeit der Musik verlangsamte sich deutlich.
1994 nahm Antestor ihr Debütalbum Martyrium auf, das über das Label Morphine Records als Bootleg-Kassette veröffentlicht wurde. Danach verließ die Band das Label. Sie gibt auf ihrer MySpace-Seite an, dass Probleme mit dem Label eine Veröffentlichung in größerem Maßstab verhinderten.MySpace-Seite von Antestor. Bei Martyrium lassen sich erstmals Elemente des melodischen Black Metal in der Musik erkennen. Der Sound ist ungeschliffen und harsch, die Melodik erinnert schon an die Stilistik der „zweiten Welle“ des Black Metal.
Erst 1997 ging Antestor mit einem weiteren Demotape (Kongsblod) auf die Suche nach einem neuen Label. Neben anderen zeigte Cacophonous Records aus England Interesse und bald wurde ein Plattenvertrag unterschrieben. Cacophonous führt vor allem Black-Metal- und Death-Metal-Bands, von denen einige sich offen zu satanistischen Ansichten bekennen. Cacophonous zensierte einige Passagen in den Liedtexten,Antestor-Interview, 2000 The Christian Underground Zine, Nr. 4. Interviewer: "However, you had a record deal with Cacophonous Records (ex - Cradle of Filth, Bal-Sagoth). What kind of experiences did you get from that?" Antestor: “Pretty bad, actually. I can’t say they did anything else than publish the album. No money, no royalties, no anything.” Interviewer: “Did the record company set any demands concerning your image?” Antestor: “Nothing like that, they just said that it’s not recommendable for us go absolutely everywhere announcing that we’re a Christian band and they censored the words ‘Lord’ and ‘Jesus’ from our lyrics sheet. We ourselves removed few texts because we didn’t want to provocate.” (Original: Finnisch). so sind im Booklet zu „The Return of The Black Death“ alle Vorkommen von „God“ und „Jesus“ ausgelassen. 1998 wurde das Demo als Album veröffentlicht, der Name Kongsblod (Königsblut) wurde in The Return of The Black Death geändert. Nach Veröffentlichung des Albums verließ Antestor das Label, das die Produktion des Albums einstellte. Antestor warf dem Label vor, die Band fallen gelassen zu haben, als es deren christliche Einstellung bemerkte, und gibt an, niemals Geld von Cacophonous erhalten zu haben. Die Musik auf dieser CD wird von den wenigen Rezensenten, die sie besprochen haben, als düster und melancholisch beschrieben.
In der Folgezeit litt Antestor unter finanziellen Engpässen. Zudem wurde die Besetzung instabil, da Schlagzeuger, Sänger und Gitarrist die Band aus persönlichen Gründen verließen. Lars „Vemod“ Stokstad blieb als Komponist der Band erhalten, Liveauftritte waren in den nächsten drei Jahren nicht möglich. Das änderte sich erst, als in Endtime Productions ein aus Sicht der Gruppe vertrauenswürdiges Label gefunden wurde, das dann im Jahr 2000 das Album Martyrium als volles Album veröffentlichte. Endtime Productions führt bis heute ausschließlich christliche Bands. Antestor hatte zu dieser Zeit noch einen gültigen Vertrag mit Cacophonous, unterschrieb aber dennoch bei Endtime Productions.
Drei Jahre später folgte The Defeat of Satan, das die beiden Demos The Defeat of Satan und Despair enthielt. Verstärkt durch Ronny „Vrede“ Hansen und Morten Sigmund „Sygmoon“ Magerøy von der kurz zuvor aufgelösten Band Vaakevandring machten sich Lars Stockstad und Vegard Undal daran, neue Lieder zu schreiben. Da die Position des Schlagzeugers noch immer vakant war, musste ein Sessiondrummer verpflichtet werden. Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg von Mayhem stellte sich zur Verfügung und gemeinsam wurde im Herbst/Winter 2003 zuerst die EP Det Tapte Liv und dann das Album The Forsaken eingespielt. Das Engagement von Hellhammer wurde und wird von Presse und Fans kontrovers diskutiert blackmetal.co.uk (englisch); abgerufen am 7. Mai 2007.. Ronny „Vrede“ Hansen sagte dazu in einem Interview Folgendes:
Auf die im Frühjahr 2004 über Endtime Productions veröffentlichte EP folgte Anfang 2005 das Album. Das Albumcover von Det Tapte Liv zeigt eine Zeichnung der Stabkirche Borgund. Weiters ergeben die Cover der EP und des Albums aneinander gelegt ein einziges Bild ebendieser Kirche. Gezeichnet wurden die Cover beider Veröffentlichungen von Kristian „Necrolord“ Wåhlin, der zuvor schon Cover für Bathory, Therion, Dissection und Emperor entworfen hatte.
Live spielte die Band selten, zuletzt nur auf explizit christlichen Musikfestivals. Beispiele für erfolgte Auftritte sind die Konzerte am Bobfest in den Jahren 2000 in Stockholm (englisch) abgerufen am 7. Mai 2007. und 2004 in Linköping (englisch) abgerufen am 7. Mai 2007. sowie am Nordic Fest 2004 in Oslo.News October/November 2004. artfortheears.nl (englisch); abgerufen am 13. September 2012.Scream Magazine: (englisch) mini|Antestor beim Endtime Festival, 2007 mini|Sänger Ronny Hansen beim Blast of Eternity Festival in Neckarsulm, 2012 Ende März 2007 spielte die Band am Endtime Festival in Halmstad (englisch); abgerufen am 7. Mai 2007. ein Konzert mit zahlreichen Sessionmusikern. Bei diesem Konzert gab Antestor bekannt, dass dies ihr letzter Auftritt sei. In einer Nachricht im Forum von Endtime Productions nordicfest.no, Endtime-Forum (englisch); abgerufen am 18. April 2007. sowie einem inhaltlich identischen Bulletin auf myspace (englisch); abgerufen am 17. April 2007. wurden die Gründe genannt, dass es seit zweieinhalb Jahren keine Probe mehr gegeben habe und dass Antestor nur mehr aus den beiden Mitgliedern Vrede und Vemod bestehe. Für den Auftritt am Endtime-Festival sei dank dem Chef von Endtime Productions doch noch ein vollwertige Besetzung zustande gekommen.
Ab 2011 und 2012 folgten wieder Live-Auftritte auf den wichtigsten Unblack-Metal-Festivals in Zentraleuropa (Elements of Rock, Blast of Eternity, Brainstorm Festival) mit einem neuen Keyboarder und Schlagzeuger. Parallel dazu wurde das neue Album Omen aufgenommen, produziert und veröffentlicht, das im Dezember 2012 beim Label Bombworks Records veröffentlicht wurde.
Stil Musik Während sich die Band bei den ersten Veröffentlichungen noch primär am Death-/Doom Metal mit dementsprechend langsamen Liedern und Growling-Gesang orientierte, so wandte sich die Band mit dem Album The Return of the Black Death musikalisch dem Black Metal zu. So sind fortan Screaming-Vocals sowie genretypische Gitarrenriffs und Schlagzeugpassagen mit erhöhter Geschwindigkeit zu finden. Eine zentrale Rolle kommt auch dem Keyboard zu, das für die im Black Metal typischen epischen Zwischenspiele und Einleitungen an Raum gewinnt. So ist etwa in den ersten drei Minuten des Liedes Sorg ausschließlich das Keyboard für die Melodieführung zuständig.
Mit dem Album The Forsaken entwickelte sich die Band mehr in Richtung eines technischeren Stils, als dieser noch auf The Return of the Black Death zu finden war. So sind nun auch Gitarrensoli auf The Forsaken zu finden. Des Weiteren ist auch die Qualität der Produktion im Vergleich zu The Return of the Black Death verbessert worden. Durch den Einstieg zweier Ex-Mitglieder von Vaakevandring wurde der Stil zudem melodischer und atmosphärischer.
Texte In den Texten werden Hoffnung und Verzweiflung, aber auch der persönliche christliche Glaube der Bandmitglieder thematisiert. Daher lehnen viele Metal-Fans die Einordnung Antestors als Black-Metal-Band ab, da sie textlich und ideologisch im Widerspruch zum Black Metal steht. Die Texte sind meist in Englisch gehalten. Seltener finden sich auch norwegische Texte, die jedoch das Album The Return of the Black Death dominieren. Bei diesem Album ist zudem nur ein Teil der Texte im Booklet aufgeführt; Texte mit direktem Bezug zu Jesus Christus wurden ausgespart.
Das Lied A Sovereign Fortress behandelt beispielsweise die Danksagung an Gott, der das lyrische Ich von Geburt an beschützt und unterstützt.Antestor: The Return of the Black Death, Titel Nr. 2: A Sovereign Fortress; Cacophonous Records, 1998. So heißt es im Refrain dieses Liedes beispielsweise:
Sorg (norwegisch ‚Kummer‘, ‚Leid‘, ‚Trauer‘) hingegen beschäftigt sich mit den Thematiken des Kummers und der Suche nach Hoffnung, wobei sich das Lied an düsterer Metaphorik orientiert und der Text nicht explizit christlich wirkt, sogar ein negatives Ende nimmt.Antestor: The Return of the Black Death, Titel Nr. 4: Sorg; Cacophonous Records, 1998.
Ein anderer Titel, der ebenso eine düstere, aber diesmal christliche Thematik aufgreift, ist Ancient Prophecy. Der Text weist den Rezipienten darauf hin, dass der Mensch sündhaft sei, sowie niemand dem Gericht Gottes entfliehen könne.Antestor: The Return of the Black Death, Titel Nr. 10: Ancient Prophecy; Cacophonous Records, 1998 Antestor verarbeitet in ihren Texten aber auch Themen wie Suizid,Antestor: The Forsaken, Titel Nr. 6: Betrayed; Endtime Productions, 2005 Zweifel an der Heilsgewissheit und Todessehnsucht,Antestor: The Forsaken, Titel Nr. 9: As I Die; Endtime Productions, 2005 was für eine christliche Band selten ist. Ein Beispiel aus dem Text zu Betrayed vom Album The Forsaken:
Auftreten Antestor gehört zu den wenigen Bands der christlichen Metal-Szene, die bei ihren Auftritten und auf Fotos Corpsepaint tragen. Ein Beispiel dafür sind die Bilder im Booklet des Albums The Return of the Black Death. Daneben findet auch manchmal Kunstblut Einsatz, das beispielsweise der Session-Bassist Daniel Ravn Fufjord beim Auftritt am Bobfest 2004 einsetzte.
Anfeindungen aus der Black-Metal-Szene Der ehemalige Gitarrist der Band Mayhem, Øystein „Euronymous“ Aarseth, auf den die Entstehung der norwegischen Black-Metal-Szene zurückgeht, sagte dem Fanzine Orcustus bezüglich Antestor, dass die Black-Metal-Szene Pläne hege, gegen die Band – damals noch unter dem Namen Crush Evil – vorzugehen: