mini|alt=Ein Hova-Mann, ein Angehöriger einer freien Kaste aus dem Volk der Merina. Schwarz-Weiß-Aufnahme des von 1896.|Ein Hova der Merina, 1896. Die Hova (Freie Bürger, en.: free commoners) waren eine der historischen drei Kasten im Königreich Madagaskar (Merina) von Madagaskar zusammen mit den Andriana (Adligen) und den Andevo (Sklaven). Die Bezeichnung hova bezog sich ursprünglich auf alle Mitglieder eines bestimmten madegassischen Clans (wahrscheinlich die Zafiraminia), welcher um das 15. Jahrhundert von der Südostküste in das zentrale Hochland einwanderte und mit der bestehenden Population der Vazimba verschmolz.

Geschichte Andriamanelo (1540–1575) konsolidierte die Macht der Hova, als er viele der Hova-Häuptlinge rund um Antananarivo unter seiner Herrschaft vereinigte.Camille de la Vaissière, Antoine Abinal: Vingt ans à Madagascar: colonisation, traditions historiques, moeurs et croyances. (Französisch) Paris: V. Lecoffre 1885: S. 62. ISBN 3-540-63293-X Die Bezeichnung Hova war bis ins 20. Jahrhundert gebräuchlich. Einige Ausländer transliterierten das Wort auch als Ankova.Gwyn Campbell: David Griffiths and the Missionary “History of Madagascar”. BRILL Academic 2012: S. 410. ISBN 978-90-04-19518-9 Google Books mini|alt=Schwarz-Weiß Fotografie eines nackten Kindes vor traditionellen Hütten. "Kotokeli" ein süßer Hova-Junge".|Kotokeli, ein Hova-Junge, Madagaskar 1911–1912. Ab dem 16. Jahrhundert wurden in den verschiedenen Königreichen von Madagaskar Sklaven gehalten und es entwickelte sich eine soziale Rangordnung. Die Hova wurden zur Kaste der freien Bürger unter der Hierarchie der Adligen. Die Untergruppe von Hova, welche mit dem König blutsverwandt war, wurde ebenfalls als Andriana bezeichnet. Die Sozialstruktur des neuen Königreichs wurde unter König Ralambo (1575–1612) weiter strukturiert, indem die Andriana in vier Ränge eingeteilt wurden.Françoise Raison-Jourde: Les souverains de Madagascar. (französisch). Paris: Karthala Editions 1983: S. 141–142. ISBN 978-2-86537-059-7 Ralambo war auch der erste, welcher die Bezeichnung Imerina (Land der Merina) für das Land benutzte, welches traditionell von Hova eingenommen worden war. Erst von da an übernahmen die Bewohner schrittweise die Identität und die Bezeichnung Merina.Kus (1995), pp. 140–154

Die Krieger und Soldaten der Merina-Gesellschaft wurden traditionell aus der Kaste der Andriana rekrutiert. Als die Merina im 19. Jahrhundert jedoch die anderen Königreiche eroberten und den größten Teil der Insel beherrschten, wurde eine viel größere Armee notwendig und es wurden auch Soldaten aus der Kaste der Hova aufgenommen.Gwyn Campbell: David Griffiths and the Missionary “History of Madagascar”. BRILL Academic 2012: S. 623–624. ISBN 978-90-04-19518-9 Google Books Die traditionelle Beschäftigung der Hova war die Verwaltung von Land mit Reis- und Feldfruchtanbau und Handel. Die Arbeit in der Landwirtschaft und Dienstleistungen war dabei Aufgabe der Sklaven (Andevo oder Mainty), denen das Recht auf eigenes Land verwehrt war.Gwyn Campbell: David Griffiths and the Missionary “History of Madagascar”. BRILL Academic 2012: S. 63–67. ISBN 978-90-04-19518-9 Google BooksJanice Harper: Endangered Species: Health, Illness, and Death Among Madagascar’s People of the Forest. Carolina Academic Press 2002: S. 105–107. ISBN 978-0-89089-238-1 archive.org Ein Hova konnte allerdings zur Strafe für ein Vergehen oder eine Schuld auch zum Sklaven degradiert werden. In diesem Status wurde er dann als Zaza-hova bezeichnet.Conrad Keller: Madagascar, Mauritius and Other East-African Islands. S. Sonnenschein 1901: S. 90–91. archive.org

Die Andriana, die Hova und die Andevo waren grundsätzlich jeweils endogam. William Ellis beschreibt in seinen Memoiren 1838, dass es den Hova in der madegassischen Gesellschaft nicht erlaubt war, einen Adligen oder einen Sklaven zu ehelichen, auch nicht einen Zaza-hova.William Ellis: History of Madagascar. Fisher 1838: S. 164 und Fußnote. archive.org Die Ausnahme, so Ellis, bildete die unverheiratete Königin, die sich ihren Gemahl aus allen Kasten aussuchen konnte, inklusive der Hova. Ihre Kinder galten als königlich.

Einzelnachweise

Literatur Camille de la Vaissière, Antoine Abinal: Vingt ans à Madagascar: colonisation, traditions historiques, moeurs et croyances. (Französisch) Paris: V. Lecoffre 1885. ISBN 3-540-63293-X archive.org Susan Kus: Sensuous human activity and the state: towards an archaeology of bread and circuses. In: Daniel Miller, Michael Rowlands (hgg.): Domination and Resistance. London: Psychology Press 1995. ISBN 978-0-415-12254-2 Google Books Françoise Raison-Jourde: Les souverains de Madagascar. (französisch). Paris: Karthala Editions 1983. ISBN 978-2-86537-059-7. Google Books

Kategorie:Kaste Kategorie:Politikethnologie Kategorie:Kultur (Madagaskar)