Sir Curtly Elconn Lynwall Ambrose KCN (* 21. September 1963 in Swetes, Antigua und Barbuda) ist ein ehemaliger west-indischer Cricketspieler. Er war einer der erfolgreichsten Bowler im internationalen Cricket.

Kindheit und Ausbildung Ambrose wuchs in Antigua auf. Er bevorzugte in der Jugend Basketball und überlegte dafür in die USA umzusiedeln. Mit 17 Jahren kam er mit Cricket in Kontakt, zunächst über Beach-Cricket und dem Umpiring für sein Parish. Im ersten Job arbeitete er in einem Bekleidungsgeschäft. Da ihm das nicht männlich genug erschien, wechselte er und arbeitete als Tischler.

Zeit als Aktiver Der schnelle Aufstieg zum Test-Cricketer Das ernsthafte Cricketspielen begann er erst mit 21 Jahren. In der Saison 1985/86 begann er für die Leeward Islands im Shell Shield zu spielen. Im Sommer 1986 spielte er mit Hilfe eines Stipendiums von Viv Richards im englischen Club-Cricket. Ein Jahr Später nahm er für den Heywood Cricket Club an der Central Lancashire League teil. In der Saison 1987/88 spielte er eine volle Saison für die Leeward Islands und stellte mit 35 Wickets einen Rekord auf. Sein Nationalmannschafts-Debut hatte er auf der Tour gegen Pakistan in der Saison 1987/88. In seinem ersten One-Day International konnte er 4 Wickets für 39 Runs erzielen und dies im zweiten mit 4 Wickets für 35 Runs bestätigen. Ebenfalls auf der Tour gab er sein Test-Debüt in Georgetown.

Im Sommer 1988 nahm er an der Tour nach England teil. In den ODIs konnte er nicht überzeugen, jedoch konnte er schon im ersten Test 4 Wickets für 53 Runs erzielen. Im vierten Test konnte er dann mit 4 Wickets für 58 Runs im ersten Innings und 3 Wickets für 40 Runs seine erste Auszeichnung als Spieler des Spiels erringen. Beim im Oktober stattfindenden Champions Trophy 1988/89, einem Drei-Nationen-Turnier gegen Pakistan und Indien, konnte er im Finale gegen Pakistan mit 4 Wickets für 29 Runs die entscheidenden Wickets erzielen, so dass die West Indies das Turnier mit 11 Runs gewannen und Ambrose zum Spieler des Spiels ernannt wurde. Im Monat darauf stand die Tour in Australien an. Im ersten Test gelangen ihm Bowling-Leistungen von 3/30 und 3/78, und er erhielt die Auszeichnung als Spieler des Spiels. Seine beste Bowling-Leistung erzielte er mit 5 Wickets für 72 Runs im ersten Innings des zweiten Test. Als sechster Spieler musste Geoff Lawson in diesem Innings aufgeben, nachdem Ambrose ihm mit einem hoch aufspringenden Ball den Kiefer brach und Lawson auf einer Trage vom Feld getragen werden musste. Trotz des Sieges erhielt er nicht die Auszeichnung als Spieler des Spiels, da der australische Bowler Merv Hughes in dem Spiel 13 Wickets erzielte. Im dritten Test war er im ersten Innings mit 44 Runs der zweitbeste Batsman seiner Mannschaft und konnte mit 4 Wickets für 60 Runs Australien kontrollieren. Für diese Leistungen wurde er als Spieler des Spiels und am Ende der fünf Spiele-Serie für seine Leistungen als Spieler der Serie ausgezeichnet. Im parallel stattfindenden Drei-Nationen-Turnier mit Pakistan und Australien, konnte er in der Vorrunde und der Finalserie jeweils ein five-for erzielen (5/17 und 5/26). Diese Phase zwischen April und Dezember 1988 war der Höhepunkt der Bowling-Kombination zwischen Ambrose, Courtney Walsh und Malcolm Marshall, die in zehn Tests in dieser Zeit, die sie zusammen spielten, acht gewinnen konnten.

Auf dem Weg zur ersten Weltmeisterschaft In der folge hatte er eine schwächere Phase. Auf der folgenden Tour gegen Indien hatte er mit Krankheiten und Ermüdungen zu kämpfen und konnte den Erwartungen nicht gerecht werden. Im Sommer 1989 absolvierte er dann seine erste von sieben Saisons für Northamptonshire im englischen County-Cricket. In den folgenden Mehr-Nationen-Turnieren zum Beginn der Saison 1989/90 konnte er nur mäßige Leistungen zeigen, was sich erst wieder ändete, als im Frühjahr 1990 England in die West Indies kam. Im ersten Test konnte er 4 Wickets für 59 Runs erzielen. Anstatt des zweiten Tests wurde auf Grund von Regenfällen ein ODI gespielt in dem ihm 4 Wickets für 18 Runs gelangen. Höhepunkt seiner Leistungen war das zweite Innings im vierten Test, in dem er mit 8 Wickets für 45 Runs das beste Bowling-Ergebnis seiner Karriere erzielte und als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Im letzten Test der Serie konnte er im zweiten Innings noch einmal 4 Wickets 22 Runs erzielen, eine Leistung die den Innings-Sieg und damit den Gewinn der Serie sicherte und ihm die Auszeichnung als Spieler der Serie einbrachte.

In der Saison 1990/91 konnte er zwei gute Leistungen erbringen. In Pakistan gelangen ihm im dritten Test 5 Wickets für 35 Runs erzielte und im ersten Innings zusammen mit Ian Bishop, der ebenfalls 5 Wickets erzielte Pakistan auf 122 Runs begrenzen konnte. Dennoch endete das Spiel letztendlich, wie die Serie, im Remis. Im Frühjahr traf man daheim auf Australien und beim dritten Test in Port of Spain gelang ihm mit 53 Runs sein einziges Half Century seiner internationalen Karriere. Im Sommer 1991 kamen die West Indies nach England. Beim ersten Test in Headingley erzielte Ambrose 6 Wickets für 52 Runs im zweiten Innings, was aber nichts an der hohen Niederlage seines Teams änderte. Im dritten Test konnten seine 5 Wickets für 74 Runs im ersten Innings und 3 Wickets für 61 Runs im zweiten für einen Sieg der West Indies sorgen und er wurde zum Spieler des Spiels sowie am Ende der Fünf-Test-Serie zusammen mit Graham Gooch zum Spieler der Serie ausgezeichnet. Zu Beginn der Saison 1991/92 kam es zum Drei-Nationen-Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten gegen Indien und Pakistan. Dort erzielte Ambrose in der Vorrunde gegen Pakistan 5 Wickets für 53 Runs. Auch die verbliebene Saison konzentrierte er und das Team sich auf ODIs.

Im Februar und März 1992 absolvierte Ambrose seine erste Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland. Seine besten Bowling-Ergebnisse hatte er mit 2 Wickets für 24 Runs jeweils gegen Sri Lanka und Indien. Da die West Indies vier Spiele verloren reichte dieses nicht die Vorrunde zu überstehen.

Dominanz auf internationaler Bühne Nach der Weltmeisterschaft kam Südafrika in die West Indies. Im einzigen Test der Tour im Kensington Oval konnte Ambrose mit 6 Wickets für 34 Runs im zweiten Innings zusammen mit Courtney Walsh die nach dem ersten Innings in Führung liegenden Südafrikaner schlagen. Für diese Leistung wurde er als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Die Saison 1992/93 war dominiert von der Tour nach Australien. Schon im ersten Test konnte er 5 Wickets für 66 Runs erzielen und erzielte dabei sein 150. Test-Wicket. Nachdem der zweite Test verloren wurde, war im vierten Test Ambrose der entscheidende Spieler. Im ersten Innings erzielte er 6 Wickets für 74 Runs und im zweiten sicherte er mit 4 Wickets für 46 Runs den 1-Run-Sieg zum Serienausgleich. Folgerichtig wurde er zum Spieler des Spiels bestimmt. Im letzten Spiel der Serie dominierte Ambrose das erste Innings und begrenzte mit 7 Wickets für 25 Runs die Australier auf 119 Runs. Im zweiten Innings war es Ian Bishop der sechs Wickets erzielte und Ambrose steuerte zwei weitere hinzu. Das führte zu einem Inningssieg und damit dem Sieg der Serie. Auch hier wurde er als Spieler des Spiels ausgezeichnet und ebenso als Spieler der Serie. Bei dem parallel stattfindenden Drei-Nationen-Turnier gegen Australien und Pakistan konnte er im ersten Finale gegen den Gastgeber 5 Wickets für 32 Runs erzielen und im zweiten drei weitere Wickets hinzufügen. Auch dafür wurde er als Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Im Frühjahr 1994 kam England in die West Indies für eine Tour über fünf Tests, wobei die West Indies den ersten Test hatten. Im zweiten Test im Bourda Cricket Ground hatte England mit einem Century von Mike Atherton einen guten Start, jedoch gelang es Ambrose mit 4 Wickets für 58 Runs und Kenny Benjamin mit drei weiteren Wickets den Schaden zu begrenzen. Nachdem die West Indies dann im eigenen Innings stark überlegen waren, waren es wieder Ambrose, dieses Mal mit 4 Wickets für 37 Runs, wobei das erste das Runlose Wicket von Atherton war, und Benjamin mit 4 Wickets, die England eine Innings-Niederlage einbrachten. Im dritten Test in Port of Spain lagen die West Indies, auch wenn Ambrose 5 Wickets für 60 Runs hinzu steuerte, nach dem ersten Innings zurück. Auch nachdem die West Indies wieder am Schlag gewesen waren, hatten sie keine überzeugende Führung aufbauen können, auch wenn sie mit 194 Runs höher ausfiel als zunächst erwartet. Dennoch war sich England des Sieges in der verbliebenen Zeit sicher und nachdem es zu Regenschauern kam, verblieben noch 15 Over am Ende des vierten Tages. Diese Zeit reichte jedoch für Ambrose England jegliche Chance zu nehmen. Er erzielte in diesem Spell 6 Wickets (insgesamt 6/24) und England beendete den Tag mit nur 40 Runs, aber acht verlorenen Wickets. Der Sieg am fünften Tag war dann nur noch Formsache als England nach 46 Runs all seine Wickets verloren hatte.

Verletzungen und erste Serien-Niederlagen Durch seine hohen Belastungen erlitt er im Sommer 1994 eine Schulterverletzung, die ihn über die Saison, als er für Northamptonshire spielte, begleitete. Die Situation verschlimmerte sich, und so wurde klar, dass er am Ende der Saison operiert werden musste. Daraufhin musste er die anstehende Tour in Indien absagen. Erst am Ende der Saison, als Australien in die West Indies kam, war er wieder einsatzbereit. Die West Indies hatten den ersten Test verloren und nach einem Remis im zweiten war es im dritten Test bei dem Ambrose überzeugen konnte. Nachdem Australien mehrere Wickets verloren hatte, kam Steve Waugh an den Schlag. Auf dem Weg zum Lunch teilte ihm Kenny Benjamin mit, dass Waugh Ambrose hinter seinem Rücken verflucht hätte. Nachdem das Spiel wieder begonnen hatte, stellte Ambrose Waugh zur Rede, erhielt aber keine eindeutige Antwort. Daraufhin verlor Ambrose seine Fassung und entgegnete „Man, I will knock you out – here and now.“. Da musste er durch seinen Kapitän Richie Richardson weggezerrt werden um schlimmeres zu verhindern. Ambrose war durch diesen Vorfall so aufgeputscht, dass er 5 Wickets für 45 Runs im ersten und 4 Wickets für 20 Runs im zweiten Innings erzielte und als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Dennoch verloren die West Indies den letzten Test und so erstmals eine Test-Serie seit ihrer Niederlage 1980 gegen Neuseeland.

Im Sommer traf man in einer Sechs-Test-Serie auf England. Dort konnte er im zweiten Innings 4 Wickets für 70 Runs und im sechsten Test 5 Wickets für 96 Runs. Im Februar 1996 fand der Cricket World Cup 1996 statt. Im ersten Spiel gegen Simbabwe konnte er drei Wickets erzielen und bei den folgenden beiden Niederlagen gegen Indien und Kenia jeweils zwei. Die West indies überstanden knapp die Vorrunde und konnten auch das Viertelfinale gegen Südafrika überstehen. Im Halbfinale gegen Australien erzielte er 2 Wickets für 26 Runs, doch kollabierten die West Indies in ihrem Innings und auch Ambrose, der als Vorletzter ins Spiel kam, konnte die 5-Run-Niederlage nicht verhindern, als er nur 2 Runs erzielte.