mini|John Higgins (2014)
Diese Liste führt die Erfolge des Snookerspielers John Higgins auf. Der Schotte Higgins ist seit 1992 durchgehend Profispieler und gewann in dieser Zeit zahlreiche Turniere, darunter vier Mal die Snookerweltmeisterschaft. Da er auch bei der UK Championship und dem Masters siegte, gehört er zu den Spielern der sogenannten Triple Crown.
Higgins wurde im schottischen Amateursnooker sozialisiert und stieg Anfang der 1990er-Jahre zu einem der führenden britischen Amateure auf. Zusammen mit Mark Williams und Ronnie O’Sullivan wurde er 1992 Profispieler; alle drei Spieler schafften schnell den Sprung in die Weltspitze. Higgins gewann bereits während der Saison 1994/95 drei Turniere mit Einfluss auf die Snookerweltrangliste. Schließlich feierte er mit dem Gewinn der Snookerweltmeisterschaft 1998 seinen bis dahin größten Erfolg. Durch diesen führte er für die nächsten zwei Spielzeiten auch die Snookerweltrangliste an. Anschließend gewann er auch noch die UK Championship 1998 und das Masters 1999 und hielt somit eine Zeit lang gleichzeitig alle drei Triple-Crown-Titel.
Danach verschlechterte sich Higgins’ Form ein wenig, während Williams und O’Sullivan den Sport dominierten. Ab der Saison 2005/06 meldete er sich zurück. Diesen Formaufschwung kürte er bei der Snookerweltmeisterschaft 2007 mit seinem zweiten WM-Titel, anschließend übernahm er auch wieder die Führung in der Weltrangliste. Nur zwei Jahre später gewann er bei der Snookerweltmeisterschaft 2009 seinen dritten Titel beim wichtigsten Snookerturnier. Ein Jahr darauf war Higgins in einen Wettskandal verwickelt, als die News of the World ein Video veröffentlichten, in dem Higgins einem vorgeblichen Korruptionsdeal scheinbar zustimmte. Higgins entschuldigte sich damit, dass er sich der osteuropäischen Wettmafia gegenüber und in Todesangst wähnte. Schließlich wurde er von den Vorwürfen des Wettbetrugs und der Korruption freigesprochen, auch, weil eine tatsächliche Spielmanipulation nie stattfand. Dennoch wurde er bis November 2010 gesperrt, vor allem, weil er es versäumt hatte, das „Angebot“ dem professionellen Weltverband WPBSA zu melden.
Bei seiner Rückkehr auf die Profitour zeigte sich Higgins in Hochform. Er gewann zwei seiner ersten drei Turniere, beim dritten verlor er erst im Endspiel. Weitere Turniersiege folgten im Laufe der Saison. Große Beachtung fand vor allem der Finalsieg bei der Snookerweltmeisterschaft 2011. Danach verschlechterte sich die Form des nun vierfachen Weltmeisters ein wenig. Kurzzeitig bereits aus den Top 10 herausgerutscht, kehrte er 2016 in diese zurück. Von 2017 bis 2019 stand Higgins dann jährlich im Finale der Weltmeisterschaft, musste sich aber jedes Mal geschlagen geben. Der für seine Vielseitigkeit und insbesondere sein Breakbuilding bekannte Higgins ist Member of the Order of the British Empire und Mitglied der Snooker Hall of Fame.
Übersicht über die Turniere der Triple Crown Die folgende Tabelle zeigt Higgins’ Abschneiden bei den Turnieren der Triple Crown und seine Positionen auf der Snookerweltrangliste. Die jeweiligen Weltranglisten bzw. Turniere sind verlinkt.
Übersicht über die Finalteilnahmen
John Higgins stand in seiner Karriere in zahlreichen Endspielen, insbesondere bei Weltranglistenturnieren. Seine Finalteilnahmen sind im Folgenden nach Turnier-Kategorien aufgeschlüsselt.
Ranglistenturniere Während seiner Karriere erreichte Higgins 60 Mal das Endspiel eines Ranglistenturnieres, wovon er mit 33 Spielen mehr als die Hälfte gewinnen konnte.
Farbbedeutungen: ErgebnisJahrTurnierGegner im FinaleEndstand Sieger 1994 Grand Prix Dave Harold 9:6 Finalist 1995 Welsh Open Steve Davis 3:9 Sieger 1995 International Open Steve Davis 9:5 Sieger 1995 British Open Ronnie O’Sullivan 9:6 Finalist 1995 Grand Prix Stephen Hendry 5:9 Sieger 1995 German Open Ken Doherty 9:3 Sieger 1996 International Open Rod Lawler 9:3 Finalist 1996 British Open Nigel Bond 8:9 Finalist 1996 UK Championship Stephen Hendry 9:10 Sieger 1997 European Open John Parrott 9:5 Finalist 1997 Grand Prix Dominic Dale 6:9 Sieger 1997 German Open John Parrott 9:4 Finalist 1998 Welsh Open Paul Hunter 5:9 Finalist 1998 Scottish Open Ronnie O’Sullivan 5:9 Sieger 1998 British Open Stephen Hendry 9:8 Sieger 1998 Snookerweltmeisterschaft Ken Doherty 18:12 Sieger 1998 UK Championship Matthew Stevens 10:6 Sieger 1999 China International Billy Snaddon 9:3 Sieger 1999 Grand Prix Mark Williams 9:8 Sieger 2000 Welsh Open Stephen Lee 9:8 Sieger 2000 UK Championship Mark Williams 10:4 Finalist 2001 Snookerweltmeisterschaft Ronnie O’Sullivan 14:18 Sieger 2001 British Open Graeme Dott 9:6 Finalist 2003 Irish Masters Ronnie O’Sullivan 9:10 Finalist 2003 LG Cup Mark Williams 5:9 Sieger 2004 British Open Stephen Maguire 9:6 Sieger 2005 Grand Prix Ronnie O’Sullivan 9:2 Finalist 2006 Malta Cup Ken Doherty 8:9 Finalist 2006 China Open Mark Williams 8:9 Sieger 2007 Snookerweltmeisterschaft Mark Selby 18:13 Sieger 2008 Grand Prix Ryan Day 9:7 Finalist 2009 China Open Peter Ebdon 8:10 Sieger 2009 Snookerweltmeisterschaft Shaun Murphy 18:9 Finalist 2009 UK Championship Ding Junhui 8:10 Sieger 2010 Welsh Open Ali Carter 9:4 Sieger 2010 UK Championship Mark Williams 10:9 Sieger 2011 Welsh Open Stephen Maguire 9:6 Sieger 2011 Snookerweltmeisterschaft Judd Trump 18:15 Sieger 2012 Shanghai Masters Judd Trump 10:9 Finalist 2013 Wuxi Classic Neil Robertson 7:10 Sieger 2015 Welsh Open Ben Woollaston 9:3 Sieger 2015 Australian Goldfields Open Martin Gould 9:8 Sieger 2015 International Championship David Gilbert 10:5 Finalist 2016 Scottish Open Marco Fu 4:9 Finalist 2017 Snookerweltmeisterschaft Mark Selby 15:18 Sieger 2017 Indian Open Anthony McGill 5:1 Sieger 2018 Welsh Open Barry Hawkins 9:7 Finalist 2018 Snookerweltmeisterschaft Mark Williams 16:18 Finalist 2018 China Championship Mark Selby 9:10 Finalist 2019 Snookerweltmeisterschaft Judd Trump 9:18 Sieger 2021 Players Championship Ronnie O’Sullivan 10:3 Finalist 2021 Northern Ireland Open Mark Allen 8:9 Finalist 2021 English Open Neil Robertson 8:9 Finalist 2021 Scottish Open Luca Brecel 5:9 Finalist 2022 Tour Championship Neil Robertson 9:10 Finalist 2024 British Open Mark Selby 5:10 Sieger 2025 World Open Joe O’Connor 10:6 Sieger 2025 Tour Championship Mark Selby 10:8 Finalist2025International Championship Wu Yize6:10 Finalist2026Players Championship Zhao Xintong7:10
Minor-ranking-Turniere Sogenannte Minor-ranking-Turniere sind Profievents, die einen deutlich geringeren Einfluss auf die Weltrangliste haben. Bei diesen konnte Higgins – jeweils im Rahmen der Players Tour Championship – drei von sechs Endspielen für sich entscheiden. ErgebnisJahrTurnierGegner im FinaleEndstand Sieger 2010 Ruhr Championship Shaun Murphy 4:2 Finalist 2010 Prague Classic Michael Holt 3:4 Finalist 2011 Players Tour Championship 2011/12 – Event 5 Andrew Higginson 1:4 Sieger 2012 Kay Suzanne Memorial Trophy Judd Trump 4:2 Finalist 2012 Bulgarian Open Judd Trump 0:4 Sieger 2013 Bulgarian Open Neil Robertson 4:1
Einladungsturniere Bei Einladungsturnieren, Turniere ohne Einfluss auf die Weltrangliste mit einer für die Teilnahme notwendigen Einladung, stand Higgins insgesamt 25 Mal im Finale. Mit elf Siegen konnte er dabei etwas weniger als die Hälfte dieser Endspiele für sich entscheiden. Farbbedeutungen: ErgebnisJahrTurnierGegner im FinaleEndstand Finalist 1995 Masters Ronnie O’Sullivan 3:9 Finalist 1995 Malta Grand Prix Peter Ebdon 4:7 Finalist 1996 Charity Challenge Ronnie O’Sullivan 6:9 Finalist 1997 Malta Grand Prix Ken Doherty 5:7 Sieger 1998 Charity Challenge Ronnie O’Sullivan 9:8 Finalist 1998 Scottish Masters Ronnie O’Sullivan 7:9 Sieger 1999 Masters Ken Doherty 10:8 Sieger 1999 Charity Challenge Ronnie O’Sullivan 9:4 Finalist 1999 Scottish Masters Matthew Stevens 7:9 Sieger 2000 Irish Masters Stephen Hendry 9:4 Sieger 2001 Champions Cup Mark Williams 7:4 Sieger 2001 Scottish Masters Ronnie O’Sullivan 9:6 Sieger 2002 Irish Masters Peter Ebdon 10:3 Finalist 2002 Scottish Masters Ronnie O’Sullivan 4:9 Finalist 2004 World Champions v. Asian Stars Challenge Marco Fu 1:5 Finalist 2005 Masters Ronnie O’Sullivan 3:10 Sieger 2006 Masters Ronnie O’Sullivan 10:9 Finalist 2006 Pot Black Mark Williams 13:119 Sieger 2007/08 Euro-Asia Masters Challenge James Wattana 5:4 Sieger 2016 China Championship Stuart Bingham 10:7 Sieger 2016 Champion of Champions Ronnie O’Sullivan 10:7 Finalist 2019 6-Red World Championship Stephen Maguire 6:8 Finalist 2021 Masters Yan Bingtao 8:10 Finalist 2021 Champion of Champions Judd Trump 4:10 Finalist 2026 Masters Kyren Wilson 6:10
Non-Ranking-Turniere Bei sogenannten Non-Ranking-Turnieren, die vom Prinzip her stark den Einladungsturnieren ähneln, stand Higgins ein Mal in einem Endspiel, das er auch gewann. ErgebnisJahrTurnierGegner im FinaleEndstand Sieger 2011 Scottish Professional Championship Anthony McGill 6:1
Ligen Bei sogenannten Ligen, im Prinzip Einladungsturniere im Round-Robin-Modus, die meist mit einer kleinen K.-o.-Phase enden konnte Higgins vier von sieben Endspielen gewinnen.
ErgebnisJahrTurnierGegner im FinaleEndstand Sieger 1999 Premier League Snooker Jimmy White 9:4 Finalist 2002 Premier League Snooker Ronnie O’Sullivan 4:9 Finalist 2004 Premier League Snooker Stephen Hendry 6:9 Finalist 2007 Premier League Snooker Ronnie O’Sullivan 4:7 Sieger 2017 Championship League Ryan Day 3:0 Sieger 2018 Championship League Zhou Yuelong 3:2 Sieger 2021/2022 Championship League (II)In der Saison 2021/2022 fanden zwei verschiedene Ausspielungen statt, Higgins gewann die zweite über den Jahreswechsel 2021–2022, diese wird teilweise auch als Champions League 2022/1 bezeichnet. Stuart Bingham 3:2 Sieger 2022/2023 Championship League (II) Judd Trump 3:1
Teamevents Daneben feierte Higgins auch in Teamevents Erfolge. Sechsmal stand er mit seinen Teamkollegen in einem Endspiel eines Teamevents, vier Mal konnte er dabei gewinnen. ErgebnisJahrTurnierTeampartnerGegner im FinaleEndstand Sieger 1996 World Cup Stephen Hendry Alan McManus Ken Doherty Fergal O’Brien Stephen Murphy 10:7 Zweiter 1999 Nations Cup Stephen Hendry Alan McManusChris Small Matthew Stevens Mark Williams Dominic Dale Darren Morgan 4:6 Sieger 2001 Nations Cup Stephen Hendry Alan McManus Ken Doherty Fergal O’Brien Michael Judge 6:2 Sieger 2007 Euro-Asia Team Challenge Ken Doherty Stephen Hendry Ronnie O’Sullivan Marco Fu James Wattana Ding Junhui Supoj Saenla 5:3 Zweiter 2015 World Cup Stephen Maguire Zhou Yuelong Yan Bingtao 1:4 Sieger 2019 World Cup Stephen Maguire Zhou Yuelong Liang Wenbo 4:0
Amateurturniere mini|Higgins nach dem Sieg beim vierten WSoS-Event 2008 Nicht nur als Profi, sondern auch auf Amateurebene konnte der Schotte Titel gewinnen. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die wichtigsten Finalteilnahmen auf dieser Ebene.
ErgebnisJahrTurnierGegner im FinaleEndstand Sieger 1991 World Masters – Junioren Mark Williams 6:1 Sieger 1992 Schottische U18-Meisterschaft Scott Bigham 5:0 Sieger 1994 Australian Open Championship Willie Thorne 9:5 Sieger 2008 World Series of Snooker 2008/09 – Event 1 Mark Selby 6:3 Sieger 2008 World Series of Snooker 2008/09 – Event 4 Ding Junhui 5:0 Finalist 2009 World Series of Snooker 2008/09 – Finalevent Shaun Murphy 2:6
Century-Breaks Am 19. September 2024 gelang ihm bei den English Open 2024 im Spiel gegen Mark Allen als erst zweitem Spieler nach Ronnie O’Sullivan das tausendste Century-Break seiner Karriere.
Einzelnachweise
Kategorie:Liste (Snooker)