Squid Game (Originaltitel ) ist eine südkoreanische Dramaserie, die von Hwang Dong-hyuk geschaffen wurde. Der Titel der Serie ist abgeleitet von dem koreanischen Kinderspiel „Tintenfisch“ (). Die erste Staffel der Serie wurde am 17. September 2021 weltweit auf Netflix veröffentlicht. Die zweite Staffel der Serie wurde am 26. Dezember 2024 auf Netflix hinzugefügt. Die Premiere der dritten und finalen Staffel fand am 27. Juni 2025 auf Netflix statt.
Vier Wochen nach Veröffentlichung hatten Nutzer von etwa 142 Millionen Netflix-Konten die erste Staffel abgerufen, was Squid Game zu einer der erfolgreichsten Serien des Jahres 2021 macht.
Handlung Staffel 1 Der glücksspielsüchtige und hoch verschuldete Gi-hun erhält eine mysteriöse Einladung, in der es darum geht, um viel Geld zu spielen. Nach seiner Zusage wird er abgeholt, betäubt und mit 455 weiteren Personen an einen geheimen Ort gebracht, wo sie sich unter der Beobachtung und Anleitung von maskiertem und bewaffnetem Personal befinden.
Der Wettbewerb umfasst sechs Runden, in denen jeweils ein Kinderspiel gespielt wird, das in Korea verbreitet ist. Im ersten Spiel zeigt sich, dass alle Verlierer eines Spiels sofort getötet werden. Zwar wird der Wettbewerb daraufhin von den überlebenden Spielern per Mehrheitsentscheid abgebrochen, die meisten von ihnen kehren aber kurz darauf zu den Spielen zurück, da ihnen ihr Leben perspektivlos erscheint und sie das Preisgeld begehren.
Für die im Rahmen der Spiele ermordeten und bei internen Kämpfen zwischen den Spielern getöteten Teilnehmer gibt es ein Krematorium mit mehreren Öfen. Eine Gruppe der für den Spielbetrieb zuständigen Mitarbeiter greift dabei jedoch einzelne Leichen ab und betreibt einen Organhandel.
Gi-hun freundet sich unter anderem mit Oh Il-nam an – einem alten Mann, der an einem Hirntumor erkrankt ist und im vierten Spiel augenscheinlich getötet wird. Nach vielen weiteren Mitspielertoden steht Gi-hun schließlich im letzten Spiel seinem Jugendfreund Cho Sang-woo gegenüber, der Firmengelder veruntreut hat und das Preisgeld dringend benötigt. Im sogenannten Tintenfischspiel fügen sich beide gegenseitig schwere Verletzungen zu. Am Ende tötet sich Sang-woo selbst und Gi-hun wird unter Narkose in die Heimat gebracht. Er erhält eine Kreditkarte mit einem Preisgeld in Höhe von 45,6 Milliarden Won, was im Jahr 2021 rund 33 Millionen Euro entsprach.
Während der Spiele schafft es der Polizeibeamte Hwang Jun-ho, dessen Bruder die gleiche Einladung wie Gi-hun erhalten hatte und seitdem verschollen ist, sich unbemerkt auf dem Gelände einzuschleichen. Erst als Wächter, dann als Kellner getarnt, findet er heraus, dass sein Bruder die Spiele 2015 gewonnen hatte, und macht zahlreiche Foto- und Videoaufnahmen vom Spielort. Bevor er fliehen und sein Bildmaterial verschicken kann, wird er vom Frontmann der Organisation gestellt. Dieser offenbart sich als sein verschollener Bruder und schießt auf den Polizisten, der von einer Klippe ins Meer stürzt.
Ein Jahr nach den Spielen hat Gi-hun sein Preisgeld nicht angerührt. Er erhält eine Einladung von Oh Il-nam, der seinen Tod im Spiel nur vorgetäuscht hat, inzwischen aber tatsächlich im Sterben liegt. Il-nam gibt zu, dass er in Wirklichkeit Hauptorganisator der Spiele war und selbst an ihnen teilnahm, weil ihm Mitspielen mehr Spaß bereitete als nur zuzuschauen. Gi-hun ließ er am Leben, weil das Spielen mit ihm besonders viel Spaß gemacht hatte. Noch während des Treffens verstirbt Il-nam. In der Folge nutzt Gi-hun das Preisgeld, um seine Versprechen gegenüber seinen Mitspielern einzulösen. Als er auf dem Weg zum Flughafen sieht, wie ein Mann eine Einladung für die Spiele erhält, nimmt er sie ihm mit Gewalt ab und meldet sich bei der darauf angegebenen Telefonnummer mit der Ankündigung, die Drahtzieher der Spiele enttarnen zu wollen.
Staffeln 2 und 3 Die zweite und dritte Staffel wurden zusammen gedreht und zeigen zusammen eine weitere Ausgabe an Squid Games mit jeweils einer Hälfte der Spiele pro Staffel. Zwei Jahre nach seinen ersten Spielen spürt Seong Gi-hun mithilfe seines ehemaligen Kredithais und dessen Handlangern den Rekrutierer auf und kann so mit dem Frontmann in Kontakt treten, von dem er fordert, erneut an den Spielen teilnehmen zu dürfen, wobei sein Plan ist, diesmal so viele Spieler wie möglich zu retten und die Drahtzieher aufzuhalten und so die Spiele endgültig zu beenden. Zuvor verbündet er sich mit Hwang Jun-ho, der den Sturz von der Klippe überlebt hat und versucht, die Insel zu finden, während Gi-hun auf dieser an den Spielen teilnimmt. In einem weiteren Handlungsstrang wird die Perspektive von Kang No-eul gezeigt, die als neue Wache für die Spiele angeworben wurde. Während sie Spieler erschießt, beteiligt sie sich nicht am Organhandel und entdeckt unter den Spielern einen Bekannten, den sie retten will.
Beim ersten Spiel, das das gleiche wie zuvor ist, kann Gi-hun mit seinem Vorwissen helfen, dass die Mehrheit überlebt, und bei der ersten Abstimmung enthüllt er den anderen Spielern, dass er schon einmal gewonnen hat. Da der eingesetzte Tracker, durch den Jun-ho ihn und die Insel finden sollte, entfernt wurde und die folgenden Spiele neu sind, nutzt ihm sein Wissen aber nichts mehr. Als Teilnehmer sammelt er wieder neue Freunde um sich, darunter sein Bekannter Jung-bae, der angebliche Marine Dae-ho, die Transfrau Hyun-ju, ein Mutter-Sohn-Duo aus Geum-ja und Yong-sik sowie die junge Schwangere Jun-hee, deren Ex-Freund Myung-gi auch ein Spieler ist. Als neue 001 hat sich diesmal der Frontmann selbst unter die Spieler und in Gi-huns Gruppe gemischt. Diesmal wird nach jedem Spiel abgestimmt und diejenigen, die nicht weiterspielen wollen, erhalten ein „X“, diejenigen, die weiterspielen wollen, ein „O“ auf ihrer Jacke, sodass sich im Verlauf zwei Fraktionen verfestigen, zwischen denen Feindlichkeiten hochkochen.
Nachdem ein Kampf zwischen kleineren Gruppen der beiden Seiten ausgebrochen ist, nutzt Gi-hun das Erscheinen der Soldaten, um mit Freiwilligen seiner Gruppe seinen Plan eines Aufstands in Gang zu setzen. Sie überwältigen die Soldaten, nehmen deren Gewehre an sich und kämpfen sich damit durch die Anlage vor. Als Gi-hun und Jung-bae den Räumen des Anführers nahekommen, wechselt der Frontmann wieder in seine Maske und erschießt Jung-bae. Gi-hun wird zurückgebracht und muss weiterspielen. Im nächsten Spiel verletzt die schwangere Jun-hee sich am Knöchel und ihr Säugling wird frühzeitig geboren. Sie kann das nächste Spiel mit ihrer Verletzung nicht überleben und gibt das Neugeborene in Gi-huns Obhut. Die besonderen Gäste, die nun zuschauen, fordern, dass das Neugeborene offiziell als Spieler gelten und die Nummer der Mutter erhalten soll. Als am Ende des letzten Spiels Gi-hun und der Säugling übrig bleiben, opfert Gi-hun sich selbst, damit das Neugeborene die Spiele und das gesamte Geld gewinnt.
In der Zwischenzeit hat Jun-ho mit Bootskapitän Park, der ihn nach seinem Sturz aus dem Wasser gerettet hatte, nach der Insel gesucht. Choi Woo-seok, einem Handlanger des Kredithais, kommt aber bald der Verdacht, dass mit Park etwas nicht stimmt, und er kann herausfinden, dass Park mit den Organisatoren der Spiele unter einer Decke steckt. Jun-ho kann Park ausschalten, bevor dieser ihn töten kann, und die Insel schließlich finden. Zum Ende des letzten Spiels sieht er dort noch seinen Bruder In-ho mit dem Neugeborenen. No-eul hat während der Revolte ihren Bekannten gerettet und verhilft ihm zur Flucht auf einem Boot. Sie selbst kehrt aber zurück, um die Akten über ihn zu finden, und steckt während des letzten Spiels das Archiv in Brand. Als In-ho zugetragen wird, dass Jun-ho die Küstenwache zur Insel gerufen hat, aktiviert er deren Selbstzerstörungsmechanismus.
Sechs Monate später fliegt No-eul nach China, wo ihre vermisste Tochter gesehen worden sein soll. In-ho hinterlässt Jun-ho das Neugeborene und dessen Preisgeld und übergibt in den Vereinigten Staaten Gi-huns Tochter eine Kreditkarte mit Gi-huns Preisgeld aus seinen ersten Spielen, das er kaum angerührt hatte. In einer Gasse sieht In-ho zufällig eine Rekrutiererin für amerikanische Spiele.
Spielverlauf Staffel 1 1. Rotes Licht, grünes Licht
Die 456 Teilnehmer müssen einen geschlossenen Innenhof innerhalb von fünf Minuten durchqueren. Bewegen dürfen sie sich nur, wenn eine Roboterpuppe am anderen Ende des Raumes sich wegdreht und dabei „Rotes Licht, grünes Licht“ singt. Spieler, die sich bewegen, während die Puppe dem Feld zugewandt ist, werden von Bewegungssensoren in deren Augen erkannt und erschossen.
Zu Beginn des Spiels kommt es zu einer Massenpanik, bei der zahlreiche Teilnehmer beim Versuch, das Spielfeld vorzeitig zu verlassen, disqualifiziert und damit erschossen werden. Alle Spieler, die sich regelwidrig bewegen oder nach Ablauf der Zeit noch auf dem Spielfeld sind, werden erschossen. Nach dem Spiel sind noch 201 Teilnehmer am Leben.
Die englische Fassung bezieht sich auf das Spiel „Red Light, Green Light“, was auch in der deutschen Fassung übernommen wurde. In der koreanischen Originalfassung wird hingegen auf das traditionelle koreanische Kinderspiel () verwiesen. Der Titel der ersten Folge lässt sich wörtlich übersetzen als: „Der Tag, an dem die Hibiskusblume erblühte“. Ein ähnliches Spiel im deutschsprachigen Raum ist „Ochs am Berg“.
2. Zuckerfiguren
Nach einem zwischenzeitlichen Abbruch des Turniers kehren 187 Spieler zurück, um die Spiele fortzusetzen. Sie müssen sich eines von vier Symbolen (Dreieck, Kreis, Stern und Regenschirm) aussuchen. Anschließend erhalten sie Karamellplatten (Dalgona), in die die gewählte Form vorgestanzt ist. Die Aufgabe besteht darin, die Form innerhalb von zehn Minuten herauszubrechen, ohne dass die herauszulösende Form zerstört wird. Die Teilnehmer, deren Figur beschädigt wird, werden direkt von den Soldaten erschossen. 108 Teilnehmer überstehen das Spiel.
Das Dalgona-Spiel (), auch als Ppopgi () bekannt, entstand in den 1960er- und 1970er-Jahren und war in Südkorea besonders bei Kindern beliebt. Es handelt sich um eine einfache Süßigkeit aus geschmolzenem Zucker und Natron, die von Straßenhändlern verkauft wurde. Ziel des Spiels ist, vorsichtig eine geprägte Form (z. B. Stern, Kreis oder Regenschirm) aus der harten Zuckerplatte herauszulösen, ohne diese zu zerbrechen. Der Preis ist ein zusätzliches Gratis-Dalgona.
3. Tauziehen
Nach einem gewaltsamen Tumult bestreiten nur noch 80 Spieler das nächste Spiel. Zunächst sollen sie Gruppen aus zehn Personen bilden. Danach wird bekanntgegeben, dass es sich beim dritten Spiel um Tauziehen handelt. Zwei einander zugeloste Teams stehen sich dabei auf zwei mehrere Meter hohen Plattformen gegenüber und versuchen, das gegnerische Team mithilfe des Taus, an das alle Spieler gekettet sind, in den Abgrund zwischen den Plattformen zu ziehen. Das Tau verläuft zentral durch eine Guillotine. Sobald ein Team das andere von der Plattform gezogen hat, wird das Seil durchtrennt und das unterlegene Team stirbt durch den Sturz aus großer Höhe.
Das Tauziehen () geht auf landwirtschaftliche Rituale zurück, die bis ins alte Korea reichen. Es wurde oft während Dorffesten gespielt und sollte durch gemeinschaftliche Anstrengung eine gute Ernte sichern. Traditionelle Seile wurden aus Reishalmen geflochten und waren meist sehr groß, sodass das Spiel viele Teilnehmer erforderte.
4. Murmelspiel