Maróz () ist ein kleines Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Olsztynek (Stadt- und Landgemeinde Hohenstein i. Ostpr.) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein).

Geographische Lage Maróz liegt am Südwestufer des Großen Maransen-Sees () im Südwesten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 33 Kilometer südöstlich der früheren Kreisstadt Osterode in Ostpreußen (polnisch Ostróda) bzw. 31 Kilometer südlich der heutigen Kreismetropole und Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn (). mini|links|Blick auf den Jezioro Maróz mini|Dorfstraße in Maróz

Geschichte Maronsen (vor 1785 Maransen, nach 1785 Groß Maransen), bestehend aus mehreren kleinen Höfen und Gehöften, wurde 1414 erstmals urkundlich erwähnt.Dietrich Lange: Groß Maransen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Die Landgemeinde Groß Maransen kam 1874 zum neu errichteten Amtsbezirk Wittmannsdorf (polnisch Witramowo) im Kreis Osterode in Ostpreußen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Wittmannsdorf In dem Dorf waren 135 Einwohner im Jahre 1910 registriert, 1933 belief sich ihre Zahl auf 119 und 1939 auf 112.Michael Rademacher:

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Groß Maransen stimmten 100 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 101

In Kriegsfolge kam Groß Maransen 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Maróz“ und ist heute mit dem Sitz eines Schulzenamts (polnisch Sołectwo) eine Ortschaft innerhalb der Stadt- und Landgemeinde Olsztynek (Hohenstein i. Ostpr.) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren mit Amtssitz in Olsztyn (Allenstein) zugehörig. Im Jahre 2011 belief sich die Zahl der Einwohner von Maróz auf 85.

Kirche Bis 1945 war Groß Maransen in die evangelische Kirche SeelesenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 498–499 (polnisch Żelazno) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die römisch-katholische Kirche ThurauAGOFF: Kreis Osterode in Ostpreußen (polnisch Turowo) im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Maróz katholischerseits zur Kirche Żelazno (Seelesen), einer Filialkirche der Herz-Mariä-Kirche Łyna (Lahna) im Dekanat Nidzica des Erzbistums Ermland, evangelischerseits zur Kirchengemeinde Olsztynek (Hohenstein i. Ostpr.), einer Filialgemeinde der Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn (Allenstein) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr mini|150px|Ortseinfahrtschild Maróz

Maróz liegt am Endpunkt einer Nebenstraße, die bei Waplewo (Waplitz) von der Schnellstraße 7 abzweigt und über Ruda Waplewska (Freudenthaler Mühle) nach hier führt. Waplewo an der Bahnstrecke Działdowo–Olsztyn () ist die nächste Bahnstation.

Weblinks

Bildarchiv Ostpreußen: Ortsplan Gr. Maransen (Stand vor 1945)

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1414 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Olsztynek