Klein St. Paul ist eine Ortschaft und Hauptort der Gemeinde Klein St. Paul im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten (Österreich). Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ). Beträchtliche Teile der heutigen Ortschaft wurden bis in die 1970er-Jahre als eigene Ortschaften (Ober St. Paul, Unter St. Paul) gezählt.

Lage Die Ortschaft liegt im Görtschitztal auf dem Gebiet der Katastralgemeinde Klein St. Paul, der Katastralgemeinde Unter St. Paul, sowie im Süden der Katastralgemeinde Ober St. Paul.

Geschichte Der Ort gehörte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Steuerbezirk Eberstein und kam 1850 bei Gründung der Ortsgemeinden an die Gemeinde Klein St. Paul. Zeitweise wurde der Lachitzhof (das heutige Talmuseum) als eigener Ortschaftsbestandteil geführt.

Ober St. Paul wurde bei den Volkszählungen bis 1971 als eigene Ortschaft geführt. Danach ging es größtenteils (Westsiedlung, Almblick, Philip-Knoch-Weg, Heideweg) in der Ortschaft Klein St. Paul auf; einige Häuser im Norden des ehemaligen Ober St. Paul werden nun zur Ortschaft Wietersdorf gezählt.

Unter St. Paul samt den Ortschaftsbestandteilen Fladnitzhof und der Siedlung Hornburg wurde bei den Volkszählungen bis 1971 als eigene Ortschaft geführt. Danach ging es in der Ortschaft Klein St. Paul auf.

Bevölkerungsentwicklung Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: (Angaben bis 1971 ohne Ober St. Paul und Unter St. Paul) 1849: 112 EinwohnerLandes-Regierungsblatt für das Kronland Herzogthum Kärnten. Jahrgang 1854, 2. Abteilung, IV. Stück. Klagenfurt 1854, S. 26. 1869: 22 Häuser, 173 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872, S. 62. 1880: 22 Häuser, 123 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882, S. 50. 1890: 21 Häuser, 158 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894, S. 50. 1900: 22 Häuser, 219 Einwohner (davon Lachitzer: 1 Haus, 15 Einwohner)K. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905, S. 66. 1910: 23 Häuser, 297 Einwohner (davon Lachitzer: 2 Häuser, 99 Einwohner)Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 32. 1923: 23 Häuser, 335 Einwohner (davon Lachitzer: 2 Häuser, 137 Einwohner)Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 12. 1934: 419 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 12. 1951: 467 EinwohnerWilhelm Wadl, Thomas Zeloth: Klein St. Paul. Natur – Geschichte – Gegenwart. Heimatbuch. Kärntner Landesarchiv, Klagenfurt 2005, S. 136. 1961: 65 Häuser, 624 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 253. 1971: 673 Einwohner 2001: 255 Gebäude (davon 221 mit Hauptwohnsitz) mit 525 Wohnungen; 1130 Einwohner und 128 Nebenwohnsitzfälle; 493 Haushalte; 38 Arbeitsstätten, 24 land- und forstwirtschaftliche Betriebe 2011: 269 Gebäude, 1011 Einwohner, 468 Haushalte, 44 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt, 2014. 2021: 311 Gebäude, 990 Einwohner, 464 Haushalte, 55 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt 2024, S. 39.

Ortschaftsbestandteil Lachitzer mini|Lachitzhof Etwa 300 m südwestlich des Ortszentrums von Klein St. Paul liegt an der Görtschitz der ab 1502 urkundlich nachweisbare Lachitzhof. Der Hof war im 16. und 17. Jahrhundert eine Eisenschmelze mit Hammerwerk, von etwa 1700 bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine Mühle betrieben. Danach diente das Gebäude jahrzehntelang als Wohnhaus für Arbeiter des Wietersdorfer Zementwerks. Heute wird es als Atelier von Werner Hofmeister und als Museum genutzt.Werner Hofmeister: Lachitzhof, auf www.qnstort.at

Im frühen 20. Jahrhundert wurde der Lachitzhof samt Nebengebäuden zeitweise als eigener Ortschaftsbestandteil von Klein St. Paul geführt, für den Gebäude- und Einwohnerzahl bei Volkszählungen separat ausgewiesen wurden: 1900: 1 Haus, 15 Einwohner 1910: 2 Häuser, 99 Einwohner 1923: 2 Häuser, 137 Einwohner

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Klein St. Paul) Kategorie:Ort im Bezirk St. Veit an der Glan Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert