Präskription (aus dem Lateinischen: prä = vor und scribere = schreiben) bedeutet, vorzuschreiben oder festzulegen, wie etwas sein soll. Verwendung findet der Begriff vor allem in der Moralphilosophie und den Sprachwissenschaften.

Als Synonym findet sich der Begriff des Normativen, das sich um die Definition von Regeln bemüht, die für einen Gegenstand oder einen Sachverhalt gültig sein sollen. Der Begriff des Normativen ist weiter gefasst und findet auch in anderen Fachgebieten wie beispielsweise der Soziologie und der Rechtsprechung Verwendung.

Verwendung in der Moralphilosophie Laut Richard Mervyn Hare sind moralische Verpflichtungsurteile präskriptiv und universalisierbar. Durch die Präskriptivität als moralisches Urteil fordert ein Sprecher dazu auf, dass etwas Bestimmtes getan bzw. unterlassen werden soll,Friedrich Dudda: Mich wählend wähle ich den Menschen. In: Grundlagen der Ethik. Peter Schaber und Rafael Hüntelmann (Hrsg.), Ontos Verlag, Frankfurt, 2003, 2. Auflage, S. 26. weil das jeweilige Verhalten richtig oder falsch ist.

Beispiel Als Beispiel kann Immanuel Kants kategorischer Imperativ (er nennt ihn an anderen Stellen auch moralisches Gesetz oder Imperativ der Pflicht) angesehen werden, z. B.: in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (GMS): ”[H]andle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß [sic.] sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Sein Satz gilt für alle Personen und universell als Auftrag.

Verwendung in den Sprachwissenschaften In den Sprachwissenschaften wird durch Präskription die grammatikalisch oder lexikalisch richtige Verwendung von Sprache festgelegt. Präskriptiv (oder normativ) werden die Regeln für die korrekte Verwendung der Sprache vorgeschrieben, weil eine Verwendung als richtig und eine andere als falsch angesehen wird.

Beispiel Anstelle des standardsprachlichen Perfekts („Ich habe es dir doch gesagt!“) wird bisweilen das von einem präskriptiven Standpunkt aus falsche doppelte Perfekt verwendet („Ich habe es dir doch gesagt gehabt!“), etwa um der Aussage zusätzliches Gewicht zu verleihen.

Gegenbegriff Der Gegenbegriff ist die Deskription, die Phänomene moralischer oder sprachlicher Natur rein beschreibend, also wertungsfrei, verwendet. Der Istzustand wird möglichst neutral dargestellt. Beispiele wie die Verwendung der Präposition wegen mit Genitiv (wegen des Wetters) oder Dativ (wegen dem Wetter) werden nur festgestellt und nach Sprachebene und Sprachregion in Atlanten eingezeichnet und beschrieben.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Wissenschaftstheorie