Christian Friedrich Schnauß (* 16. Oktober 1722 in Eisenach; † 4. Dezember 1797 in WeimarTodesanzeige in Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 9. Dezember 1797, S. 390.) war ein deutscher Beamter, Politiker und einer der Ministerkollegen Goethes.

Leben Schnauß studierte in Jena Rechtswissenschaft. Im Jahr 1743 machte ihn Herzog Ernst August zum subalternen Kanzlisten. Nach 20 Jahren brachte Schnauß es zum Regierungsrat, 1770 in Eisenach zum Hofrat. Zwei Jahre später wurde er geheimer Assistenzrat und war wie Goethe selbst Mitglied des Geheimen Conseils, der obersten Behörde. Im Jahre 1779 wurde Schnauß gleichzeitig mit Goethe Geheimer Rat. 1786 wurde Schnauß die Aufsicht über die herzogliche Bibliothek, das Münzkabinett und die Zeicheninstitute in Weimar und Eisenach übertragen.Effi Biedrzynski: Goethes Weimar. Das Lexikon der Personen und Schauplätze. 2. Auflage. Artemis & Winkler, Zürich 1993, ISBN 3-7608-1064-0, S. 389 f. (Biedrzynki stützt sich in wesentlichen Aussagen zu Goethes Ministerkollegen einschließlich Schnauß auf Huschke, Ministerkollegen Goethes usw. 1948/49.)

Schnauß betätigte sich als Landschaftszeichner, weshalb er für dieses Amt prädestiniert war.Vgl. Ruland 1891. Seine Tochter Friederike Christine Schnauß (1771–1855) war Zeichenschülerin bei Georg Melchior Kraus.Birgit Knorr: Georg Melchior Kraus (1737–1806). Maler – Pädagoge – Unternehmer. Biographie und Werkverzeichnis. Dissertation, Universität Jena 2003, S. 105 f. (Volltext). Der Neffe von Kraus, der aus Frankfurt am Main stammende Heinrich Mylius (1769–1854), heiratete die Tochter von Schnauß und zog mit ihr nach Italien.Knorr (2003): S. 106.

Schnauß war im Fall der Kindsmörderin Johanna Catharina Höhn an der Entscheidungsfindung beteiligt. Er lieferte eines von drei Gutachten zu dem Fall.Rüdiger Scholz (Hrsg.): Das kurze Leben der Johanna Catharina Höhn. Kindesmorde und Kindesmörderinnen im Weimar Carl Augusts und Goethes. Die Akten zu den Fällen Johanna Catharina Höhn, Maria Sophia Rost und Margarethe Dorothea Altwein. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004.Volker Wahl (Hrsg.): „Das Kind in meinem Leib“. Sittlichkeitsdelikte und Kindsmord in Sachsen-Weimar-Eisenach unter Carl August. Eine Quellenedition 1777–1786. In: Veröffentlichungen aus thüringischen Staatsarchiven. Band 10, Böhlau, Weimar 2004. Ihr Fall war entscheidend für die Debatte im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zur Reform der Strafe bei Kindsmord.

Literatur Carl von Beaulieu-Marconnay: Ein Weimarischer Beamte des achtzehnten Jahrhunderts. In: Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte. Neue Folge. IV. Jg. 1875, S. 649‒702.

Wolfgang Huschke: Ministerkollegen Goethes. Genealogisches über Jacob Friedrich Freiherrn von Fritsch, Christian Friedrich Schnauß, Johann Christoph Schmidt und Christian Gottlob von Voigt. In: Genealogie und Heraldik. Zeitschrift für Familiengeschichtsforschung und Wappenwesen. 1. Jg. 1948/49, S. 100‒105, 134‒138, 153‒155, 179‒185. (Schnauß: S. 134–137)

Weblinks Datensatz zu Christian Friedrich Schnauß in der Deutschen Digitalen Bibliothek Datensatz zu Christian Friedrich Schnauß bei der Klassikstiftung Weimar

Einzelnachweise

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