mini|hochkant|Taguchi Ukichi (Meiji jimbutsu hyōron (), 1898) Taguchi Ukichi (Das U () weist darauf hin, dass Taguchi im Jahr des Hasen geboren wurde., eigentlich: Taguchi Mitsu (), Gō: Teiken (); geboren 12. Juni 1855 in Edo (heute: Tokio); gestorben 13. April 1905) war ein japanischer Ökonom, Kulturhistoriker und Politiker.
Leben und Wirken Taguchi Ukichi wurde in Edo als zweiter Sohn von Taguchi Kashirōvermutete Lesung (), dem Go-kenin des Shoguns, geboren. Er verlor früh seinen Vater und älteren Bruder und wuchs in bitterer Armut auf. Als nach der Meiji-Restauration die Tokugawa-Familien in die Präfektur Shizuoka umziehen musste, kam er nach Numazu und lernte auf der dortigen Militärschule Militärwesen nach französischer Art. Er sollte dann Medizin studieren, ging nach Tokio, war aber mit der Ausbildung an der Vorbereitungsschule der Universität Tokio nicht zufrieden und brach das Studium ab.
1872 trat er in das Übersetzungsbüro des Finanzministeriums ein. Dort wurde er mit der Übersetzung westlicher Bücher beauftragt und nahm die Gelegenheit wahr, Wirtschaftswissenschaft zu studieren. Während er sich mit Übersetzungen beschäftigte, schrieb er Beiträge zur politische Theorie und zur Wirtschaftstheorie in verschiedenen Zeitungen. 1877 beteiligte er sich an der ŌmeishaŌmeisha (), ein poetischer Name: „Gruppe der harmonisch mit einander Zwitschernden.“, einer Gesellschaft, die von Numa Morikazu und anderen gegründet worden war. Im selben Jahr veröffentlichte er den ersten Band von Nihon kaika shōshi (), mit der er bekannt wurde.
1878 zog sich Taguchi aus der Regierung zurück und brachte im Januar 1879 das Magazin Tōkyō keizai zasshi () heraus. Vorlage war das britische Wirtschaftsmagazin Economist. Das Magazin wurde zunächst von Shibusawa Eiichis Takuzenkai () unterstützt, wurde später aber davon unabhängig. Im Tōkyō keizai zasshi wurden liberale Wirtschaftstheorien und Finanztheorien entwickelt, um die Politik und die Geschäftswelt zu beeinflussen. Verschiedene Wirtschaftsstatistiken und Marktbedingungen wurden veröffentlicht, um das rationale ökonomischen Denkens zu schulen. Bekannt ist insbesondere die Auseinandersetzung 1880 mit der Zeitung Tōkai keizai shimpō () des konservativen Inukai Tsuyoshi.
1882 nahm er als Gast an der von der Liberalen Partei ins Leben gerufenen Jiyū Shimbun () teil und betreute die Wirtschaftsredaktion. Darüber hinaus beteiligte er sich der Gründung der Eisenbahngesellschaft Ryōmo Tetsudō K.K. () und gründete zur Erschließung der südjapanischen Inseln das Handelsunternehmen Nantō shōkai () – erfolgreich war er damit nicht.
Taguchis Interesse an Wirtschaftstheorie erstreckte sich auch auf ihre Geschichte, für die er 1891 die Zeitschrift Shikai () in Umlauf brachte. Ein Beitrag, den er 1892 veröffentlichte, Shintō wa saiten no kozoku () von dem Geschichtswissenschaftler Kume Kunitake, wurde von staatlicher Seite kritisiert: Kume verlor daraufhin seine Professur an der Universität Tokio.
Die Veröffentlichung von Kokushi Taikei () – etwa „Das Wesentliche der Staatgeschichte“, einer umfangreichen Sammlung historischer Materialien, und die von Gunsho Ruijū waren ein wesentlicher Beitrag Taguchis zur Weiterentwicklung der Geschichtswissenschaft.
Seit seiner ersten Wahl im Jahr 1894 war er bis zu seinem Tod Mitglied des Unterhauses und politisch aktiv. Seine Reden zeigten liberales Denken. Er war ein Kommentator zur Wirtschaftstheorie und den politischen Theorien, die die Meiji-Zeit repräsentierten. Sein Werk liegt in den acht Bänden Teiken Taguchi Ukichi zenshū () vor.
Anmerkungen
Literatur S. Noma (Hrsg.): Taguchi Ukichi. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1496.
Weblinks
Biographien Taguchi Ukichi in der Kotobank, japanisch
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